Coburg
Gescheiterte Sanierung

Insolventes Bauunternehmen findet keinen Investor: Geschäftsbetrieb in Coburg eingestellt

Die Pazdera AG hat ihren Geschäftsbetrieb in Coburg eingestellt. Laut Insolvenzverwalter konnte für das zahlungsunfähige Bauunternehmen kein Investor gefunden werden.
Coburg: Pazdera stellt Betrieb ein - insolventes Bauunternehmen findet keinen Investor
Weil es keinen Nachfolger für die Coburger Niederlassung der Pazdera AG gibt, geht es mit dem Standort - anders als in Naila - nicht weiter. Foto: Michal Jarmoluk/Pixabay (Symbolbild)
  • Coburg: Insolventes Metallbau-Unternehmen Pazdera hat Standort geschlossen
  • Gescheiterte Sanierung: Geschäftsbetrieb wurde zum 30. Juni 2022 eingestellt
  • Niederlassung in Naila bleibt erhalten: Firma hat Areal übernommen
  • Rund 30 Mitarbeiter am Standort Coburg von Schließung betroffen

Der insolvente Metallbaubetrieb Pazdera hat seinen Coburger Standort geschlossen. "Der Geschäftsbetrieb in Coburg wurde zum 30.6. eingestellt", teilt Insolvenzverwalter Klaus-Christof Ehrlicher inFranken.de auf Nachfrage mit. Das Amtsgericht Coburg hatte zuvor im Frühjahr dieses Jahres ein Insolvenzverfahren über das Vermögen des in wirtschaftliche Schieflage geratenen Fassadenherstellers eröffnet. 

Insolvente Pazdera AG: Betrieb in Coburg eingestellt - Standort Naila bleibt erhalten

Weil es keinen Geldgeber oder Nachfolger für die Coburger Niederlassung der Pazdera AG gibt, hat der Standort am Hinteren Floßanger keine Zukunft. "Für den Teilbetrieb in Coburg konnte kein Investor gefunden werden", berichtet Ehrlicher. Zum Zeitpunkt der Verfahrenseröffnung waren laut Angaben des Insolvenzverwalters noch rund 30 Mitarbeiter in Coburg beschäftigt.

Die Arbeitsplätze der 38 Beschäftigten am Pazdera-Standort Naila (Landkreis Hof) bleiben indes erhalten. Die Immobilie mit den darin enthaltenen Maschinen und Vorratsvermögen wurden im Zuge eines sogenannten Asset Deals an die Oberpfälzer Forster Fenstertechnik GmbH mit Sitz in Mitterteich übertragen.

Mit der Akquisition erweitert das mittelständische Metallbau-Unternehmen sein Stammgeschäft. Dieses liegt im Fensterbau aus Aluminium mit dem Segment Fassadenkonstruktionen, wie die Quest Consulting AG berichtet. Der Strategieberater hatte mit Partner Markus W. Exler den Veräußerungsprozess der Pazdera AG begleitet.

"Ein Insolvenzverfahren dauert in der Regel Jahre"

Das Insolvenzverfahren über das Vermögen des Coburger Fassadenherstellers wird gleichwohl fortgesetzt. "Ein Insolvenzverfahren dauert in der Regel Jahre, vor allem wenn ein Bauunternehmen betroffen ist", erklärt Insolvenzverwalter Klaus-Christof Ehrlicher.

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