Die Auswirkung eines längeren flächendeckenden Stromausfalls ist katastrophal. Damit ein solches Szenario vermieden wird, gibt es Vorkehrungen. Doch das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) verweist auf bereits eingetretene Ausfälle - und für diesen Fall ist das Land weit weniger gut vorbereitet, als man erwarten würde.

Die Mitglieder des Netzverbundes in der Energieversorgung helfen sich bei Kraftwerksausfällen gegenseitig. Schaltungen im Netz eines einzelnen Stromnetzbetreibers können jedoch, wie im November 2006 bei der Abschaltung einer Stromtrasse über die Ems geschehen, zu europaweiten regionalen Stromausfällen führen.

Mit dem Abschalten der letzten Atomkraftwerke, fürchtet man auch im Rödentaler Arbeitskreis Strom, dass es immer schwieriger wird, Ausfälle durch Schaltungen zu kompensieren. Dieses Gremium erarbeitet deshalb Pläne und trifft Vorkehrungen, um zumindest schlimmste Folgen abmildern zu können.

Solange keine Anlagen der Stromversorgung zerstört werden, können so verursachte Stromausfälle meist binnen kurzer Zeit wieder behoben werden. Allerdings sind auch in Deutschland längere Stromausfälle möglich, wie das Bundesamt warnt: Der durch den plötzlichen Wintereinbruch Ende 2005 bedingte tagelange Stromausfall im Münsterland hat deutlich gezeigt, dass auch witterungsbedingte Ereignisse die umfangreichen Infrastrukturen der Stromnetzbetreiber zerstören können.

Nicht überall sind die Vorbereitungen so weit gediehen wie in Rödental. Alle Einsatzkräfte werden in dieser Situation restlos überlastet sein. So kann sich die Region nicht darauf verlasen, dass auch das Technische Hilfswerk vor Ort unterstützt. Es untersteht dem Innenministerium und kann daher auch an ganz anderer Stelle eingesetzt werden.

Seitens des Landkreises heißt es: "Derartige Arbeitsgruppen gab es von Landkreis und Stadt Coburg auch und auch in Rödental war unser Katastrophenschutz mit eingebunden. In einem solchen Fall gilt es zunächst, die Dimension festzustellen und in der Folge, die kritische Infrastruktur aufrecht zu erhalten. In einem solchen Fall muss man sich grundsätzlich bewusst sein, dass jeder für sich selbst verantwortlich ist. Die Aufgabe der Katastrophenschutzbehörde ist es, hauptsächlich koordinierend und organisatorisch tätig zu werden. So wird die Führungsgruppe Katastrophenschutz mehr administrativ arbeiten." Für praktische Unterstützung gibt es dort kein Potenzial. Es ist also Sache der Kommunen, vorzusorgen. So weit wie Rödental sind aber wohl wenige.

Doch jeder einzelne kann dafür sorgen, dass die Probleme für ihn möglichst reduziert werden. Zum Konzept der Vorbereitung auf eine solche Katastrophe gehört es in Rödental, alle Bürger für das Thema zu sensibilisieren.

Ratgeber gibt Tipps

Ein entsprechender Ratgeber des Bundesamtes ist im Rathaus und bei den Stadtwerken oder online (www.bbk.bund.de) zu bekommen. Er gibt Tipps, nicht nur für den Stromausfall sondern auch für andere Notsituationen. Speziell beim "Schwarzfall" aber heißt es unter anderem, dass warme Kleidung die Heizung eine Zeitlang ersetzen kann. Wer einen Ofen hat, sollte einen Vorrat an Kohle oder Holz verfügbar haben. Dem steht eine neuere Forderung des Umweltbundesamtes entgegen, solche Öfen künftig in Neubauten zu verbieten, um die Feinstaubbelastung zu reduzieren.

Neben Wärme ist Licht wichtig. Kerzen (und Feuerzeuge), Taschenlampen (und Batterien), Solarleuchten und dergleichen sollte jeder bevorraten.

Um zumindest kleine Mahlzeiten zubereiten zu können, genügt ein einfacher Campingkocher. Auch ein Gartengrill lässt sich nutzen, um etwas zu kochen - wenn man einen Garten hat. Dabei ist Trinken wichtiger als Essen. Das Bundesamt rät, für eine Woche 14 Liter Flüssigkeit pro Person im Haushalt zu haben. Beim Essen sollten haltbare Vorräte besorgt werden, die keine Kühlung benötigen. Nudeln, Reis, Kartoffeln. Tiefkühlprodukte eignen sich als Vorrat, sollten aber zuerst verbraucht werden. Futter für Haustiere nicht vergessen! Und wenn Personen auf besondere Nahrungsmittel angewiesen sind (Allergien) sollte auch das berücksichtigt werden.

Um Informationen zu bekommen, wäre ein batteriebetriebenes Radio gut, denn einige Radiosender können Notprogramme auch bei Stromausfällen senden.

Es sollte etwas Bargeld im Haus sein, weil Geldautomaten nicht mehr funktionieren. Supermärkte könnten bei Ausfall der Kassen improvisieren und Waren gegen Bargeld ausgeben. Daher sollte der Betrag so bemessen sein, dass es für einen Wocheneinkauf sicher reicht.

Weil eventuell auch die Müllabfuhr nicht läuft wie gewohnt, sind Müllsäcke in ausreichender Zahl angebracht.

Die Hausapotheke sollte immer aufgefüllt sein. Vor allem wichtige Dauermedikamente sollten nicht erst ergänzt werden, wenn die Packung praktisch leer ist.

Nicht zuletzt sollte jeder auch an möglicherweise hilfsbedürftige Nachbarn denken. Gegenseitige Unterstützung kann Leben retten.

Die Broschüre des Bundesamtes enthält eine detaillierte Checkliste zur Vorsorge für den Schwarzfall und andere Krisensituationen die jederzeit Wirklichkeit werden können.

Der Internethandel hat bereits reagiert und bietet Pakete an, die vom Wasserbehälter, übers Batterieradio bis zum Gaskocher eine Grundausstattung für den Fall der Fälle beinhalten. So etwas ist ab ungefähr 250 Euro zu haben. Es geht aber auch teurer, vor allem, wenn gleich noch ein Notstromaggregat dazu geordert wird. Im Grunde geht aber die Behörde davon aus, dass die Tipps aus der Broschüre reichen, um die Bedrohung durch einen längeren Blackout stark zu reduzieren.