Die Juristin Dagmar-Astrid Wagner hatte von Anfang an klare Vorstellungen von der weiteren Entwicklung des Klinikums und seiner Rolle im Regiomed-Verbund. "Ein Krankenhaus darf man nicht als Wirtschaftsunternehmen im üblichen Sinne betrachten", erklärte die Krankenhaus-Direktorin im Juli 2015 bei ihrer ersten Halbjahresbilanz.

"An einem Ort, wo geboren und gestorben wird, wo die größte Freude und das größte Leid nebeneinander existieren, da ticken die Menschen anders." Eine Tatsache, die andere Handlungsmaßstäbe und Entscheidungskriterien erfordere als in der Industrie. "Das Herz des Krankenhauses muss wärmer sein", sagte sie, und "es muss von innen nach außen strahlen."
Gut zwei Jahre später scheint die Situation schwieriger geworden zu sein. Die Worte von Dagmar-Astrid Wagner klingen härter: "Das Therapiebecken ist Luxus und kein Pflichtprogramm für uns. Viele, viele Sachen, die etabliert wurden, müssen abgeschafft werden, von liebgewonnenen Annehmlichkeiten müssen wir uns trennen."

Dazu gehört das Therapiebecken, das seit 18 Jahren von Physiotherapeuten und Hebammen genutzt wird. Hauptsächlich wurde es fürs Babyschwimmen benötigt. Doch seit Juli ist es aus technischen Gründen geschlossen. Und wird es auch bleiben. Mit der Entscheidung ein kleineres Becken für die Geriatrie zu bauen, ist klar, dass das weitaus größere nicht mehr repariert wird. (Die Hintergründe zum Therapiebecken lesen Siehier.)

Das neue Becken für die geriatrische Abteilung muss das Klinikum vorhalten, da es zu seiner Pflichtaufgabe gehört. "Es wird wesentlich billiger sein", sagt die Krankenhaus-Direktorin. "Weniger Wasser, weniger Anlagen, weniger Personal", kalkuliert Dagmar-Astrid Wagner. An den Realitäten komme man nicht vorbei. "Alles, was man in den alten Kasten steckt, ist zu viel", macht die Krankenhaus-Direktorin sich Luft. Die erschwerten Bedingungen, unter denen im Altbau, sprich im derzeitigen Klinikum, gearbeitet wird, könnten nicht schön geredet werden. Es ist eng und überall fehlt es an Platz. Der geplante neue Gesundheitscampus auf dem ehemaligen BGS-Gelände müsse kommen.


Gesundheitscampus kommt

Die Zeichen dafür stünden gut, sagt Wagner. Die Grundstücksverhandlungen laufen bereits. "Unser Plan ist sportlich, aber in fünf Jahren wollen wir den Gesundheitscampus einschließlich eines Klinik-Neubaus beziehen", sagt Dagmar-Astrid Wagner. Dort wird es sicherlich auch wieder ein Therapiebecken geben. Doch in welcher Größenordnung und Form könne sie natürlich nicht sagen.