"Katastrophe". Intendant Bodo Busse ist fassungslos. Die Bühne des Landestheaters steht unter Wasser - innerhalb weniger Minuten in eine Seenlandschaft verwandelt ausgerechnet durch routinemäßige Wartungsarbeiten an den Wandhydranten des Musentempels. An Theaterarbeit ist vorerst nicht zu denken.

Premieren gefährdet

Wann kann wieder gespielt werden? "Wir wissen es nicht", sagt Busse und fügt hinzu: "Ich sehe auch unsere nächsten Premieren gefährdet." So war eigentlich für Samstag, 9. November, die Premiere eines dreiteiligen Ballettabends unter dem Motto "Bolero" geplant. Mühsame Handarbeit ist zunächst angesagt, um die ersten Schäden zu beheben, um das Wasser eilig aufzuwischen. Schrubber und Scheuerlappen - das sind die Waffen gegen das Wasser.


Eimerweise wird die schmutzige Brühe nach draußen getragen, bevor schließlich die Feuerwehr zu Hilfe kommt. Wegen der Überflutung muss vorsorglich der Strom abgeschaltet werden. Mit Taschenlampen versuchen Theatermitarbeiter, sich einen ersten Überblick über das Ausmaß der Schäden zu verschaffen.
"Wir hatten noch großes Glück, dass das Wasser nicht in den Zuschauerraum gelaufen ist", sagt Daniel Kaiser, der Technische Leiter des Landestheaters, der gegen 10 Uhr alarmiert wird: Die Brüstung an der Vorbühne hat das Allerschlimmste gerade noch verhindert.

Der entstandene Schaden ist freilich auf den ersten Blick schon groß genug. Der Gang zur Kantine zwischen Hinterbühne und Bühneneingang hatte sich kurzzeitig in eine Dusche verwandelt.

Schäden noch nicht abschätzbar

Die gesamte Scheinwerferanlage auf der Bühne wurde von oben berieselt. Ob diese Scheinwerfer noch verwendet werden können oder komplett ausgetauscht werden müssen - alles noch nicht absehbar.
Auch weitere Schäden auf der Bühne und an der gesamten Maschinerie (beispielsweise der Drehbühne) können noch überhaupt nicht abgeschätzt werden. Zum Glück, so Intendant Busse, war für Mittwochvormittag eine Ballettprobe auf der großen Bühne angesetzt gewesen.

Deshalb ist zu diesem Zeitpunkt kein Bühnenbild aufgebaut, das durch das Wasser ebenfalls beschädigt oder zerstört worden wäre. Einzelne Kulissenelemente für Donizettis "Liebestrank, die an der Hinterbühne gelagert waren, müssen nun vorerst zum Trocknen ins Werkstättengebäude nach Cortendorf gefahren werden.
Getrocknet werden müssen auch die langen schwarzen Samtvorhänge, die die Bühne zur Seite hin begrenzen.