Was in Geschäften, Supermärkten oder Discountern bei Zahlungen längst etabliert ist, gibt es nun auch in der Morizkirche. Dort können Besucher seit einigen Tagen bargeldlos mittels einer Bank- oder Kreditkarte Geld einzahlen. An einem Terminal, der sich hinter dem Haupteingang in der Kirche links befindet, wird den Besuchern dieser neue Service angeboten. Die Spenden aus dem neuen "elektronischen Opferstock" kommen dem Projekt "Orgel Morizkirche" zugute.
Wie Patricia Goldbach-Keim, Fundraiserin im evangelisch-lutherischen Dekanat Coburg am Dienstag erklärte, ist die Morizkirche in Bayern der einzige Stützpunkt dieses neuen Angebotes. Zunächst soll die moderne Art des Spendens für eine Testphase von einem Jahr angeboten werden. Bereits jetzt schon werden laut Goldbach-Keim Erfolge verzeichnet: "Wir haben den Terminal vor zwei Wochen in Betrieb genommen, auch ohne Werbung ist bereits Geld eingezahlt worden."
Der Terminal ist diebstahlsicher in der Kirche installiert, wie im Supermarkt laufen Anschluss und Nutzung über WLAN. Natürlich können die Kirchgänger wie bisher die Münzen und Scheine in die Spendenbehälter werfen. "Wir freuen uns, dass wir nun multiple Möglichkeiten des Spendens anbieten können", so Goldbach-Keim. Schließlich habe man nicht immer das passende Kleingeld griffbereit zu Hand, weiß sie. Gäste aus dem Ausland seien zudem daran gewöhnt, Zahlungen sowie auch Spenden bargeldlos abzuwickeln.
Bei Beträgen über 200 Euro erhalte der Einzahler zudem eine Quittung, die er bei der Steuer geltend machen könne. Für Rainer Mattern, Geschäftsführer der Gesamtkirchengemeinde, ist dies ein fortschrittlicher Weg. "Mit der Digitalisierung hat sich auch die Zahlungskultur geändert und darauf wird reagiert." Für Dekan Stefan Kirchberger von der Kirchengemeinde St.Moriz gehört zum Spenden auch ein Taktgefühl. " Offene Spendenkörbe halte ich für grenzwertig. Hier bleibt die Anonymität gewahrt. "


Maßnahme kostet 140 000 Euro

Die Spenden sollen zur Erweiterung der Orgel in der Morizkirche verwendet werden. Diese stammt aus dem Jahr 1989 und zählt laut dem Kirchenmusikdirektor Peter Stenglein zu den herausragendsten in Oberfranken. Allerdings hätten sich durch die Renovierungsarbeiten in der Kirche die Akustik und den Klang des Instrumentes verändert. "Die hohen Frequenzen werden stärker bevorzugt, der Bassbereich ist mittlerweile zu schwach." Um das Problem zu lösen, sollen tiefere Basisregister eingebaut werden und die Orgel somit um eine stabile tragfähige Basis erweitert werden. "Der Klang wird dadurch runder, weicher und steht auf einem besseren Fundament", so Stenglein.
Ungefähr 140 000 Euro, so Stenglein, kostet diese technisch aufwendige Maßnahme. Für Mattern eine gute und wichtige Investition, schließlich spiele Kirchenmusik in der Morizkirche eine bedeutende Rolle.
Die Möglichkeit, am elektronischen Opferstock bargeldlos Geld einzuzahlen, besteht während der Öffnungszeiten der Kirche von 9 bis 18 Uhr und an Abendveranstaltungen.