1964 schlossen sich der Gesangverein, der Radsportverein Solidarität und der VfL Frohnlach als Vereinsgemeinschaft "SÄRASPO" zusammen. Nachdem es den Gesangverein Frohnlach schon länger nicht mehr gibt und die beiden anderen Vereine zur Jahresmitte ihren Austritt bekanntgegeben hatten, wurde nun die Säraspo als eingetragener Verein durch 25 Gründungsmitglieder aus der Taufe gehoben. Die Säraspo ist die bekannte Faschingsgesellschaft und trotz der Änderung in der Vereinsform steht das närrische Treiben im Mittelpunkt. Außerdem gibt es nahezu keine Änderungen, was die Führungsspitze betrifft, denn der bisherige Präsident Gernot Schöpf schwingt auch hier das Vereinszepter.

Eigentlich sollte die Gründungsversammlung schon Mitte dieses Jahres erfolgen. Aufgrund der Corona-Bestimmungen musste sie verschoben werden, weil es nicht möglich gewesen wäre, unter den Auflagen die Komitee-Sitzungen mit über 20 Personen abhalten zu können. Früher steuerte jeder der Vereine Auftritte für die alljährlichen Prunksitzungen aus den eigenen Reihen bei, während Mitglieder der drei Vereine den Elferrat bildeten. Im Laufe der letzten Jahrzehnte entwickelte sich die Säraspo aber immer mehr zur selbstständigen Faschingsgesellschaft mit eigenen Tanzgruppen und Komitee. Dieser Entwicklung wurde nun mit der Vereinsgründung auch rechtlich Rechnung getragen. "Nach wie vor sind wir den Vereinen in Dankbarkeit und guter Freundschaft verbunden", erklärt Präsident Gernot Schöpf.

Das geht in die Geschichte ein

Sobald es die Pandemielage zulässt, hoffen die Mitglieder auch wieder, größere Veranstaltungen durchführen zu können - wenn sie von der Politik erlaubt werden. Nach derzeitigem Stand wird aber nicht damit gerechnet, dass das schon zur kommenden Session möglich ist. Eigentlich würde in wenigen Wochen die Kinder-Halloweenparty auf dem Programm stehen. Diese Veranstaltung erfreut sich bei vielen Familien großer Beliebtheit und bereitet den Organisatoren immer viel Spaß. Heuer muss das Spektakel allerdings abgesagt werden. Ähnlich verhält es sich mit dem Rathaussturm, der Prunksitzung im gewohnten Rahmen sowie der Kinder-Prunksitzung und dem Kinderfasching. Demnach wird die bevorstehende Session in die Geschichte eingehen.

Als Faschingsgesellschaft ist es der Säraspo gerade jetzt ein großes Anliegen, etwas Frohsinn, Freude und Abwechslung zu vermitteln. Schließlich gehört der Fasching zur fränkischen Tradition und sollte trotz Corona nicht in Vergessenheit geraten. Außerdem stehen die Aktiven wieder im Training und wollen ihre Leistungen auch zeigen. Die Tanzgruppen sollten eigentlich schon im März mit dem Training beginnen. Schließlich standen die Konzepte. Zudem waren Tänze geplant und ein Motto war festgelegt. Nachdem zwischenzeitlich Kontaktsport auch indoor wieder erlaubt ist und die Vereinsgründung vollzogen wurde, beginnen die Gruppen jetzt mit dem Training. Dabei ist die Freude bei allen groß, denn vielen Kindern und Jugendlichen hat das Training sehr gefehlt.

Ein völlig neuer Weg

Für die anstehende Session haben die Mitglieder beschlossen, einen völlig neuen Weg zu gehen, um ein bisschen Faschings-Feeling zu transportieren. Statt in der Kultur- und Sporthalle werden die Zuschauer von zu Hause aus die Möglichkeit haben, die Büttenreden, Musikeinlagen, Garde- und Schautänze der Faschingsakteure zu genießen. Zum gewohnten Prunksitzungsabend, der im kommenden Jahr am 6. Februar ist, wird es online einen Live-Stream geben. Dieser ermöglicht eine direkte Kommunikation mit den Zuschauern.

Die Aufzeichnungen im Vorfeld, wie auch der Live-Stream selbst, werden unter Einhaltung der Corona-Schutzmaßnahmen produziert. "Wir sind überzeugt, dass uns dieses Projekt dank der Kreativität und Motivation unserer Mitglieder gelingt", so Gernot Schöpf. Geplant ist, den Stream über die Plattform Twitch zu senden. Diese wird auch vom örtlichen Tanzlokal genutzt, das dem Verein bereits seine Unterstützung zugesagt hat. Als "Sendestudio" kann am "Prunksitzungsabend" die Disco genutzt und von dort aus moderiert werden. Die im Vorfeld aufgezeichneten Auftritte werden als Clips eingespielt. Geplant ist ein 60- bis 90-minütiger Stream. Die Zuschauer können Kommentare mittels einer kleinen "Grußbox" live ins "Studio" senden und die Moderatoren können darauf reagieren. Für alle Zuschauer ist diese Art der Prunksitzung kostenfrei, während für die Säraspo erhebliche Kosten für die Vorarbeiten anfallen. Diese will der Verein versuchen durch Sponsoring und Spenden zu decken.

Majestäten verlängern ihre Amtszeit

Aufgrund der derzeitigen Lage wurde beschlossen, keine neuen Prinzenpaare zu krönen. Gerade die Nähe zu den Mitgliedern des eigenen Vereins aufzubauen, Kontakte und Freundschaften bei anderen Faschingsveranstaltungen oder dem oberfränkischen Prinzentreffen zu knüpfen, sind derzeit nicht möglich, machen aber genau dieses Amt aus. Umso erfreulicher ist es, dass die derzeitigen Tollitäten Prinzessin Kathrin III. und Prinz Christian I. (Rüttel) sowie das Kinder-Prinzenpaar Amelie I. (Schott) und Marco I. (Roos) bereit sind, ihre Amtszeit zu verlängern. Trotz des Optimismus und Frohsinns sind die Frohnlacher Närrinnen und Narren doch betrübt, weil die Veranstaltungen nicht im gewohnten Rahmen abgehalten werden können. Aber die stellvertretende Präsidentin Melanie Bischoff betont: "Ein falscher Weg wäre es, wenn wir jetzt die Hände in den Schoß legen und uns selbst bemitleiden würden."

Als Mitgliedsbeiträge wurde festgelegt: Kinder bis einschließlich sieben Jahre (20 Euro), Kinder und Jugendliche bis einschließlich 15 Jahre (40 Euro), Geschwisterkinder (50 Prozent Ermäßigung auf den günstigeren Beitrag), Jugendliche ab 16 Jahre und Erwachsene (60 Euro). Familien (zwei Erwachsene, mindestens ein Kind bis einschließlich 15 Jahre, 110 Euro) sowie Ehe- und Lebenspartner (90 Euro). Den Vorstand bilden: Präsident Gernot Schöpf, stellvertretende Präsidentin Melanie Bischoff, Kassiererin Rosemarie-Gerlinde Mai und Schriftführer Stefan Knauer sowie die Beisitzer Vanessa Kaiser, Frank Gallinsky, Hans-Georg Mai, Christine Knauer und als Jugendvertreterin Sophia Bender.