Es könnte eng werden in den Coburger Grundschulen: In den nächsten Jahren soll die Zahl der Schulanfänger kontinuierlich steigen. 288 Erstklässler haben in diesem Schuljahr angefangen. 2019 werden es 287 sein, aber dann gehen die Zahlen nach oben: 322 im Jahr 2020, 360 im Jahr 2023. Zumindest ist das aufgrund der Geburtenzahlen und der Daten des Einwohnermeldeamts zu erwarten.

Tina Lehmann, Leiterin der Schulabteilung in der Stadt Coburg, stellte am Dienstag im Kultur- und Schulsenat die aktuellen Zahlen vor. 9085 Kinder und Jugendliche besuchen eine der Coburger Schulen. 2013 waren es noch 9612. Vor allem bei den weiterführenden Schulen wurden es weniger: Dort schlagen jetzt die geburtenschwächeren Jahrgänge durch. Das spiegelt sich nicht nur in der Realschule CO I wider, sondern auch beim Gymnasium Ernestinum, wo der gebundene Ganztagszug wegen Schülermangel wieder aufgegeben wurde, sagte Lehmann.

In einigen Grundschulen werden schon im nächsten Schuljahr wieder mehr Kinder sitzen: In Creidlitz, wo es derzeit Kombiklassen der ersten und zweiten sowie der dritten und vierten Jahrgangsstufe gibt, soll der Betrieb 2018/19 wieder mit vier Klassen laufen. In der Pestalozzi-Grundschule wird der Computerraum in ein Klassenzimmer umgewandelt, weil ab Herbst wieder drei Klassen in jeder Jahrgangsstufe gebildet werden können. Derzeit gibt es dort nur zwei vierte Klassen.

Doch nicht nur die Geburtenzahlen schlagen auf die Schulstatistik durch: Die Staatsregierung hat beschlossen, das neunstufige Gymnasium wieder einzuführen. Das wird die Schülerzahlen spätestens ab 2025 steigen lassen. Seit 2015 bereichert die Fachschule für Maschinenbautechnik, die derzeit 39 Studierende hat, die Coburger Schullandschaft. Erfasst sind in der Statistik auch die staatlichen Berufsfachschulen für Ernährung und Kinderpflege, nicht aber die privaten. Auch die Hochschule fehlt in der Statistik - schlicht, weil die Stadt da nicht für die Ausstattung zuständig ist wie bei den staatlichen Schulen.

Nur ein Titel, keine Mittel

Gemeinsame Bildungsregion sind Stadt und Landkreis schon. Nun wollen sie sich zur "Digitalen Bildungsregion" weiterentwickeln und im Herbst 2019 das entsprechende Siegel vom Freistaat erhalten.

Zusätzliche Fördermittel werde das Siegel aber nicht mit sich bringen, erläuterte Kerstin Lindenlaub vom Bildungsbüro der Stadt Coburg. Mit der "Bildungsregion", die Stadt und Landkreis seit fünf Jahren bilden, habe der Freistaat eine bessere Vernetzung der verschiedenen Akteure im Bildungsbereich anstoßen wollen. Problem sei aber in allen Bildungsregionen, dass die Vernetzung zu neuen Bedarfen und Projektideen führe, für die dann kein Geld da sei. Das werde nicht nur von der Bildungsregion Coburg kritisiert, sagte Lindenlaub.

Allerdings wollen die Städte auch mehr zur Bildung beitragen als nur den Schulaufwand zu bezahlen, betonte Oberbürgermeister Norbert Tessmer (SPD). Schließlich seien es die Kommunen, die Einrichtungen wie Bibliotheken und Museen vorhalten.

Die Region hat in Sachen digitaler Bildung schon viel vorzuweisen. Kerstin Lindenlaub verwies auf die moderne IT-Landschaft in den Schulen, auf Projekte wie "Netzgänger" oder Medienscouts, die es in den Realschulen und Gymnasien gibt und die auch in den Mittelschulen etabliert werden sollen. Auch der für April geplante Bildungskongress "Leben, lernen, arbeiten in digitalen Welten" ist Teil des Konzepts.