Verschärft die Ausweisung des Baugebiets "Gais äcker" die Hochwassersituation entlang des Fröschengrabens? Ja, meinen mehrere Anlieger. Nein, sagen die Gemeinderäte. Und so wurde der Entwurf zum Bebauungsplan samt Grünordnung in der jüngsten Sitzung einstimmig genehmigt.


Rückstau bis zur Kreisstraße


Einige Familien hatte n ihre Sorgen und Ängste vorgebracht und dem Vorhaben widersprochen, das im neuen Baugebiet anfallende Oberflächenwasser in den Fröschengraben einzuleiten. Es sei allgemein bekannt, dass es jetzt schon bei Starkregen zu Problemen durch die Verrohrung des Fröschengrabens komme, so die Anlieger.
Bei einem hohen Wasserstand der Lauter am Ende der Verrohrung könne der Fröschengraben nicht ungehindert abfließen, hieß es in den Stellungnahmen. Die Folge seien ein Rückstau bis zur Kreisstraße CO 17 sowie Überschwemmungen in der Meederer Straße und im Glender Weg.

Zusätzliche Schwierigkeiten bereiten nach Überzeugung der Anlieger die Abflüsse vor dem Anwesen Vogelsmühle sowie der dortige Straßengully. Diese Plätze würden bei Starkregen innerhalb kürzester Zeit unter Wasser stehen. Ebenso verhalte es sich beim Grundstück Kümpel, da auch hier das Wasser nicht richtig in den Kanal abfließen könne und es so zum Austritt von Schmutzwasser komme.

Die Anlieger forderten die Gemeinde auf, die Anregungen zu prüfen. Ihre Bedenken dürften nicht hinter den Belangen der Gemeinde zurückstehen.


"Situation wird sich verbesern"


Bürgermeister Sebastian Strau bel (CSU) ließ wissen, dass die angesprochenen Probleme der Gemeinde bekannt seien. "Die Situation wird sich verbessern und nicht verschlechtern", prognostizierte er. Die Lösung der geschilderten Abflussprobleme bei Starkregen sei auch nicht primär Sache des Bebauungsplanes. Das Wasserwirtschaftsamt Kronach sehe die geplante Entwässerung des Baugebietes "Gaisäcker" als nicht problematisch an. Unabhängig davon werde die Gemeinde die Möglichkeiten zur Entlastung der Lauter prüfen.

Als Lösung für das Baugebiet ist vorgesehen, die das anfallende Oberflächenwasser vor der Weiterleitung in die Vorfluter über ein System von Rückhaltebecken zu puffern. Eine Dimensionierung der Kanäle über das für das Baugebiet erforderlich Volumen hinaus könnte noch im Zuge der Erschließungsplanung berücksichtigt werden. Ziel sei, die Abflusssituation für die Unterlieger nicht weiter zu verschärfen.


Langfristig wird gespart


Einstimmig beschloss das Gremium, einer Studie folgend, das Abwasser des Gemeindeteils Rottenbach über eine zentrale Entwässerung der Kläranlage Coburg zuzuführen. Diese Variante wurde als die wirtschaftlichste bezeichnet, da nur laufende jährliche Kosten von rund 4000 Euro anfallen. Bei den anderen Varianten wären es 15 000 pro Jahr gewesen. Für diese langfristige Einsparung wurden sogar höhere Investitionen von 341 000 Euro akzeptiert.

Grünes Licht gab der Gemeinderat für die Aufstellung des Bebauungsplans "Eichholz" mit integriertem Grünordnungsplan in Neukirchen. Die frühzeitige Beteiligung wird in die Wege geleitet. Hier sind nur Einfamilienwohnhäuser zugelassen. Ausgleichsflächen sind reichlich vorhanden.

Beschlussmäßig wurden Daniel Schreiber zum Kassenverwalter und Tobias Vater zu seinem Stellvertreter ernannt. Die Eheleute Sven und Stephanie Gratz dürfen in Unterlauter ein Einfamilienwohnhaus bauen.