Was erwartet die Besucher?
Ein Einblick in meine Gedankenwelt und mein kreatives Schaffen; ich setze mich gerne mit existenziellen Themen auseinander und lasse Genres verschwimmen. Die Ausstellung soll zum Nachdenken anregen und Raum für Diskurs bieten. Mehr verrate ich erst mal nicht, dazu muss man dann selbst vorbeischauen.
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Was verbindet Sie mit dem Kunstverein Coburg?
Mit dem Kunstverein verbinde ich meinen intensiven, jahrelangen Kunstunterricht bei
Isolde Russ. Sie und
Torsten Russ haben mich in meiner ganzen kreativen Herangehensweise als Künstlerin und Designerin entscheidend geprägt. Als junges Mädchen hier ihre Werke zu sehen, war für mich einfach fantastisch.
Sie studieren momentan in London. Wie oft sind Sie in Coburg?
In
Coburg bin ich in letzter Zeit öfter gewesen, da ich mein altes Zimmer im Haus meiner Eltern in eine Art Atelier verwandelt habe. Ansonsten wird sich diese Zeit in den nächsten zwei Jahren auf meine Trimesterferien beschränken.
Worauf freuen Sie sich am meisten, wenn Sie Coburg besuchen?
Auf die Ruhe, das langsame Tempo, in dem das Leben hier voranschreitet, Erholung. Meine Familie und Freunde, Spaziergänge in der Natur, im
Hofgarten oder um die
Veste, um den Kopf frei zu kriegen - und das Essen meiner Mama.
Geboren in den USA, aufgewachsen in Coburg, studiert in London, zuletzt Berlin. Welche Stadt würde Sie noch reizen und wieso?
New York, Paris, Kopenhagen, und vielleicht Tokyo oder Shanghai. Mich faszinieren neue Kulturen, Menschen und die Eindrücke, die sie in mir hinterlassen. Sie verkörpern weiteren Stoff für neue Projekte und Designs. Für Kopenhagen, Paris, Tokyo und Shanghai müsste ich zwar die Sprache lernen, aber das wäre auch nur eine Weiterbildung, was nie schaden kann. Außerdem liebe ich Herausforderungen.
Könnten Sie sich denn auch vorstellen, irgendwann wieder nach Coburg zu ziehen?
Vielleicht wenn ich älter bin, aber ich bin schon eher ein Fan der Großstadt.
Welche Ziele haben Sie für die nächsten Jahre?
Meinen Master in
London erfolgreich zu absolvieren, mich kreativ weiter zu entfalten und einen guten Job als Junior Designerin zu ergattern. Mit meinem Freund zusammen zu ziehen und ein eigenes kleines Atelier zu haben.
Kunst wird oft als "brotlos" abgestempelt. Wie reagieren die Menschen, wenn Sie von Ihrer Arbeit erzähle?
"Wenn du Modedesign studierst, dann zeichnest du ja quasi nur ein paar hübsche Bilder, das ist ja gar nicht so anspruchsvoll" - das ist sehr oft die Reaktion, die ich bekomme. Ich kann es Leuten nicht verübeln, da die
Modebranche ein glamouröses Bild à la
Karl Lagerfeld nach außen stülpt, wo der Designer nur "ein paar hübsche Bilder" malt und damit das Design steht. Aber das Studium war sehr anspruchsvoll und es ist viel mehr als nur Zeichnen - das ist sogar der kleinste Teil!
Was raten Sie jungen Künstlern?
Nicht aufzugeben, auch wenn es schwer wird. Harte Arbeit zahlt sich immer aus, egal was andere sagen. Und auch wenn man mal hinfällt - alles passiert aus guten Gründen, die einen als Menschen im Leben weiterbringen. Da glaube ich fest dran.
Die Fragen stellte Marieke Fiala.Förderpreisträgerin Anna Deller-Yee präsentiert "Junge Kunst" im Kunstverein
WerdegangAnna Alessandra Kamaile Deller-Yee wurde 1994 in Chicago, Illinois, USA geboren und wuchs in Deutschland auf. Ihr Abitur absolvierte sie am Gymnasium Albertinum in Coburg. Anschließend studierte sie von 2014 bis 2018 "Fashion Design and Development" auf dem London College of Fashion in England. Während ihres letzten Studienjahres gründete sie im Rahmen eines Uni-Projektes das Label "Stahlbeton" in Berlin. Dieses wird sie in Zukunft eventuell unter einem anderen Namen weiterführen. Bilder des zukünftigen Labels sowie Einblicke in ihre Masterarbeiten gibt die Künstlerin auf Instagram unter "stahlbetonofficial".
Ausstellung Von Samstag, 7. September, bis Sonntag, 6. Oktober, findet Deller-Yees Debütanten-Ausstellung im Kunstverein Coburg statt. Unter dem Titel "Junge Kunst" präsentiert die Künstlerin ihre Arbeit. Der Sparkassen-Debütantenpreis wird alle zwei Jahre kombiniert mit dem Förderpreis des Bayerischen Ministeriums für Kunst verliehen. Herausragende junge Künstler aus der Region werden so auf dem Gebiet der bildenden Kunst gefördert und einem größeren Publikum präsentiert.
Museumsnacht Am Samstag, 7. September, kann ab 16 Uhr die Debütantenausstellung im Kunstverein Coburg besucht werden. Tickets für die Museumsnacht gibt es für sieben Euro im Vorverkauf in der Geschäftsstelle des Coburger Tageblatts, Hindenburgerstraße 3a, 96450 Coburg.
Hier gibt es weitere Informationen zur Museumsnacht: Gospels für Queen Victoria