Das Meer können sich Sonja und Kurt Bernreuther zwar nicht nach Grub am Forst holen, aber so ein bisschen "Urlaubsfeeling" schon: Vier Brunnen und ein Wasserlauf plätschern in dem Kleinod am Dorfrand. Schmetterlinge kreisen umher, Rosen blühen um die Wette, der Lavendel duftet, Kräuter und Gemüse sind schon erntereif.


Neun blühende Oasen


Im Garten der Familie Bernreuther wurde am Sonntag der "Tag der offenen Gartentür" eröffnet. Neun blühende Oasen von romantisch bis hin zum Nutzgarten standen den Besuchern im Landkreis zur Auswahl.

Seit 20 Jahren treffen sich Gartenliebhaber und Hobbygärtner einmal im Jahr in den geöffneten Gärten, tauschen sich aus, holen sich Anregungen oder genießen einfach die Eindrücke mit allen Sinnen. Bei Bernreuthers versammelten sich bereits am frühen Morgen zahlreiche Gäste: Gertraude und Heinz Heinlein hatten vor zwei Jahren im Neustadter Stadtteil Wildenheid ihren Pforten geöffnet, am Sonntag schauten sie, wie andere ihre Gärten gestalten. "Wir holen uns immer wieder neue Anregungen für zu Hause", sagte Gertraude Heinlein.


Kräuter für die Küche


Bernreuthers Garten ist in 44 Ehejahren kontinuierlich gewachsen und Stück für Stück mit Liebe zum Detail angelegt worden. Sonnige und schattige Plätze gibt es, einen Gartenteich, einheimische und exotische Pflanzen sowie Gemüse und Kräuter für die heimische Küche gedeihen. "Kiwi, Feige, Ginkgo und Oliven kommen im Winter in das Gewächshaus", erklärte Sonja Bernreuther.

Sie legt die Blumenbeete an, der Hausherr ist für die technischen Dinge wie Wege- und Brunnenbau zuständig. Aus Wurzeln hat er Skulpturen geschnitzt, er hat Brunnen gegraben und Zisternen angelegt.


Im Gewächshaus ranken die Gurken


Im Gewächshaus ranken die Gurken in die Höhe, an der Rückwand der Gartenhütte gedeihen saftige Tomaten. "Wir haben in 20 Jahren verschiedene Standorte ausprobiert und jetzt den idealen Platz für die Tomaten gefunden", erklärte Bernreuther. Neu angelegt hat der Hausherr Säulenobst, das am 24. Juni, dem Johannistag, geschnitten wird, um einen guten Ertrag zu erzielen.

Unter den Gästen war Johannes Höh, der neue Vorsitzende des Obst- und Gartenbauverein Großheirath/Buchenrod mit Ehefrau. Höh gefiel besonders die Mischung aus Nutz- und Ziergarten. "Ein Garten ist ein Ort, den man seiner Persönlichkeit entsprechend gestalten kann", sagte er.


"Ein Stück Lifestyle"


Landrat Michael Busch freute sich, dass es seit nunmehr 20 Jahren immer wieder gelinge, Leute zu motivieren, ihre Gartentüren zu öffnen. Eigener Gemüseanbau sei inzwischen ein Stück Lifestyle. "Man weiß, was drin ist und wo es herkommt."

Der Bürgermeister von Grub am Forst, Jürgen Wittmann, sah in der Veranstaltung einen wunderbaren Anlass, private Gärten anzuschauen. Mit einem Körbchen gefüllt mit aromatischen Kräutern dankte Busch der Familie Bernreuther. "Wir sind Südfans, das Meeresrauschen können wir uns nicht holen, aber beim Plätschern der Brunnen kommt die Erinnerung", sagte Kurt Bernreuther.