Das Landestheater Coburg muss seinen Spielbetrieb vorübergehend einstellen. Voraussichtlich bis Ostern werden alle Vorstellungen abgesagt. "Wir haben einen Lockdown von innen", sagt Verwaltungsdirektor Fritz Frömming. Grund sei "ein so hohes Infektionsaufkommen im Haus, dass wir nicht weiter spielen können." Ganze Abteilungen seien betroffen - insgesamt derzeit 26 Mitarbeiter (Stand Freitag). Die Schlussfolgerung aus seiner Sicht war klar: "Das lässt sich nicht mehr abfangen." Das Infektionsgeschehen würde sonst unkontrollierbar werden.

"Wir können nicht mit der Gesundheit der Mitarbeiter spielen", lässt Frömming keinen Zweifel daran, dass es zu dieser einschneidenden Entscheidung keine Alternative gegeben habe. "Das Risiko, dass die Infektionskurve noch weiter ansteigt, können wir nicht eingehen", sagt er: auch nicht das Risiko, die Proben für "Die Walküre" weiter voranzutreiben: "Das Corona-Virus interessiert sich nicht für unseren Tunnelblick auf die Kunst."

Landestheater Coburg: "Die Walküre" wird nach Corona-Ausbruch erneut verschoben

Natürlich seien die Künstler enttäuscht, "aber sie sehen auch, dass es nicht anders zu machen ist." Damit ist klar: die für den 27. März geplante Premiere von Richard Wagners Oper "Die Walküre" muss verschoben werden - erneut verschoben, denn ursprünglich sollte schon Anfang Februar der Vorhang hochgehen.

Nachgeholt werden soll die Premiere voraussichtlich am Ostermontag, 18. April.

Derweil ruht ab Montag auch der komplette Probenbetrieb im Haus. Was dieser Lockdown von innen für den weiteren Verlauf der Saison am Landestheater bedeutet, ist derzeit noch in vielen Punkten offen. Klar zumindest ist: auch das für den 11. April geplante Sinfoniekonzert in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft der Musikfreunde muss erneut verschoben werden.

Klar sind für Frömming derzeit aber die Prioritäten. Neben der Premiere "Die Walküre" stehen die Hofgarten-Festspiele, die im Mai beginnen sollen, ganz oben auf der Liste jener Vorhaben, die allen Widrigkeiten zum Trotz nach Möglichkeit umgesetzt werden sollen.

Die für diesen Sonntag geplante Soiree "Jugend spielt für Jugend", die das Landestheater nicht selber veranstaltet, soll derweil stattfinden können.

Infektionsschutz hat Vorrang

Was die vorübergehende Schließung für kleinere Produktionen in der Reithalle bedeutet, "ist noch nicht zu sagen." Das müsse in der Disposition noch geklärt werden. Schließlich seien alle Planungen für Vorstellungen durch Kausalketten miteinander verbunden.

Ob unter diesen Unterständen die geplante Neuinszenierung von Igor Strawinskys "The Rake's Progress" als letzte Musiktheater im Landestheater vor der sanierungsbedingten Schließung im Sommer noch stattfinden kann, lässt sich derzeit ebenfalls noch nicht sagen.

Kein Risiko für die Gesundheit der Mitarbeiter eingehen

"Jetzt zählt der Infektionsschutz für alle Mitarbeiter", betont Frömming. Der gesamte Betrieb sei durch das dynamische Infektionsgeschehen gefährdet. Dieses Risiko für die Gesundheit der Mitarbeitenden könne man nicht eingehen.

Das gilt für die Tickets

Alle bereits erworbenen Karten werden an der Theaterkasse rückerstattet oder auf Wunsch umgebucht. Im Falle einer Onlinebuchung werden die Karten automatisch von

Reservix storniert und die entsprechende Ticketsumme an die Kunden rücküberwiesen. Ein Kontaktieren der Theaterkasse ist in diesem Fall nicht notwendig.