Großer Beliebtheit erfreuen sich immer wieder die Konzerte der Kantorei St. Georg zum dritten Advent und bilden so den musikalischen Höhepunkt der Neustadter Adventszeit.

Unter der Leitung von Kantor Markus Heunisch musizierten der Chor der Kantorei und Mitglieder des philharmonischen Orchesters vom Landestheater Coburg. Als Solisten waren Susen Schneider (Leipzig, Sopran), Alexandra Jakob (Leipzig, Alt), Joscha Blatzheim (Hof, Tenor) und Christian Seidel (Röslau, Bass) zu hören.
An der Truhenorgel agierte Wolfgang Friedrich. Für das Programm hatte Heunisch zwei Komponisten ausgewählt, die beide Schüler der Leipziger Thomasschule waren und unter anderem von Johann Kuhnau unterrichtet wurden.

Von Reinhard Keiser (1674 bis 1739) - angesehener Kapellmeister der Oper in Hamburg (er schuf allein neunundsechzig Opern) und ab 1728 Nachfolger Telemanns am Hamburger Dom - begann die Konzertstunde mit dem Hauptwerk, dem "Dialogus von der Geburt Christi."


Sorgfältig einstudiert

Hier überraschte den Zuhörer eine sehr kurzweilig und abwechslungsreich angelegte Erzählung, mit interessanter Instrumentierung von frischem, fast heiterem Duktus. Unüberhörbar ist hier der Opernkomponist, der hier sogar Walzerrhythmen einarbeitete. Intonatorisch sauber und sorgfältig einstudiert gelangen die Chorpartien, wenn auch die Männerstimmen etwas sparsam besetzt waren.


Klangschön musiziert

Mit guter Artikulation, besonders bei den Rezitativen, und stimmlich ausgewogen präsentierte sich auf allen Ebenen das Solistenquartett. Auf der Basis der solid und äußerst klangschön musizierenden Instrumentalisten mit Violinen Bratschen, Violoncello, Kontrabass, Oboen, Trompeten und Orgel gelang Markus Heunisch mit seiner deutlichen und umsichtigen Zeichengebung eine sehr ansprechende Interpretation. Als Kapellmeister am Darmstädter Hof bewarb sich Johann Christoph Graupner (1683 bis 1760) vor Bach erfolgreich um die Nachfolge des Thomaskantorats, verblieb aber aus finanziellen Gründen dann doch in Darmstadt.

Sein "Magnificat in C", das ganz im Zeichen der kirchlichen Tradition komponiert ist und dessen Anfang "Meine Seele erhebet den Herrn" von festlichen Trompetenakzenten gekrönt ist, stand am Ende der vorweihnachtlichen Konzertstunde. Solisten, Chor und Orchester interpretierten den Lobgesang Marias mit breiter Intensität bis hin zum jubelnden Gloria.


Reichlich Applaus

Das Publikum der gut besetzten Kirche St. Georg belohnte die Akteure mit reichem Beifall und erhielt dafür noch eine Reprise des Anfangschores aus dem "Magnificat."