Coburg
Supermarkt mit Maßnahme

"Situation noch mal verschärft": Edeka-Markt schränkt Wasserverkauf ein - Kunden reagieren höchst unterschiedlich

Ein Edeka-Supermarkt in Coburg hat in diesem Sommer seinen Wasserverkauf deutlich einschränken müssen. Die Kunden reagierten höchst unterschiedlich auf die Maßnahme.
Coburg: Edeka-Supermarkt schränkt Wasserverkauf ein - "ich bin da solidarisch"
Auf einem Aushang weist die Edeka-Filiale in der Coburger Milchhofstraße auf die gesonderte Regelung beim Verkauf von Mineralwasser hin. Foto: privat
  • Edeka: Supermarkt in Coburg begrenzt Wasserverkauf - Inhaberin: "Bin da solidarisch"
  • Mineralwasser nur limitiert erhältlich - Filial-Betreiberin nennt Gründe
  • Einsicht, aber auch Unverständnis: Kundschaft mit unterschiedlichen Reaktionen 
  • "Dieses Jahr hat sich die Situation verschärft": Engpässe werden immer extremer

Der Edeka-Supermarkt Brehm in der Milchhofstraße 1 in Coburg hat in diesem Sommer mit einem drastischen Wassermangel zu kämpfen. "Es ist immer so, dass wir im Sommer generell Engpässe haben und uns regelmäßig schon im Vorfeld einen Vorrat anschaffen", erklärt Inhaberin Ina Brehm. Doch der Mangel sei von Jahr zu Jahr extremer geworden. "Dieses Jahr hat sich die Situation noch mal verschärft", klärt Brehm auf.

Coburg: Mineralwasser für Edeka-Kunden nur eingeschränkt erhältlich - das sind die Gründe

Um trotz eines noch geringeren Vorrats möglichst allen Kund*innen Wasser zur Verfügung stellen zu können, hat Brehm ein Schild im Laden aufgehängt: "Sehr geehrte Kunden, wir bitten Sie darum, sich beim Kauf von Wasser auf maximal sechs Kisten zu begrenzen", steht darauf zu lesen. "Ich bin da solidarisch", sagt Brehm. "Wenn alle etwas nachsichtig sind, dann haben alle etwas davon", so die Inhaberin des Edeka-Marktes. 

Die Gründe für den Wassermangel seien vielfältig. Neben dem generell höheren Verbrauch von Wasser im Sommer sowie den allgemeinen Lieferrückläufen, die in jedem Jahr aufs Neue zu erwarten und jährlich miteinkalkuliert sind, seien in diesem Jahr noch weitere Probleme hinzugekommen. "Generell wird das Grundwasser im Sommer weniger, die Temperaturen gehen hoch und wir trinken auch mehr. Das ist ein Zyklus, der jedes Jahr stattfindet", sagt Brehm. 

Des Weiteren habe es in diesem Jahr Lieferengpässe bei den Kunststoff-Deckeln der Wasserflaschen gegeben. "Wenn man dann also Wasser abfüllen kann und die Brunnen das hergeben, haben in diesem Jahr die Deckel gefehlt", so die Inhaberin. Und wenn die Deckel vorhanden sind, "dann fehlt das Leergut", betont Brehm. "Das ist wie mit den Bierkästen damals, dass einfach die Kisten und Flaschen fehlen, weil das Leergut oft erst mit viel Verzögerung wieder zurückkommt." Wenn mehrere Faktoren zusammenspielten, brauche man eben auch den richtigen Zeitpunkt zum Abfüllen.

Coburg: Angebote verschärfen Situation zusätzlich - einige "sehen das nicht so ein"

"Wir versuchen natürlich immer, das zu regulieren. Trotzdem gab es in diesem Jahr Zeiten, in denen wir nur zwei oder drei Paletten mit je 40 Kisten bekommen haben - das ist dann innerhalb von wenigen Kunden ausverkauft." Zeitgleich gibt es bei Edeka immer wieder Angebote, die schon längerfristig geplant waren. Im Zuge der Angebote hat Brehm auch das Schild mit der Begrenzung auf sechs Kisten pro Person angebracht - ein Zettel, der bis heute hängengeblieben ist.

"Es gab Tage, an denen wir nur noch eine kleine Anzahl an Wasserkisten hier hatten, die allerdings im Angebot waren." Um so gut wie möglich der gesamten Kundschaft Wasser anbieten zu können, hat Brehm die Verkäufe limitiert. "Irgendwann waren wir jedoch trotzdem komplett leer." Die Kund*innen reagierten unterschiedlich auf die Situation: "Es gab viel Verständnis und viel Kundschaft, die das aus vorherigen Jahren schon kennt." Natürlich gebe es allerdings auch Menschen, die das nicht verstehen: "Die wollen ihr Angebot und kommen zur Not auch am nächsten Tag wieder, um noch mehr Kisten Wasser zu holen."

"Es gibt immer Leute, die das nicht so gut finden und das nicht so einsehen, die kann ich allerdings auch nicht aufhalten. Vielleicht hat sich auch am Kaufverhalten in den letzten zwei Jahren etwas geändert", stellt Brehm eine eigene Vermutung auf, "sodass die Leute noch mehr auf Vorrat kaufen." Sicher könne sie sich da jedoch nicht sein. "Aktuell entspannt sich die Lage aber auch wieder, soweit ich weiß sind auch wieder genug Leergut und Verschlüsse da, dass alle, die Wasser haben wollen, auch Wasser kriegen." Über den Winter werde der Wassermangel vermutlich kein Problem mehr darstellen, nimmt Brehm an.