Das Schlossplatzfest hatte es in seinen Anfangsjahren nicht leicht. So musste es immer wieder mit schlechtem Wetter kämpfen. Weil das Fest zunächst nur drei Tage dauerte, verhagelte bereits ein Regentag gehörig das Geschäft. Doch zum Glück ließen sich die Gastronomen von Petrus' oft schlechter Laune nicht beirren, blieben tapfer und weiteten das Fest lieber auf fünf Tage aus, um das Risiko zu schmälern.

Aber auch gegen Kritik, dass Speisen und Getränke viel zu teuer seien, musste das Fest lange ankämpfen. Ein halber Liter Scheidmantel für fünf D-Mark? Das war in den 80er Jahren in der Tat nicht wenig. Andererseits wurde auch schon damals sehr viel dafür geboten: ein umfangreiches Musik- und Showprogramm, und das bei freiem Eintritt. Aber, trotzdem: 1989 gipfelte der Kommerz- und Wucher-Vorwurf in einem "Anti-Schlossplatzfest", das am damaligen Bürgerhaus in der Mohrenstraße 3 gefeiert wurde - Motto: "Kultur statt Kommerz". Veranstalter waren seinerzeit die Initiativen Anti-AKW/Friedensbüro und die linke "Statt-Zeitung".

"Hohe Preise, plattes Programm"

In der Einladung hieß es: "Das Schlossplatzfest, das mittlerweile eine feste Einrichtung geworden ist, gab in den letzten Jahren zu Kritik Anlass. Ob es sich nun um die hoch angesetzten Preise, das platte Programm oder vor allem um die Unmengen von Müll (Plastikbecher, -teller und -besteck) handelt. Gemütlich feiern kann bei dieser Art von Veranstaltung der Szene-Mensch wohl kaum."

Interessant aber: Bei diesem "Szene-" oder "Anti-Schlossplatzfest" gab es Musik und Kabarett sowie Speisen und Getränke zu günstigen Preisen. Aber: Es musste Eintritt bezahlt werden!

Aber noch einmal zum Müll-Vorwurf der Gegner: Die Mehrweg-Verordnung machte den Gastronomen des Schlossplatzfests in der Tat eines Tages zu schaffen. Plötzlich durfte kein Einweggeschirr mehr verwendet werden - aber für Mehrweggeschirr fehlte noch völlig die Logistik. "Wir haben dann mehrmals am Abend das schmutzige Geschirr in die Lokale gefahren, um sie dort abzuwaschen", erinnert sich Wolfgang Schubart, der einzige Gastronom, der von Anfang an bis heute dabei ist. Inzwischen steht übrigens in jedem Küchenzelt eine Spülmaschine.

Verändert haben sich im Laufe der 30 Jahre auch die Bühnen. Sowohl, was deren Ausstattung (mit Dach, ohne Dach - niedrig, hoch) betrifft, als auch die Anzahl. Lange Zeit war etwa die "Bardenbühne" sehr beliebt, die an der Ehrenburg/Richtung Herrngasse stand. Doch letztlich war es auch ein akustisches Problem, dass sich drei Bühnenprogramme gegenseitig in die Quere kamen. So beschränkte man sich auf eine Musik- und eine Showbühne. Anfang der 2000er Jahre wurde aber auch ein Mal auf die Showbühne verzichtete: Es hagelte Proteste, diese Entscheidung konnte niemand nachvollziehen!

Fast so schön wie Weihnachten

Für die vielen Tanzgruppen ist beim Schlossplatzfest doch "der Auftritt des Jahres". Im folgenden Jahr gab es die Showbühne wieder. Allen voran Ramona Scholz, die seit Anfang an mit ihren Tanzgruppen beim Schlossplatzfest dabei ist, atmete tief durch. Ramona Scholz ist ohnehin einer der größten Fans von "Nordbayerns Gourmet-Party". Sie sagt: "Das schönste Fest im Jahr für mich ist Weihnachten - aber gleich danach kommt das Schlossplatzfest!"

Ebenfalls ein einmaliger Versuch blieb es, das Fest auf die Arkaden auszuweiten. Ja, dort ist es wunderschön - aber eigentlich schlendert man dort doch lieber mal zwischendurch hin und genießt etwas abseits des Trubels von oben den faszinierenden Blick auf den beleuchteten Schlossplatz.

Und dann muss in diesem Rückblick noch die Sache mit einem echten Weltstar erwähnt werden: 1989 trat Karel Gott beim Schlossplatzfest auf. Das Tageblatt berichtete damals wie folgt: "Goldene Stimme zog Massen an - Mit seinen Hits wie ,Ich sing für Dich", ,Lady Carneval' und ,Um die ganze Welt' eröffnete der Star aus der CSSR sein Programm." Wenige Jahre später war die CSSR bereits Geschichte - das Schlossplatzfest bestand fort. Bis heute.