Etwas Wehmut war schon dabei: Zum letzten Mal fand der Nikolausmarkt in Neustadt bei Coburg auf dem Marktplatz unterhalb der Stadtkirche St. Georg Kirche statt. Zumindest für die nächsten zwei Jahre! Denn der Marktplatz wird saniert. Als Ausweichplatz soll der Freizeitpark Villeneuve sur Lot dienen, wie der Vorsitzende der Awo Neustadt , Bernd Gärnter, am Stand der Awo betont.

Die Awo Neustadt ist schon seit über 30 Jahren mit ihrem Stand auf dem Nikolausmarkt vertreten. Bekannt ist die Awo Neustadt ist für ihre hausgemachten Dätsch mit Öpfelbrei, die es auch wahlweise mit Lachs gibt. Die Kartoffelmasse wird jeden Tag frisch gemacht, wie Elke Köhn versichert.

"In Spitzenzeiten haben wir rund 230 Kilogramm Kartoffeln für unsere Dätsch verarbeitet", sagte Elke Köhn, die an der elektrischen Pfanne im Rauch mit ihren Mitstreiterinnen steht und die Dätsch goldbraun in heißem Öl herausbäckt.

"Die Neustadter warten schon darauf, die sind auf dem Markt der Renner." Dätsch gehen immer, auch wenn das Wetter wie am Samstagabend etwas ungemütlich wird und deshalb nicht so viele Neustadter zum Nikolausmarkt kommen. Die Awo Neustadt, die auch die Bratwurstbude auf dem Markt betreibt und Handarbeiten verkauft , hat jeden Tag rund 20 Ehrenamtliche im Einsatz, darunter sind auch einige, die extra aus Itzgrund nach Neustadt fahren, um dort mit zumachen. "Deshalb können wir uns auch mal abwechseln und selbst über den Markt schlendern", freut sich die sechsköpfige Standbesatzung am Samstagnachmittag, die auch leckeren Glühwein verkauft und sich mit Pappkarton oder Paletten vor kalten Füßen schützt.

Schon ein halbes Jahr davor beginnen die Vorbereitungen. Aber so richtig intensiv wird es ein Woche vor dem Markt, sagen die Ehrenamtlichen Helfer. Viele sind darunter, die über 30 Jahre dabei sind und schon in ihrer Jugend damit angefangen haben, die Awo ehrenamtlich zu unterstützen. Es soll auch Spaß machen, wie der Vorsitzende Bernd Gärtner betont; dem stimmt auch Elke Köhn zu. Das merkt man auch als Kunde oder Gast. "Mit dem Erlös finanzieren wir unser Tagescafé, sagt der Vorsitzende der Awo, Bernd Gärtner, für den der Markt etwas Besonderes ist.

"Er dauert nur drei Tage und es sind nicht nur gewerbliche Händler an den rund 30 Ständen vertreten, die auch entlang des verhüllten Neustadter Rathauses aufgebaut waren. Auch viele Neustadter Vereine und Institutionen sind da, die viel selbst Gemachtes oder Produkte aus Region verkaufen.

Im Sommer hat die Awo Großes vor, wie die Ehrenamtlichen versichern. Zum 100-jährigen Bestehen solle eine Alt-Neu-Meile in Neustadt entstehen.

Ringsum erstrahlen beim Nikolausmarkt die Häuser im romantischen Lichterglanz, was ein besonderes weihnachtliches Flair erzeugte. Für viele Neustadter und Menschen aus der Umgebung ist der Nikolausmarkt der Treffpunkt schlechthin.

Aber auch die Weihnachtskrippe unterhalb der evangelischen Stadtkirche St. Georg, deren beleuchteter Stern mit seinem Schweif schon von Weitem zu sehen ist, ist Anziehungspunkt vor allem für Familien mit Kindern.

Mütter oder die Väter erklärten ihren Kindern die Weihnachtsgeschichte und damit auch den Sinn von Weihnachten. Voller Stolz nahmen vor allen die Kinde tolle Preise aus der Tombola entgegen. Aber auch auf der Aktionsbühne würde Einiges geboten. Am Samstag und Sonntag traten Kapellen und Posaunenchöre sowie Ronny Söllner und Christin Rempt und die "X-Mas Kids". Wenn man Glück hatte traf man einen Weihnachtsmann, der von der Bühne herunterkam auch auf den Marktplatz an, wo er kleine Geschenke verteilte.

Trotz des schlechten ungemütlichen Wetters füllte sich am Samstagabend kurzeitig der Marktplatz, als die Werbegemeinschaft Gutscheine verloste. Die Gewinner zog Bürgermeister Frank Rebhan aus einer großen Lostrommel.

Der Weihnachtsmann zog sich am Samstag in die warme Bücherei zurück, die rund 50 Meter vom Markt entfernt liegt, und nahm dort an seinem alten Holzschreibtisch die Weihnachtswünsche der Kinder entgegen und versprach, sie ans Christkind weiterzugeben.

Großer Andrang herrschte auf dem Marktplatz als Nikolaus, der zusammen mit dem Christkind kam, an die Kinder Päckchen verteilte. Viele hatten für den Weihnachtsmann auch ein Gedicht oder kleines Lied parat.