Auch mit einer Erhöhung von 1,20 auf 1,40 Euro je Stunde seien die Coburger Parkgebühren noch "wettbewerbsfähig", meint Christian Meyer und verweist auf Bamberg, Schweinfurt (ein Euro pro Stunde in den städtischen Tiefgaragen) und Kronach (ein Euro für die ersten zwei Stunden).

Als Geschäftsführer der Stadtentwicklungsgesellschaft musste er die Entscheidung treffen und verkünden. Immerhin habe man die Gebührenerhöhung gut ein Jahr hinausgezögert, sagt er.

Der Corona-bedingte Lockdown hatte auch den Coburger Parkhäusern massive Einnahmenverluste beschert. Waren im Januar 2018 noch 79058 Fahrzeuge in die vier städtischen Parkhäuser eingefahren, so kamen im Januar 2021 nur 21140. Im September 2021, als die Einschränkungen aufgehoben waren, kamen schon wieder 61369 Kunden. Aber immer noch sei das Niveau niedriger als vor Corona, sagt Meyer. Um die Kosten zu reduzieren, spare die Stadtentwicklungsgesellschaft nun schon vorsichtig beim Service. Trotzdem bleibe es beim Bereitschaftsdienst rund um die Uhr und der Reinigung der Parkhäuser auch an den Wochenenden, ganz abgesehen davon, dass die Coburger Parkhäuser durchgehend geöffnet sind.

Bargeldlos zahlen kostet

Auch seien die Häuser bei der Bezahltechnik auf aktuellem Stand: In allen Parkhäusern gebe es zumindest einen Automaten, an dem man mit EC-Karte zahlen könne, sagt Meyer. Mehr solche Zahlstellen wären wünschenswert, aber sie müssten sich auch rechnen, und das täten sie bei 1,20 Euro pro Stunde eben noch nicht.

Den Parkplatz vorab buchen per Smartphone und auf diesem Weg auch bezahlen - Meyer weiß, was technisch möglich ist, "und wenn die Stunde fünf Euro kosten könnte, hätten wir die Technik schon", sagt er. Baulich seien die Voraussetzungen vorhanden: Alle Parkhäuser verfügen über zwei Einfahrspuren, so dass man eine für die Vorabbucher frei halten könnte.

In den Parkhäusern gibt es Plätze für Dauerparker, außerdem gibt es einen besonderen Tarif für Anwohner (siehe oben). Daneben im Angebot: Die Parkwertkarte, die man mit bis zu 40 Euro aufladen und direkt beim Ausfahren einsetzen kann. Karteninhaber genießen einen Bonus von zehn Prozent.

Unberührt von den Änderungen bleiben vorläufig die Tarife fürs Parken am Anger. Dort ist es vergleichsweise günstig: Maximal zwei Euro kostet ein Tag Parken; gezahlt werden kann am Automat oder per Handy-App. Für den Anger ist jedoch nicht die Stadtentwicklungsgesellschaft zuständig, sondern der CEB. Noch. Denn "es ist im Gespräch, dass wir das bewirtschaften sollen", sagt Meyer.

Die Stadtentwicklungsgesellschaft wird sich auch um das geplante Parkhaus am früheren Güterbahnhof kümmern. Der Bau ist grundsätzlich längst beschlossen, und es war auch angedacht, das Parkhaus zusammen mit dem Globe fertig zu haben, also spätestens Ende nächsten Jahres. "Wir sind in der Spur", versichert Meyer. "Wir brauchen aber einen klaren Auftrag von der Politik." Der solle aber noch heuer kommen.