In Oberfranken fielen sieben Wildtiere offenbar einem Wolf zum Opfer. Das Bayerische Landesamt für Umweltschutz bestätigte den Tod der Tiere und geht davon aus, dass es sich bei dem Angreifer um einen großen Beutegreifer handelt.
Sieben Tiere sind bei einem Angriff in einem Wildgehege in Betzenstein (Landkreis Bayreuth) gerissen worden. Die Spuren deuten auf einen oder mehrere Wölfe hin, wie das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) am Montag (1. März 2021) mitteilte. Experten hätten das Gehege begutachtet und genetische Proben genommen. Ob es tatsächlich ein Wolfsangriff war, werde die Analyse der Proben zeigen. "Die Risspuren an den getöteten Tieren lassen die Beteiligung eines großen Beutegreifers vermuten", heißt es auf Nachfrage von inFranken.de.
Ein Wildtierhalter fand am Samstag (27. Februar 2021) drei Rothirsche und vier Wildschafe, sogenannte Mufflons, tot in ihrem Gehege. Einige Tiere konnten bei dem Angriff fliehen. Experten vermuten, dass Wölfe aus dem Rudel im Veldensteiner Forst in das Gehege eindrangen.
Wildtiergehege war nicht gegen Wölfe geschützt
Das Gehege war nicht speziell gegen Wölfe geschützt, betonte eine Sprecherin der Behörde. Der Halter habe auch keinen Antrag für einen speziellen Zaun gestellt, obwohl die Material- und Montagekosten in dem Gebiet normalerweise komplett von den Behörden übernommen werden. Sollte tatsächlich ein Wolf die Tiere gerissen haben, kompensiere der Freistaat auch die Kosten für die Schäden.
In Bayern gibt es in acht Regionen standorttreue Wölfe beziehungsweise Wolfsrudel. Zudem werden fast wöchentlich auch anderenorts einzelne Wölfe nachgewiesen, darunter zuletzt Anfang Februar in den Landkreisen Amberg-Sulzbach und Neustadt an der Waldnaab. Laut LfU sind das zumeist durchwandernde Tiere, die ihre elterlichen Rudel verlassen haben und auf der Suche nach einem eigenen Gebiet sind. Im Nürnberger Land wurde vor wenigen Wochen ebenfalls ein Wolf gesichtet. Das Tier lief am hellichten Tag mitten durch das Dorf, ein Anwohner filmte den Wolf dabei.
red/dpa