Dank sagte der Landrat dem scheidenden Schulleiter auch, weil dieser stets darauf geachtet habe, dass das Geben und Nehmen im Verhältnis zwischen Schule und Sachaufwandsträger ausgewogen war. Mit dem Eintritt in den Ruhestand könne sich Klaus Reisenweber sicher sein, dass "seine" CO II gut aufgestellt, gut ausgestattet und fit für die Zukunft ist. "Ich danke Ihnen für das, was Sie in den zurückliegenden fast 25 Jahren für diese Schule, für Ihr Lehrerkollegium, für Ihre Schüler und den Landkreis getan haben", schloss der Landrat und überreichte als Erinnerung unter anderem einen symbolischen Schlüssel mit der Aufschrift "Für den Baumeister der CO II".
Der Ministerialbeauftragte für Oberfranken, Johannes Koller, lobte die Dienstzeit von Klaus Reisenweber als "rekordverdächtig" und wandelte ein Zitat des französischen Königs Ludwig XIV. ("L'état, c’est moi."/"Der Staat bin ich.") um: "L’école, c’est moi." ("Die Schule bin ich."). Dazu meinte der Ministerialbeauftragte: "Das Klaus Reisenweber mit der Schule identifiziert wird, das wird so bleiben, auch wenn er seinen aktiven Dienst Ende Juli einstellt." Der Schwerpunkt in seiner Dienstzeit sei tatsächlich im Bereich "Bauen und Sanieren" zu verorten. Dank zollte der Ministerialbeauftragte daher auch dem Landkreis als Sachaufwandsträger.
Er erinnerte an die "fulminanten Musicals" an der Schule, auf die der Rektor "zu Recht sehr stolz" sein könne, und lobte das von Reisenweber initiierte Ferienkursprogramm, das sich inzwischen etabliert habe und weitgehend perfektioniert worden sei. "Der Erfolg seiner Schüler lag Klaus Reisenweber am Herzen", resümierte Johannes Koller. Unumstritten sei die CO II mit ihren Entwicklungen im letzten Vierteljahrhundert das "Lebenswerk" von Klaus Reisenweber.
Johannes Koller zeichnete auch die Meilensteine in der Karriere des Vollblutpädagogen nach, den es nach dem Abitur am Neustadter Arnold-Gymnasium zum Lehramtsstudium für Mathematik und Physik an Realschulen nach Bayreuth zog. Nach dem Referendariat arbeitete Klaus Reisenweber unter anderem an den Realschulen in Kulmbach und Bad Staffelstein. Im Jahr 1995 wurde er in die Personalabteilung des Kultusministeriums nach München beordert und zog mit seiner Ehefrau Susanne und den beiden Söhnen in die Landeshauptstadt.
Fünf Jahre blieb die Familie dort, bis Klaus Reisenweber im Jahr 2000 – mit gerade 40 Jahren – als Schulleiter an die Coburger Realschule CO II berufen wurde. Tochter Katharina, die Klaus Reisenweber als "schönstes Mitbringsel" aus der Münchner Zeit der Familie bezeichnet, ist inzwischen in die Fußstapfen ihres Vaters getreten und hat ein Studium für das Lehramt an Realschulen absolviert.
Klaus Reisenweber selbst dankte in seiner Abschiedsrede allen Wegbegleitern und seiner Familie. "Erst kam der Job, dann das Private", gestand er zurückblickend ein und überreichte seiner Frau Susanne als Dank für ihre immerwährende Unterstützung einen Blumenstrauß. Sie sei es gewesen, die ihm stets den Rücken freihielt. Auch habe sie stets sein besonderes Hobby – die Imkerei – akzeptiert, obwohl sie und die beiden Söhne an einer Bienenallergie leiden. "Und ich hatte bis zu 20 Bienenvölker", stellte Klaus Reisenweber heraus. An der CO II hatte er das Wahlfach Imkerei eingeführt und die AG viele Jahre lang geleitet.
Insgesamt seien die 24 Dienstjahre an der CO II im Rückblick schnell vorbeigegangen; das gelte "gerade, wenn man gerne zur Schule geht", wie Klaus Reisenweber sagte. In der freien Zeit, die er nach seinem offiziellen Eintritt in den Ruhestand Ende Juli hat, will er sich der Imkerei widmen, weiterhin regelmäßig als Nordic Walker auf den Staffelberg marschieren und sich beim Heimwerken betätigen.