Bündnis 90/Die Grünen hatten Vertreter aus den Kreisverbänden Coburg-Stadt, Coburg-Land, Kronach und Gemeindeteilen aus dem Landkreis Coburg zur Aufstellungsversammlung für den Wahlkreis 238 eingeladen. Kevin Klüglein, Vorstandssprecher des Kreisverbandes Coburg, machte mit Hinweisen auf das Waldsterben, Corona mit seinen Folgen und die Umweltkatastrophen derzeit auf die Bedeutung der 20. Bundestagswahl im kommenden Jahr deutlich. Klimaschutz, Menschenrechte und Feminismus seien in der Partei Die Grünen das Wichtigste, erklärte Klüglein. "Wir hätten Platz in Deutschland für Flüchtlinge aus Griechenland und können nicht auf eine europäische Lösung warten", meinte der Vorstandssprecher.

Versammlungsleiterin Angela Platsch hatte die Aufgabe, die beiden Wahlen für den Direkt- und Listenkandidaten zu leiten.

Das Notwendige möglich machen

Zuvor hatte der einzige Kandidat für die Direktwahl, Johannes Wagner, angehender Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin am Klinikum Coburg, herausgestellt, dass die Bundeskanzlerin Angela Merkel mit der Aussage "Politik ist das, was möglich ist" ganze Generationen vor den Kopf gestoßen habe. Politik müsse das Notwendige möglich machen, und sie müsse handeln und nicht nur verwalten, betonte Johannes Wagner. Die jahrzehntelange Vorherrschaft der CSU will Wagner brechen und den Menschen zeigen, dass eine nachhaltigere Welt kein Verzicht, sondern ein Gewinn an Lebensqualität, an sauberer Luft, an ruhigen Straßen mit Platz fürs Draußenspielen und Radfahren ist.

Der 29-jährige Johannes Wagner wurde in Nürnberg geboren und ist derzeit als angehender Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin am Klinikum Coburg tätig. Ärztemangel und Pflegenotstand bewegten uns alle, und unser Gesundheitssystem sei "auf Kante genäht", berichtete Wagner aus eigener Erfahrung.

Für Verkehrswende in Coburg

Die Grünen hätten dazu auch eine Idee und wollten das soziale und das Gesundheitssystem mehr in den Fokus rücken. Wagner: "Wenn wir nicht schnell handeln, dann wird eine große Gefahr auf unsere Umwelt zukommen." Die Herausforderungen seien riesig und müssten Ansporn sein, etwas zu verändern, betonte Johannes Wagner. Die Folgen der Klimakrise seien immer spürbarer. Deshalb wolle er das Direktmandat holen und ein Gegenbeispiel sein.

Auf die Frage von Ina Sinterhauf, was er für Coburg erreichen wolle, entgegnete Wagner, dass er die Verkehrswende in Coburg einleiten wolle. Dazu brauche er die Bundesebene, um Gesetze durchbringen zu können. Die Politik tue viel zu wenig für die Zukunft der Kinder, während Ärzte sich anstrengten, um den Kleinen unter der Bevölkerung zu helfen. Die Politik brauche Menschen "mit medizinischen Argumenten".

Da ein Stimmzettel zu viel in der Wahlurne war, musste der erste Wahlgang für ungültig erklärt werden. 26 Wahlberechtigte votierten im zweiten Wahlgang für Johannes Wagner, der sich über das Superergebnis als Direktkandidat sehr freute.

"Klimaneutralität erreichen"

Bei der Wahl zur Listenkandidatin gab es ebenfalls nur eine Kandidatin. Die Lehrerin Ina Hofmann aus Küps wurde von 25 Wahlberechtigten fast einstimmig für die Bundestagswahl nominiert. Die Grünen seien die einzige Partei, die sich um den Artenschutz kümmert, betonte Hofmann: "Wir leben in einer Klimakrise und werden vom Borkenkäfer bedroht, der die wirtschaftliche Existenz der Menschen gefährdet." Sie habe sich zum Ziel gesetzt, die regionale Katastrophe einzudämmen.

Europa müsse eine Klimaneutralität erreichen. Deutschland sei einer der größten Verschmutzer, sagte Ina Hofmann. Inklusion bedeute, miteinander zu lernen, und werde nicht durch eine Digitalisierung erreicht. Die Schule von morgen müsse sozialverträglich gestaltet sein, forderte sie bei ihrer Vorstellung.