Die Initialzündung für die Plant-for-the-Planet-Akademie war eigentlich vor einem Jahr von den Kindern selbst gekommen. Oskar und Sedric hatten in Coburg an einem Akademietag teilgenommen und wollten die Initiative unbedingt weitertragen. Oskar (11) und Ida (9) hielten dann selbst einen Vortrag über den Klimawandel und hatten in ihren Müttern Simone Wohnig und Bianca Boßeckert sofort engagierte Unterstützer - und Initiatoren für die Organisation einer solchen Akademie an der Schule in Bad Rodach.

Am Samstag pflanzten 23 Kinder nebst fleißigen Helfern 200 klimaresistente Bäume auf einem Waldstück der Korporation Heldritt. Nach dem Plant-for-the-Planet-Akademietag am 12. September an der Schule Bad Rodach war das der Praxistag.

Sponsoren und Unterstützer

Vor allem Simone Wohnig nahm sofort das Heft in die Hand, warb um Mitstreiter und Sponsoren. Mit Erfolg! Immerhin kostet so ein Akademietag, der in Bad Rodach auf zwei Tage erweitert wurde, 8000 Euro. "Den größten Brocken bekommen wir von der Initiative Rodachtal im Rahmen der Aktion ,5 für 500‘, aber auch die Stiftung für Natur und Kinder von Klaus Habermaas hat uns unterstützt", erzählt Simone und will zugleich allen Sponsoren herzlich danken.

Den Hut hat sich der Obst- und Gartenbauverein Heldritt-Grattstadt aufgesetzt. Dessen Vorsitzende Anna von Butler ist begeistert: "Die Kinder, die zum Akademietag an der Schule waren, sind alle wieder dabei. Das sind unsere kleinen Botschafter fürs Klima, die dafür auch etwas tun wollen."

Oskar Wohnig geht in die 6. Klasse am Gymnasium Albertinum in Coburg. Er hat sich mit dem Thema beschäftigt und will Klima-Botschafter sein. Dazu gehört, dass er und Ida mit ihrem Vortrag durch Schulen und Kommunen touren wollen und auch, dass sie selbst mit Bäume pflanzen. "Ich habe schon vier Bäume gepflanzt", erzählt er stolz und ist überzeugt, dass solche Aktionen weltweit nützen.

Weitergehende Gedanken

Auch Leonhard, der mit Oskar in einer Klasse sitzt, ist eifrig bei der Sache. "Wir haben schon Bucheckern gesammelt und gesteckt. 30 bis 40 Buchen sind bestimmt daraus geworden." Überhaupt machen sich die Kinder sehr intensiv Gedanken darum, wie sie der Umwelt helfen können: mit dem Fahrrad zum Einkaufen fahren, Fahrgemeinschaften bilden, Bus und Bahn nutzen, Plastik vermeiden. Und: Bäume pflanzen!

Auf dem Waldstück, das die Korporation Heldritt jetzt für die Bepflanzung zur Verfügung gestellt hat, waren im vergangenen Jahr 35 Fichten dem Borkenkäfer zum Opfer gefallen. Jetzt stehen hier 200 klimaresistente Bäume: Wildkirsche, Wildbirne, Roteiche, Esskastanie, Douglasie, Küstentanne, Hemlocktanne und Schwarzkiefer. Warum Fichten dem Klimawandel nicht standhalten, erklären die Förster Antoine Klaus und Cornalia Saiko den Kindern und zeigen Rindenstücke, die vom Borkenkäfer deutlich gezeichnet sind. Dass der Borkenkäfer in seiner Population explodiere, sei eine deutliche und ernstzunehmende Auswirkung des Klimawandels hierzulande.

Und dann wird ausgeschwärmt, gehackt und gebuddelt und gepflanzt. Mitglieder des Obst- und Gartenbauvereins und der Waldkorporation stehen den Kindern zur Seite, denn der Waldboden ist ziemlich fest. "Wir haben es geschafft und 200 Bäume gepflanzt", sagt Simone Wohnig stolz am Ende des praktischen Akademietags. Auf dem Grundstück soll noch eine Tafel aufgestellt werden, die Spaziergänger über das Projekt informiert, die Baumarten erklärt und den Sponsoren aufführt. Außerdem, so Wohnig, wird der Obst- und Gartenbauverein noch einen "plant-for-the-planet"-Baum für den neuen Bad Rodacher Familienwald spenden. Mit der samstäglichen Aktion haben 23 Kinder aus der Region ihren ökologischen Fußabdruck gesetzt, der Nachahmer finden möge.