Die Coburger Intendantensuche tritt in ihre entscheidende Phase. Am Mittwoch stellten sich die von der Findungskommission ausgewählten Bewerber um die Nachfolge von Intendant Bodo Busse dem Theaterausschuss vor. Dem Vernehmen nach handelte es sich um insgesamt neun Aspiranten, die sich und ihr jeweiliges Konzept für Coburg präsentierten.


Gesucht wird ein Theatermacher, der ab Herbst 2018 die künstlerischen Geschicke des Landestheaters leiten soll. Mit einer Entscheidung könne schon in den nächsten Tagen gerechnet werden, erklärte Maximilian Heller, Pressesprecher der Stadt Coburg, auf Anfragen.


Amtsantritt und Generalsanierung

Der Amtsantritt fällt zusammen mit dem Beginn der Generalsanierung des Landestheaters. Ende 2018 erlischt die befristete Betriebsgenehmigung des Landestheaters, dessen technische Anlagen durch einen Wasserschaden im Oktober 2013 in Mitleidenschaft gezogen worden waren und teilweise nur provisorisch repariert werden konnten.


Umzug in Ausweichspielstätte


Während der Generalsanierung muss das Landestheater in eine Ausweichspielstätte umziehen. Diese Übergangsspielstätte in Leichtbauweise soll nach einem Beschluss des Stadtrates im Januar auf dem Standort der jetzigen alten Dreifachturnhalle am Anger errichtet werden.


Der künftige Intendant muss also einen Spielplan konzipieren, der für eine derartige Übergangsspielstätte geeignet ist. Nach der geplanten Fertigstellung der neuen Dreifachturnhalle am anderen Ende des Angers soll voraussichtlich im Herbst 2017 mit dem Abriss der alten Halle begonnen werden.


Nur einige Funktionsräume im hinteren Bereich sollen vorläufig erhalten bleiben und beispielsweise für Probenzwecke des Theaters genutzt werden.


Insgesamt mehr als 80 Bewerber


Das Interesse an der Busse-Nachfolge war immens. Nach der offiziellen Ausschreibung im Herbst 2016 reichten insgesamt mehr als 80 Kandidaten ihre Bewerbung ein.




Coburger Intendantensuche: Was bisher geschah

Frühjahr 2016 Coburgs Intendant Bodo Busse wird Anfang Mai zum Generalintendanten des Staatstheaters Saarbrücken gekürt und wird das Landestheater vor Ablauf seiner bis Mitte 2019 gültigen Vertrags zum Sommer 2017 verlassen.

Übergangslösung Weil relativ schnell klar wird, dass es schwierig sein wird, sehr rasch einen Nachfolger für Busse zu finden, entscheidet sich der Verwaltungsausschuss, die Spielzeit 2017/2018 mit einer Übergangslösung zu gestalten. Diese Entscheidung fällt Ende September 2016. Direktoriums-Modell heißt das Zauberwort. Generalmusikdirektor Roland Kluttig, Schauspieldirektor Matthias Straub, Ballettdirektor Mark McClain und Kaufmännischer Direktor Fritz Frömming sollen übergangsweise die Geschicke des Hauses leiten.

Findungskommission Neben den örtlichen Vertretern gehören die Nürnberger Kulturreferentin Julia Lehner, der frühere Intendant der Landesbühne Niedersachsen Nord, Gerhard Hess, und der frühere Würzburger Intendant Hermann Schneider, jetzt Leiter des Landestheaters Linz, der Auswahlkommission an.