Wenngleich die Veranstalter große Sorgen haben - wegen der Finanzierung - soll es im nächsten Jahr weiter gehen. Festivalgründer Oleg Dynov wies nochmals auf die kulturelle Bedeutung der Musiktage für die Region hin. Dann gab es wiederum erstaunliche Leistungen von jungen Künstlern, die mit viel Beifall bedacht wurden.
Den Anfang machte das 12-jährige Multitalent Giovanni Antonio Gromek aus Selb, der nach seinem erfolgreichen Auftritt am Freitag als Pianist nunmehr seine virtuosen Fähigkeiten auf der Blockflöte zeigte. Dazu hatte er sich das zweisätzige Concerto in F-Dur von Giuseppe Sammartini ausgesucht, das er absolut sicher, auswendig und mit akrobatischer Fingertechnik bewältigte.
Die anpassungsvolle Streicherbegleitung besorgte das tonschön spielende Junge Sinfonieorchester Berlin unter der differenziert gestaltenden Leitung von Andreas Schulz.

Gounods Cäcilien-Messe

Anschließend ging es zu einem weiteren Höhepunkt: Der 16-jährige Cellist Harry Gilfillan aus London begeisterte mit der virtuosen Wiedergabe des viel gespielten Konzerts Nr. 9 in B-Dur von Luigi Boccherini. Souverän, mit großer innerer Ruhe bewältigte er die enormen technischen Schwierigkeiten des Werks und zeigte expressive Kantabilität, besonders in dem elegischen Moll-Mittelsatz. Am Ende konnte er wahre Beifallsstürme der Zuhörer ernten. Wiederum begleitete das Junge Sinfonieorchester klangvoll und aufmerksam.
Hauptwerk war die umfangreiche Cäcilien-Messe für Soli, Chor und Orchester von Charles Gounod in einer reduzierten Fassung für Oberstimmenchor. Diesen stellte sauber singend der 2000 von der Chorleiterin Antoinetta Bafas gegründete Theater- und Konzertkinderchor Coburg. Mit leuchtendem Sopran und homogenen Altstimmen zeigte er sich wendig und zuverlässig einstudiert.
Glänzende, professionelle Gesangsleistungen boten die Solisten Alina Synelnykova mit strahlendem Sopran und Andrii Gnatjuk mit mächtigem, klangvollem Bass. Auch das Orchester machte wieder eine gute Figur. An einigen Stellen hätte es sich in Anbetracht der nur etwa 25 Kinderstimmen dynamisch etwas zurückhalten müssen. Ansonsten war es ein festlicher Abschluss des Festivals, der vom Publikum beifallsstark gewürdigt wurde.