Adelheid Frankenberger sieht ein wenig müde aus - müde und doch zufrieden. Sonntagmorgen auf der Waldbühne Heldritt: Am Nachmittag noch eine Vorstellung von "Kiss Me, Kate" - dann ist auch die 19. Saison der "Coburger Sommeroperette" Geschichte. Und die erste Bilanz fällt aus Sicht der Vorsitzenden insgesamt positiv aus.

Rund 7200 Besucher werden laut Frankenberger in diesem Jahr die insgesamt 13 Vorstellungen von "Kiss Me, Kate" besucht haben. Angesichts der wechselhaften Wetterbedingungen ist das nach ihrer Einschätzung ein gutes Ergebnis.

Hinzu kommen insgesamt weitere fast 1100 Gäste bei der sonntäglichen Kollo-Matinee vor einer Woche und bei der Altstadt-Serenade in Bad Rodach.
Die Matinee "Kol(l)ossal" sei mit rund 730 Besuchern gar die erfolgreichste ihrer inzwischen knapp sechsjährigen Amtszeit, freut sich die Vorsitzende: "Dieser Besuch war sehr erstaunlich - wir waren positiv überrascht."

Der "Frankl-Faktor" wirkt

Dabei bewies wohl auch der Name Kollo seine ungebrochene Anziehungskraft - verstärkt durch den "Frankl-Faktor". Denn Claus J. Frankl, der diese Matinee konzipiert und moderiert hat und der "Sommeroperette" seit vielen Jahren verbunden ist, "macht eine sagenhafte Arbeit", lobt Frankenberger.

Derweil ist die Altstadt-Serenade in Bad Rodach auf dem besten Wege, sich endgültig zu etablieren. Rund 350 Zuhörer verzeichnete das Konzert auf dem Platz vor dem ehemaligen Jagdschloss in diesem Jahr.

"Die Zirkusprinzessin" kommt

Matinee und Serenade werden auch in der nächsten Saison wieder zum Programm der "Sommeroperette" zählen, wenn das 20-jährige Bestehen gefeiert wird. Voraussichtlich wird Robert Stolz im Mittelpunkt der Matinee stehen. Im Zentrum der nächsten Spielzeit: die Neuinszenierung von Emmerich Kálmáns Operette "Die Zirkusprinzessin". Regie führen wird dabei Thomas Mittmann, der sich im vergangenen Jahr mit der Inszenierung von "Gasparone" bereits erstmals auf der Waldbühne vorstellte. Das Bühnenbild dazu wird wiederum Frieder Klein gestalten. Das Konzept dazu steht schon fest, wie Frankenberger verrät. Reichlich Zirkusatmosphäre soll es dabei geben. Und das Orchester, das ansonsten im Orchesterpavillon thront, soll mitten auf der Bühne sitzen und direkt in das Geschehen eingebunden werden.

Wiedersehen auf der Waldbühne

Künstlernamen auf der Besetzungsliste der "Zirkusprinzessin" will Frankenberger jetzt noch nicht verraten - weil zwar schon mündliche Absprachen bestünden, die Verträge aber noch nicht unterschrieben seien. Nur so viel: Das Wiederhören mit dem einen oder anderen bereits auf der Waldbühne bekannten Künstler werde es geben.
Auch in Zukunft soll das klassische Musical neben der Operette in den Planungen eine Rolle spielen. "Hello, Dolly" und "Anatevka" könnte sich Frankenberger auf der Waldbühne in den nächsten Jahren vorstellen.


Zahlen und Fakten zur "Coburger Sommeroperette"


Ausblick 2014 feiert die "Coburger Sommeroperette" ihr 20-jähriges Bestehen. Als Neuinszenierung feiert Emmerich Kálmáns "Zirkusprinzessin" Mitte August Premiere.

Etat Rund 220.000 Euro betrug in diesem Jahr der Etat der "Sommeroperette" nach Auskunft von Schatzmeisterin Ingrid Kuschbert. Rund 60 bis 65 Prozent von Etat sind ihrer Einschätzung nach durch Eintrittsgelder zu erlösen. Der Rest wird durch Sponsoren (allen voran die HUK Coburg) und Zuschüsse gedeckt. In diesem Jahr kamen 50.000 Euro aus dem Kulturfonds Bayern.