Auftakt mit Gänsehaut: Uraufführung "Caligari" eröffnet die Jubiläumsspielzeit des Landestheaters Coburg

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Die Uraufführung Caligari eröffnet die Jubiläumsspielzeit in Coburg. Musiktheater trifft dabei auf expressionistischen Psychothriller.

Ein Jahrmarkt, ein geheimnisvoller Schausteller, ein Somnambuler – und ein Mord, der eine ganze Stadt in Unruhe versetzt: Mit der Uraufführung von "Caligari" am 19. September um 19.30 Uhr im GLOBE eröffnet das Landestheater Coburg seine besondere Jubiläumsspielzeit 2026/27, in der das Haus sein 200-jähriges Bestehen feiert. In 24 Szenen und einem Zwischenspiel erzählen Regisseur und Librettist Alexander Charim und Komponist Ulrich Kreppein den berühmten Stoff des legendären Films "Das Cabinet des Dr. Caligari" als zeitgenössischen Horror- und Psychothriller.

Auf einem Jahrmarkt in einer deutschen Kleinstadt präsentiert der mysteriöse Dr. Caligari (Nils Liebscher und Christopher Tonkin) seine sensationelle Attraktion: den Somnambulen Cesare (Elmar Hauser), der angeblich die Zukunft voraussagen kann. Die Freunde Francis (Daniel Carison) und Alan (Jaeil Kim) lassen sich aus Neugier auf das unheimliche Spektakel ein – mit fatalen Folgen. Kurz darauf wird Alan tot aufgefunden. Francis beginnt gemeinsam mit Polizistin Jane (Hlengiwe Mkhwanazi) fieberhaft, nach den Täter*innen zu suchen. Steckt Caligari selbst hinter dem Verbrechen? Oder verbirgt sich die Wahrheit noch tiefer?

Was zunächst wie eine düstere Kriminalgeschichte beginnt, entwickelt sich zunehmend zu einem beklemmenden Spiel aus Wahrnehmung, Macht und Manipulation. Denn in "Caligari" ist nicht nur die Frage entscheidend, wer den Mord begangen hat, sondern auch, wem man überhaupt noch glauben kann. Was passiert, wenn Angst eine Gesellschaft erfasst? Wenn Menschen sich manipulieren lassen und ihre eigene Freiheit bereitwillig aus der Hand geben? Und wo verläuft die Grenze zwischen Wahn und Wirklichkeit?

Der Film "Das Cabinet des Dr. Caligari" von 1920 gilt als Meilenstein der Kinogeschichte und als Schlüsselwerk des deutschen Expressionismus. Seine schrägen Perspektiven, verzerrten Räume und albtraumhaften Bilder haben sich tief in das kollektive Bildgedächtnis eingeschrieben. Doch "Caligari" blickt nicht nostalgisch zurück: Ulrich Kreppein und Alexander Charim nehmen die Grundidee des Films auf und übersetzen sie in ein unmittelbar erfahrbares Musiktheater.

Dabei wird der expressionistische Horror nicht einfach nacherzählt. Musik, Raum, Video, Bewegung und Licht werden zu Bestandteilen einer Welt, in der die Orientierung zunehmend verloren geht. Das GLOBE wird zum Ort des Geschehens und das Publikum unmittelbar in die Atmosphäre dieser Kleinstadt hineingezogen.

Kreppeins Musik führt dabei mitten hinein in die psychologischen Abgründe des Stücks. Spannung, Unruhe und Bedrohung entstehen nicht allein durch die Handlung, sondern ebenso durch Klang, Rhythmus und die Wechselwirkungen zwischen Stimmen und Orchester.

"Caligari" fragt nach einer Gesellschaft, in der Angst nicht mehr nur ein persönliches Gefühl ist, sondern zum bestimmenden Prinzip werden kann. Der Stoff des expressionistischen Filmklassikers erweist sich dabei als erstaunlich gegenwärtig: Machtmissbrauch, Manipulation und die Unterwerfung des Individuums werden nicht als historische Phänomene erzählt, sondern als bedrohliche Möglichkeiten, die jederzeit wieder Wirklichkeit werden können.

Die musikalische Leitung übernimmt David Preil, Erster Kapellmeister am Landestheater Coburg. Bühne und Video entwirft Ivan Bazak, die Kostüme gestaltet Aurel Lenfert. Paul Hauptmeier und Martin Recker sind für die Realisierung der Elektronik verantwortlich. Chordirektor Ben Köster übernimmt die Choreinstudierung, die Dramaturgie liegt bei André Sievers.

"Caligari" ist ein Auftragswerk des Landestheaters Coburg und wird von der Ernst von Siemens Musikstiftung gefördert. Ein herzlicher Dank gilt Herrn Thomas Knoll (Coburg) für seine wertvolle Unterstützung der Produktion "Caligari" sowie dem Theaterkreis Coburg für die finanzielle Unterstützung zum Erwerb des im Stück benötigten Marimbaphons.

Tickets sind online unter www.landestheater-coburg.de, an den bekannten Vorverkaufsstellen sowie an der Theaterkasse im GLOBE Coburg erhältlich.

Bei diesem Text handelt es sich um eine Pressemitteilung. 

Vorschaubild: © Daniel Karmann/dpa