Um potenzielle Besucher nach Coburg zu locken, beschreitet man in der Vestestadt künftig neue Wege. Laut Angaben von Coburg Marketing werden im kommenden Jahr mehrere touristische Printprodukte neu aufgelegt. "Die Broschüren werden überarbeitet, weil sie nicht mehr zeitgemäß sind", erklärt Kathrin Wortmann, Leiterin der Abteilung Tourismus, am Montag (28. November 2022) inFranken.de. Neben inhaltlichen Überarbeitungen findet stellenweise auch ein neuer Stadt-Slogan Verwendung.

Auf seinen gedruckten Erzeugnissen wirbt Coburg Marketing ab 2023 mit dem Leitspruch "Coburg. Da is fei schö!". Der gewählte Farbton wird dabei je nach Produkt variieren. Die Änderungen werden Schritt für Schritt umgesetzt. Der in Dialektform gehaltene Slogan solle möglichst "eine Art Heimatgefühl" hervorrufen, sagt Wortmann. "Es ist auch ein neues grafisches Element, ein Symbol, mit dem wir spielen." Mit der Mundart solle die regionale Besonderheit dargestellt werden.

Coburg wirbt mit Dialekt um Touristen - Grünen-Stadtrat kritisiert Umsetzung teilweise

Der Spruch "Da is fei schö!“ ziele zugleich darauf ab, Spannung zu erzeugen und Lust auf einen Besuch in Coburg zu machen. "Im Sinne von: 'Das kenne ich noch nicht, da will ich auch hin.'", erläutert Wortmann. "Manche stehen vielleicht auch davor und schmunzeln, wenn sie das lesen." Die Maßnahme sei im Vorfeld ausführlich diskutiert worden. "Auch unser Vorsitzender und 2. Bürgermeister Hans-Herbert Hartan und unser Betriebsleiter Horst Graf waren involviert", berichtet die Coburg-Marketing-Abteilungsleiterin. "Es ist aber kein neuer Claim, keine neue Kampagne, die jetzt überall steht", betont sie. 

Dennoch hat der gewählte Slogan schon vor seiner Veröffentlichung in den Broschüren mitunter für Gesprächsstoff gesorgt. So bemängelt Michael Dorant, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Grünen im Coburger Stadtrat, etwa, dass der Spruch nur für Printprodukte vorgesehen sei, online jedoch nicht auf ihn zurückgegriffen werde. "Das ist es, was ich ein wenig kritisiert habe", sagt Dorant, der beruflich als Kommunikationsdesigner tätig ist. Er spricht diesbezüglich von einem "Medienbruch". "Die Printflyer sind ganz anders als online das Design der Homepage."

Die Dialekt-Wahl hängt ihm zufolge indessen von den jeweiligen persönlichen Vorlieben des Betrachters ab. "Mundart ist nicht unbedingt mein Geschmack, aber der Trend geht momentan dahin." Auch er weist auf die Assoziation mit einem entsprechenden Heimatgefühl hin. Dorant stört sich derweil allerdings ein wenig daran, dass "Coburg" - anders als der Rest des Slogans - nicht in der fränkischen Variante auftaucht. "Ich hätte es wahrscheinlich ganz gemacht."

Abteilungsleiterin erklärt Coburg-Schreibweise - Mundart-Form könne für Verwunderung sorgen

Kathrin Wortmann hat derweil auch hierfür eine Erklärung parat. "Die Leute, die ich erreichen will, sitzen ja nicht in Coburg", sagt sie. Ihr Auftrag sei es, die Marke Coburg überregional bekannt zu machen. "Die Bezeichnung 'Coburch' kann daher für Verwunderung sorgen." Menschen aus Stuttgart oder Hamburg erschließe sich nicht auf den ersten Blick, dass damit "Coburg" gemeint ist. "Wir schreiben ja Coburg ja auch innerhalb der Broschüren nicht im Dialekt", gibt Wortmann zu bedenken. 

Obwohl Dorant der neue Stadt-Slogan offensichtlich nicht hundertprozentig überzeugt, begrüßt der Grünen-Stadtrat die Maßnahme an sich. "Ich finde es gut, dass das aufgegriffen worden ist. Ich bin gespannt, was es bringt."

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