Zikaden breiten sich im Coburger Land aus. Zwei nordamerikanische Arten sind inzwischen häufig in Gärten zu finden.
Mit Zikaden können vermutlich deutlich weniger Menschen etwas anfangen als mit Bienen, Schmetterlingen oder Marienkäfern. Dabei sind die kleinen Insekten eigentlich in jedem Garten zu finden. Sie ernähren sich, indem sie Pflanzensäfte saugen, und gehören zu einer äußerst artenreichen Insektengruppe. Allein in Deutschland kommen mehr als 600 Arten vor. Darunter befinden sich inzwischen auch einige eingeschleppte und dauerhaft etablierte Arten. Zwei davon sind mittlerweile auch häufig in unseren Gärten anzutreffen. In der achten Folge unserer Sommerserie über eingeschleppte Tier- und Pflanzenarten im Coburger Land geht es um die Büffel- und die Rhododendronzikade.
Die Büffelzikade (Stictocephala bisonia) verdankt ihren ungewöhnlichen Namen ihrem Aussehen: Mit ihren hornartigen Auswüchsen am Halsschild erinnert sie tatsächlich ein wenig an einen kleinen Büffel. Die acht bis zehn Millimeter große Zikaden-Art stammt ursprünglich aus Nordamerika. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde sie nach Europa eingeschleppt und 1966 erstmals in Deutschland nachgewiesen. Seit etwa dem Jahr 2000 hat sie sich kontinuierlich ausgebreitet und kommt heute flächendeckend in Deutschland vor. Auch im Coburger Raum ist die Art nicht selten.
Die Büffelzikade saugt an einer Vielzahl verschiedener Pflanzen. Sichtbare Schäden verursacht sie dabei in der Regel nicht. Nur in seltenen Fällen können Obstgehölze durch die Ei-Ablage geschädigt werden. Für die meisten Gartenbesitzer besteht daher kein Anlass zur Sorge.
Äußerst auffällig ist die Rhododendronzikade (Graphocephala fennahi). Mit ihrer leuchtend grünen Färbung und den roten Streifen wirkt sie exotisch. Aufgrund ihrer geringen Größe wird ihre Schönheit jedoch häufig übersehen. Auch diese Art stammt ursprünglich aus Nordamerika. Nach ersten Nachweisen in England breitete sich die Rhododendronzikade auf dem europäischen Festland aus und wurde 1978 erstmals in Deutschland festgestellt.
Wie ihr deutscher Name bereits verrät, sind Ei-Ablage und Larvenentwicklung eng an Rhododendren gebunden. Die erwachsenen Tiere können dagegen auch an anderen Pflanzen saugen. Bei starkem Auftreten können sie Rhododendren schädigen, indem an den Blättern Flecken entstehen, oder sie sogar den Blattfall begünstigen. Problematischer ist jedoch, dass bei der Ei-Ablage ein Pilz übertragen werden kann, der zum Absterben der Blütenknospen führt. Wer seine Rhododendren schützen möchte, sollte daher im Frühjahr aufmerksam sein.
Schwarz verfärbte Blütenknospen sollten möglichst noch vor dem Schlupf der Zikaden im April entfernt und im Hausmüll entsorgt werden. Auf den Einsatz von Insektiziden oder Gelbtafeln sollte hingegen verzichtet werden, da diese auch viele heimische und nützliche Insekten beeinträchtigen können.
Auch wenn einige Zikaden-Arten gelegentlich kleine Schäden verursachen können, sind sie doch interessante Wesen in unserer Tierwelt. Wer genauer hinsieht, entdeckt selbst im eigenen Garten die faszinierenden kleinen Insekten, die meist unbemerkt zwischen Blättern und Zweigen leben. Schauen Sie es doch einmal selbst.
Der LBV Coburg hat das Thema "Neobiota", wie man eingeschleppte Arten nennt, grundsätzlich als Jahresthema für 2026 aufgegriffen und bietet dazu eine ganze Reihe von kostenlosen Veranstaltungen an, um die Bürger zu informieren: Neben diversen Vorträgen und Exkursionen zu dem Thema bietet der rührige Coburger Naturschutzverein am 11. September einen Ausflug ins Steinachtal an, um eingeschleppte Arten in Feuchtgebieten genauer unter die Lupe zu nehmen. Und am 22. September gibt Björn Langbein von der Unteren Naturschutzbehörde einen "Überblick über neue und alte Bekannte im Wald". Gerhard Hübner, Naturschutzfachberater des LBV Coburg, würde sich freuen, wenn möglichst viele Leute zu den Veranstaltungen kommen würden. "Das Thema rund um neue Tier- und Pflanzenarten ist nicht nur für uns Biologen interessant, sondern für jeden, der unsere heimische Natur liebt und schützt." Alle Informationen zu den Veranstaltungen findet man auf der Internetseite des gemeinnützigen Coburger Naturschutzvereins www.coburg.lbv.de. Ab sofort stellt der LBV Coburg jede Woche eine neue interessante Art vor, die in unsere heimische Natur eingeschleppt wurde.
Auch wenn einige Zikaden-Arten gelegentlich kleine Schäden verursachen können, sind sie doch interessante Wesen in unserer Tierwelt. Die Büffelzikade und die Rhododendronzikade stammen eigentlich aus Nordamerika und sind im Coburger Land mittlerweile recht verbreitet. Anders als die großen Singzikaden im Süden Europas besitzen diese Kleinzikaden keine lauten Singorgane, und man hört sie nicht zirpen.
Bei diesem Text handelt es sich um eine Pressemitteilung.