Beginnt so vielleicht der weite Weg zurück zu einer fast schon vergessenen Normalität? Das Landestheater Coburg jedenfalls meldet sich trotz der Lockdown-Verlängerung zurück bei seinem Publikum - wenn auch vorerst nur auf digitalen Kanälen. Die erfolgreiche Reihe "Klassik am Sonntag", die das Landestheater im vergangenen Frühjahr inmitten der ersten Lockdown-Phase gestartet hatte, ist nach langer Pause als Wiederaufnahme zurück auf dem YouTube-Kanal des Landestheaters, freilich mit einer logischen Veränderung. Denn für Coburgs ehemaligen Generalmusikdirektor Roland Kluttig übernimmt sein junger Nachfolger Daniel Carter den Part des Moderators und freundlich einladenden Musik-Erklärers.

Barocker Glanz

Für das Wiederaufnahme-Konzert der Reihe vertraut das Landestheater ganz bewusst auf populäre Barockmusik aus Italien. Zwei Konzerte für zwei Trompeten von Antonio Vivaldi und Francesco Manfredini bilden das eingängig konzipierte Programm - gleichsam als doppelte Garantie für festlich strahlenden musikalischen Glanz. Dieser Glanz entfaltet sich trotz einer reduzierten Besetzung, die den gegenwärtig äußeren Umständen geschuldet ist. Claudio Rizzi übernimmt dabei am Flügel den Orchesterpart in einer von ihm selbst angelegten Bearbeitung.

Während das Philharmonische Orchester in seiner kompletten Besetzung noch immer nicht auftreten kann, beweisen Solisten aus dem Orchester, welche brillanten Instrumentalisten es in den eigenen Reihen besitzt.

Die beiden Trompeter Markus Riepertinger und Tobias Ziegler jedenfalls demonstrieren in ihrem "Klassik am Sonntag"-Video gleichermaßen virtuose technische Brillanz wie auch sicheres Stilgefühl und bestens harmonierendes Zusammenspiel.

Das gilt für das dreisätzig angelegte C-Dur-Doppelkonzert für zwei Trompeten von Antonio Vivaldi ebenso wie für das D-Dur-Konzert Francesco Manfredinis, dem Daniel Carter eine "unglaublich moderne Art im Umgang mit der Chromatik" attestiert.

Hier loten Riepertinger und Ziegler gemeinsam mit Claudio Rizzi am Flügel viele Feinheiten des Konzerts sorgsam aus. Mit "Klassik am Sonntag" weckt das Landestheater zum Auftakt hohe Erwartungen für die nächsten Folgen dieser Reihe.

Ein Interview mit Daniel Carter vor seinem ersten Konzert am Landestheater Coburg im Herbst 2019 finden Sie hier

Den Bericht zur offiziellen Vorstellung von Daniel Carter als neuer GMD des Landestheaters Coburg finden Sie hier

Die Hintergründe zur Ernennung von Daniel Carter zum neuen GMD am Landestheater Coburg finden Sie hier

Einen ausführlichen Bericht über Daniel Carters erstes Konzertdirigat am Landestheater Coburg im November 2019 finden Sie hier

Rund um Klassik am Sonntag"

Online-Konzerte Schon bald nach dem Beginn des ersten Lockdowns im Frühjahr hatte das Landestheater Coburg die Online-Reihe "Klassik am Sonntag" gestartet, vorgestellt damals noch vom scheidenden Generalmusikdirektor Roland Kluttig. In regelmäßigen Folgen stellten Musiker der Philharmonischen Orchesters solistisch oder in wechselnden Ensemble-Besetzungen Werke aus verschiedenen Epochen vor. Zum Neustart der Reihe haben Musiker des Philharmonischen Orchesters kammermusikalische Stücke von Vivaldi, Donizetti, Bruch, Walton, Piazzolla und einigen mehr geprobt - ein buntes Programm, das mit viel Abwechslung in Besetzung und Musikepoche einige musikalische Raritäten bereithält.

Markus Riepertinger, 1988 in Rosenheim geboren, studierte am Konservatorium Innsbruck und an der Musikhochschule München. Als Preisträger zahlreicher Wettbewerbe war er von 2009 bis 2011 Stipendiat der Orchesterakademie des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks. Seit 2011 ist er Solotrompeter des Philharmonischen Orchestersin Coburg.

Tobias Ziegler studierte an der Musikhochschule Stuttgart, ist Mitglied des Philharmonischen Orchesters und gemeinsam mit Markus Riepertinger Gründungsmitglied des Philharmonischen Blecbbläser-Quintetts.

Claudio Rizzi ist seit 2012 Solorepetitor am Landestheater. Seine künstlerische Ausbildung an Orgel und Cembalo erhielt er am Conservatorio Agostino Steffani in Castelfranco Veneto. red