Ein kleines Jubi läum kann das vor zehn Jahren von Oleg Dynov ins Leben gerufene Internationale Jugend-Musikfestival im Rodachtal feiern. Es ist mittlerweile zu einem festen Bestandteil des kulturellen Angebots in dieser Region geworden und findet in enger Kooperation von Bayern und Thüringen statt.
Die festliche Eröffnung der bis Sonntag stattfindenden Konzerte bestritt das zum dritten Mal teilnehmende Junge Sinfonieorchester Berlin unter der Leitung von Andreas Schulz. Als Veranstaltungsort hatte man erstmals die schmucke, frisch renovierte Stadtkirche von Ummerstadt auserwählt, deren Fassade - jedes Konzert soll eine andere "klingende Regenbogenfarbe" erhalten - in malerischem Pink angestrahlt war. Ein erfreulich zahlreiches Publikum zollte den gediegenen Darbietungen der jungen Musiker reichen Beifall.
Mit einem vierteiligen Ausschnitt aus der "Carmen"-Suite von Georges Bizet begann das attraktiv und publikumswirksam ausgewählte Programm.
Schwungvoll erklang die Ouvertüre, dramatisch das Schicksalsmotiv, tänzerisch beschwingt die Seguidilla und plakativ das von der Solotrompete geschmetterte Torerolied.
Der 2010 von Andreas Schulz mit Musikstudenten verschiedener Hochschulen gegründete Klangkörper hat hörbar große Fortschritte gemacht und musizierte unter der dynamisch differenziert gestaltenden Leitung seines Dirigenten klangvoll und engagiert mit beweglichen Streichern, geschmeidigen Holzbläsern und gelegentlich noch etwas zu stark auftrumpfenden Blech.
Weitere gelungene Proben seines Könnens legte das Orchester ab mit zwei feurig dargebotenen Ungarischen Tänzen von Johannes Brahms und der dazwischen als Kontrast eingebetteten, schwelgerisch musizierten "Morgenstimmung" aus der Peer Gynt-Suite von Edvard Grieg.
Einen großen Brocken hatte man sich für den zweiten Teil mit der Symphonie Nr. 9 e-Moll op. 95 ("Aus der Neuen Welt") von Antonin Dvorák vorgenommen, die beachtenswert bewältigt wurde, wobei natürlich bei einem so jungen Orchester kleinere Pannen nicht auszuschließen sind. In Ermangelung eines Englischhorns war der Einsatz des Fagotts im 2. Satz etwas ungewohnt, aber nicht vermeidbar. Vielleicht hätte man durch Satzangaben im Programmheft den störenden Beifall nach jedem Satz vermeiden können.
Insgesamt aber überzeugte auch hier das engagierte Musizieren des Orchesters und die temperamentvolle, eindringliche Gestaltung des dankbaren Werks durch Andreas Schulz. Begeisterter Beifall der Zuhörer für diesen gelungenen Auftakt zum 10. Internationalen Jugend-Musikfestival.