Sie heißt "Nacht der Kontraste", doch genauso gut könnte sie "Nacht der Gemeinsamkeit" heißen. Denn was da am Abend des 7. September zum neunten Mal in Coburg stattfindet, ist ein Gemeinschaftswerk. Coburger Museen, Sammlungen und Institutionen mit ihren Mitarbeitern, Sponsoren, Künstler und Ehrenamtliche wirken zusammen, um Coburg eine lange Nacht voller Kunst und Musik zu bescheren.

Angestoßen hat das 2005 erstmals Zweiter Bürgermeister Norbert Tessmer (SPD), und er hatte den damaligen Citymanager Martin Rohm beauftragt, für eine Coburger Museumsnacht ein Veranstaltungskonzept zu entwickeln. An diesem Konzept hat sich im Grundsatz seither nicht viel verändert: Die Häuser öffnen in den Abendstunden, überall treten Künstler auf, und damit die Wege zwischen Veste, Naturkunde-Museum und Ehrenburg nicht zu lang werden, gibt es Lichtinstallationen im Hofgarten.
Drei Häuser sind in diesem Jahr erstmals dabei: Die Rückertschule mit ihrer holzvertäfelten Aula, der Hexenturm am Ernstplatz und die Coburger Moschee in der Viktoriastraße.

"Künstler, Könner, Kulturen" lautet in diesem Jahr das Motto. 21 Orte insgesamt stehen am Abend des 7. September offen - zu viele, um sie alle zu schaffen, wie Rohm selbst sagt. Aber das gehört für ihn zum Reiz der "Nacht der Kontraste": Auch die Wiedergänger können etwas Neues entdecken, und diejenigen, die das erste Mal dabei sind, erhalten einen Überblick über das, was Coburg alles zu bieten hat. "Hunderte von Bändchen" habe er schon an Firmen verkauft, die damit ihre neuen Mitarbeiter ausstatteten, damit die Coburg erkunden können, berichtet Rohm.

Der Bändchenverkauf deckt einen großen Teil der Kosten. Denn es sind ja nicht allein die Orte, die da zu besichtigen sind - Rohm hat auch mehr als 25 Künstler und Gruppen verpflichtet, die diesen Abend mit Musik und Spektakel untermalen werden. Zumindest eine Gruppe wurde gar eigens für die "Nacht der Kontraste" gegründet: Die "Teachers of the Revolution" unterrichten an der Rückertschule und werden dort auch auftreten.

Die Ehrenamtlichen, die zum Beispiel im Bürglaßschlösschen dafür sorgen, dass dort alles reibungslos läuft; die Coburger Unternehmen, die mit Geld- und Sachspenden die "Nacht der Kontraste" unterstützen - Rohm wird nicht müde, sie alle zu preisen. Die Stadt stellt für die "Nacht der Kontraste" 4500 Euro bereit. Das ermöglicht einen verbilligten Eintritt für Inhaber des Coburg-Passes. Genauso wichtig ist die Ausfallbürgschaft der Niederfüllbacher Stiftung, wo Norbert Tessmer den Vorsitz hat. Außerdem ist er Vorsitzender der Coburger Landesstiftung, der die Kunstsammlungen, die Ehrenburg und das Naturkunde-Museum unterstehen. Deren Schätze sollen ins rechte Licht gerückt werden, sagt Tessmer. Er hofft auf den "Kletten-Effekt": Wer bei der Museumsnacht nur mal kurz in einer der Einrichtungen von Veste bis Puppenmuseum vorbeigeschaut hat, kommt vielleicht für einen längeren Besuch wieder.

Bis auf die Sorge ums Wetter kennt Martin Rohm eigentlich nur ein Problem: Acht Busse werden in der Museumsnacht auf einem Rundkurs von der Stadt zur Veste und über Ketschenvorstadt und Rückertschule zurückfahren. Irgendwann sind die Busse wegen der Besucherströme immer voll und werden Haltestellen nicht mehr angefahren. "Es ist schlicht nicht voraussehbar", seufzt Rohm. Sein Tipp, vor allem für auswärtige Besucher: An der Veste parken, von dort durch den Hofgarten hinuntergehen in die Stadt und am späten Abend mit dem Bus wieder hochfahren.