Schulkonzerte bleiben ein Wagnis, eine Herausforderung, erst Recht, wenn höhere Ansprüche und Erwartungen, von Seiten der Ausführenden wie der Zuhörer, daran geknüpft sind, wie das im Falle des musischen Gymnasiums Albertinum der Fall ist. Gerade das "Albert" hat in den letzten Jahren immer wieder verblüfft mit technischem Niveau, Kreativität und Einfallsreichtum. Das große Weihnachtskonzert in diesem Jahr, in der vollen Morizkirche, geriet - sagen wir mal gemischt.
Mit wunderbarem Wohlklang begann das Sinfonische Orchester unter Leitung von Martin Bram, dem als "Weihnachtskonzert" bekannten Concerto grosso Arcancelo Corellis, mit weichem, vollen Streicherklang, in sanftem Tonfall, zum Dahinschmelzen. Nach zwei weiteren Titeln brachte Annerose Röder den in diesem Schuljahr sehr zusammengeschmolzenen, also erst wieder aufzubauenden Unterstufenchor, der uns die "Stille Nacht" in ganz zartem Klang spüren ließ.
Auch das Symphonische Blasorchester unter Leitung von Marco Plitzner ließ schwelgen in sauberem und differenzierten Klang in Kurt Gäbles Weihnachtszyklus "Die Winterrose", wozu Stephanie Kruppa-Thurisch Gedanken gab zur Bedeutung und heutigen Wertschätzung des Kindseins. Doch Absturz dann nach den besinnlichen Worten von Schulleiter Stefan Adler, ja schmerzhafter Absturz, das muss dann auch gesagt werden, mit dem bei Torelli völlig überforderten Collegium Albertinum. Geigen können weh tun.


Auf zu Neuem

Balsam auf die musikalische Seele brachte dann wieder Matthias Rother mit seinem zart-eingängigen, rhythmisch zuverlässigen großen Gitarrenensemble.
Die viel umjubelte Albert`s Brass Showband ist mit dem letzten Abiturjahrgang in alle Himmelsrichtungen zerstreut. Das Los aller Schulensembles. Jetzt deutlich verkleinert, sorgte Uwe Friedrich dennoch für Christmas-Swing und Schwung. Gleiches gilt für die Albert's Jazzband unter Marco Plitzner. Der trat zudem mit einem sauberen Syophonquartett hervor.
Doch was wohl der Höhepunkt des Abends werden sollte, "The Latin Jazz Mass" von Martin Völlinger mit dem großen Mittel- und Oberstufenchor unter Leitung von Uwe Friedrich, brachte keine rechte Freude. Von der Stimmung her nicht passend in dieses Umfeld (We proclaim Your Death), vom sonst schon oft als wacker erlebten Chor an vielen Stellen (noch) nicht richtig bewältigt, herrschte jetzt, nach über zweieinhalb Stunden, nur noch Erschöpfung. Daran konnten auch die aufmunternd begleitenden Instrumentalisten nichts ändern. Zum abschließenden "O du fröhliche..." schweigen wir.
Dass etwas nicht ganz so gelingt, ist kein Problem beim Schulkonzert. Das "Albert" aber ist sich selbst und traditionell auch der Coburger Öffentlichkeit verpflichtet. Und das eigentliche Problem liegt nicht in der erst wieder neu aufzubauenden Kraft mancher Ensembles, sondern in der Gesamtkonzeption des Konzertes, mit zu vielen Ensemblewechseln, langen und die Stimmung in werkelnder Geschäftigkeit auflösenden Umbaupausen, manchmal unkritischer und an den musikalischen Bedürfnissen der Schüler vorbeigehender Überschätzung bei der Stückauswahl.
Sagen wir trotzdem danke, frohe Weihnacht und freuen wir uns auf die Sommerserenade des Coburger Gymnasiums Albertinum.