An die Baustellen für die Verkehrsgroßprojekte hatten sich die Bürger im Coburger Land irgendwann gewöhnt. Nach dem Bau kommt jedoch der Betrieb. Für die ICE-Neubaustrecke Ebensfeld-Erfurt steht dieser erst im kommenden Jahr an. Doch gefährlich wird es schon jetzt. Nach einer Information durch die Bundespolizei, warnen viele Gemeinden derzeit vor dem Betreten der Schnellzugtrasse.
Das hat mehrere Gründe. Inzwischen ist laut Bundespolizei die Elektrifizierung der Strecke weitgehend abgeschlossen. "Die montierten Oberleitungsanlagen sind bereits jetzt grundsätzlich als unter Strom stehend zu betrachten", heißt es in einer Mitteilung. Bisher waren immer wieder Güterzüge und solche mit Baumaschinen zu sehen. Die wurden von Dieselloks bewegt und waren vergleichsweise langsam unterwegs.
Manchmal standen Waggons tagelang auf den Gleisen.


Nie auf Wagen klettern

Es wäre ein lebensgefährlicher Spaß, auf so einen Waggon zu klettern, warnt die Bundespolizei. Die Oberleitungen stehen unter einer Spannung von 15 000 Volt. Ausdrücklich warnt auch die Deutsche Bahn vor dem Betreten der Anlagen, das selbstverständlich verboten ist. Wer auf Brückenvorbauten, Maste oder Wagen klettert, der begibt sich in höchste Lebensgefahr. Die Leitungen müssen nicht berührt werden. Schon eine Annäherung kann zum Stromschlag führen, der in aller Regel tödlich endet.
Wie die Bahn betont, gilt das auch etwa für das Hantieren mit Wasserschläuchen, Luftballons oder Drachen. Auf keinen Fall sollte versucht werden, Drachen oder Ballons selbst zu bergen, falls sie in den Leitungen hängen geblieben sind.
Der reguläre Zugbetrieb wird laut Deutscher Bahn AG erst zum Fahrplanwechsel im Dezember 2017 aufgenommen. Doch bis dahin werden ab jetzt immer wieder Test- und Messfahrten auf der Strecke unternommen. Dabei kommen verschiedene Züge zum Einsatz. Teilweise werden sie auch schon mit sehr hohen Geschwindigkeiten über die 107 Kilometer lange Strecke zwischen Ebensfeld und Erfurt rasen. Solche Fahrten wird es bis zum regulären Betrieb immer wieder geben. Die Strecke ist also von jetzt an mit allen Gefahren verbunden, die von so einer Schnellzugtrasse ausgehen.
Die Bundespolizei hat angekündigt, demnächst auch in Schulen über die Gefahren der Trasse zu informieren, um vor allem Jugendliche von unüberlegten Aktionen abzuhalten.


Mehr Infos

Weiter gehende Informationen zu dem Projekt gibt es im Internet unter www.vde8.de auf dem Youtube-Kanal vde8 sowie im DB-Informationspunkt in Goldberg 1, in Goldisthal.