Auch 141. Jahr seines Bestehens ist der Verein stets bestrebt, Mitgliedern und Gästen besondere Erlebnisse abseits der gängigen Besetzungen und Stile zu bieten. So auch gleich im ersten Konzert dieser Saison, bei dem das junge Schlagzeugensemble "Colours of Percussion" mit Alexej Gerassimez, Ulf Breuer und Patrick Stapleton im gut besuchten HUK-Foyer war. Dessen weite Räumlichkeit bot beste Voraussetzungen für das vielfarbige, akustisch gelegentlich bis an die Schmerzgrenze gehende Instrumentarium.
Der mehrfach ausgezeichnete Sadlo-Schüler Alexej Gerassimez glänzte mit einer Reihe brillanter Soli auf verschiedenen Instrumenten und war zudem ein humorvoller, kundiger Führer durch das reichhaltige Programm.
Ulf Breuer (ebenfalls Sadlo-Schüler) und Patrick Stapleton erwiesen sich gleichfalls als rhythmisch sichere, technisch makellose Perkussionisten.
Was man einer Kleinen Trommel alles an Klangfarben abverlangen kann, wenn man sie mit Stöcken auf Fell und Rahmen, mit Händen, Paukenschlägel oder Besen bearbeitet, führte Alexej Gerassimez zu Beginn eindrucksvoll in seiner Komposition "Asventura" vor, die auch dynamisch abwechslungsreich von zarten Klängen bis zu donnerndem Gewitter gestaltet war.
Beeindruckend war wenig später seine Interpretation der avantgardistischen Komposition "Interzones" von Bruce Hamilton, deren komplexen Vibraphon-Part er zu einem gleichzeitig ablaufenden Tonband anpassungsvoll darbot.
Treffsicher und virtuos mit vier Schlägeln auf dem Marimbaphon gelangen ihm auch die einfallsreich komponierten "Sechs Miniaturen" von Mat thias Schmitt. Zusammen mit Ulf Breuer und Patrick Stapleton erklangen interessant und geheimnisvoll "Bridgingtheworld" von Tobias Broström für zwei Marimbaphone und Vibraphon sowie als krönender Abschluss des ersten Teils das spektakuläre "Trio per Uno" mit Großer Trommel, Tomtoms und chinesischen Gongs, bei dem ein wahres rhythmisches Feuerwerk abgebrannt wurde.

Gewaltige Tonsalven

Auch im zweiten Teil bestritt Gerassimez den Löwenanteil des Programms. Zunächst bot er feine Klangnuancen auf dem Marimbaphon in seiner von einem russischen Choral inspirierten Komposition "Erawi", um dann in "13 Drums" von Maki Ishii gewaltige Tonsalven mit Händen und Füßen abzufeuern.
Geradezu tänzerisch beschwörend mit zwei Maracas zum Tonband gestaltete er "Temazcal" von Javier Alvarez. Mit dem temperamentvollen "Marimba Spiritual" von Minoru Miki setzten alle drei Künstler zum effektvollen Endspurt an, der das virtuose Marimba mit einem ganzen Arsenal von Metall- und Fellinstrumenten, ja sogar ekstatischen Schreien verband.
Begeisterter Beifall der Zuhörer brachte noch zwei unterhaltsame Zugaben in Form eines flotten Ragtimes von Kurt Engel und des berühmten "Hummel flugs" von Rimsky-Korssakow, jeweils auf zwei Marimbaphonen virtuos dargeboten.