Die Vorfreude aufs Schlossplatzfest ist eigentlich immer riesig: bei den Besuchern, die von Donnerstag bis Montag auf den Schlossplatz strömen werden, bei den Künstlern, die jeden Abend auf der Musik- und der Showbühne auftreten und bei den Gastronomen, die die "größte Party Nordbayerns" veranstalten. Doch in diesem Jahr ist die Vorfreude etwas getrübt. "Siggi Hetz musste aus gesundheitlichen Gründen leider die Teilnahme seines Ratskellers kurzfristig absagen", informierten am Montag die beiden führenden Köpfe vom "Förderverein Schlossplatzfest", Wolfgang Schubart (Café Schubart) und Bernd Glauben (Romantik-Hotel Goldene Traube).

Ebenso kurzfristig wurde dann nach einer Lösung gesucht, damit beim Fest keine Lücke auf dem Schlossplatz klafft. Und: Es wurde eine gefunden. "Die Gebrüder Sauerbrey übernehmen in diesem Jahr den Standort und breiten sich mit ihrem Münchner Hofbräu und dem Pörtnerhof Seßlach etwas weiter aus", so Glauben und Schubart.


Neu: Sushi und Burger

Die Lücke mag somit optisch geschlossen sein, kulinarisch freilich nicht. Markenzeichen des Ratskellers auf dem Schlossplatzfest war vor allem immer das Guinness vom Fass. Alle Liebhaber des dunklen, irischen Bieres werden also heuer auf diesen Genuss verzichten müssen.

Die Bandbreite des kulinarischen Angebots ist aber trotzdem enorm. Das Gasthaus "Zum Auerhahn" erweitert seine bewährte Speisekarte zum Beispiel erstmals um Burger. Bei der "Goldenen Traube" feiert Sushi seine Schlossplatzfest-Premiere. Das Café Filou serviert unter anderem wieder Salate und Nudelgerichte, das Münchner Hofbräu (in Kombination mit dem Pörtnerhof Seßlach) bietet etwa "Fränggische Tabbas", Thai-Curry oder auch Roastbeef an. Kartoffelpuffer und Crêpes sowie Tortellini und Apfelstrudel gibt's wieder beim Café Schubart.

Aber ist das Essen und Trinken denn das Wichtigste beim Schlossplatzfest? Für viele Besucher auf jeden Fall! Oder es kommt zumindest knapp hinter dem "Sehen-und-gesehen-werden"-Faktor. Bernd Glauben gerät jedes Mal ins Schwärmen, wenn er sagt, dass sich das Fest längst zu "dem Treff für alle Coburger und Ex-Coburger" entwickelt habe. Viele, die längst woanders leben, würden speziell zum Schlossplatzfest in die alte Heimat zurückkehren, weil sich dort ganz einfach die meisten alten Bekannten "auf einen Schlag" treffen lassen.

Marcus Geuss kennt aber noch einen weiteren Grund, warum so viele Menschen so gerne zu dem Fest gehen: das künstlerische Programm, das von ihm verantwortet wird. Insgesamt 36 verschiedene Gruppen, Vereine und Organisationen werden an den fünf Abenden auf der Showbühne ihren "Auftritt des Jahres" haben. Hinzu kommt der Kindernachmittag am Sonntag.


Absolventenshow am Freitag

Die Absolventenshow der Artistenschule Berlin ist in diesem Jahr am Freitag zu sehen. Marcus Geuss freut sich schon riesig darauf, und er wird auch nicht müde zu betonen, dass Coburg einer der wenigen Auftritte ist, für die kein Eintritt verlangt wird. Bernd Glauben schaut dem Freitag derweil auch mit einer gehörigen Portion Verärgerung entgegen. Denn zeitgleich wird in der HUK-Coburg-Arena an diesem Abend die "Handball-Sinfonie" aufgeführt, ein Projekt des Landestheaters mit dem HSC 2000. "Für diese Terminkollision habe ich kein Verständnis", sagt Bernd Glauben, "das ist saublöd." Denn das Schlossplatzfest habe es ohnehin schon mit immer mehr Konkurrenzveranstaltungen zu tun, in diesem Jahr etwa auch wieder mit "Bamberg zaubert".

Doch die Veranstalter sind letztlich doch zuversichtlich, dass die "Faszination Schlossplatzfest" auch 2016 eine sehr starke Anziehungskraft haben wird. Und das "umsonst und draußen", wie Marcus Geuss anmerkt, was angesichts des anspruchsvollen Programms alles andere als selbstverständlich sei. Am Sonntagabend werde zum Beispiel mit Maria Crohn "eine der besten Travestiekünstlerinnen Deutschlands" auftreten, und Marcus Geuss verspricht schon jetzt allen Gästen "Lachmuskelkater".