Die Bundesliga-Basketballer von Medi Bayreuth haben es am Karsamstag versäumt, weitere zwei Punkte zur Absicherung des 4. Tabellenplatzes gegenüber der Konkurrenz aus Bonn und Berlin einzusammeln: Bei den EWE Baskets Oldenburg mussten sich die Korner-Schützlinge vor 6000 Zuschauern (ausverkauft) am 31. Spieltag nach ausgeglichener erster Halbzeit am Ende noch deutlich mit 64:83 (32:34) geschlagen geben.

"Wir müssen besser und konzentrierter als zu Spielbeginn starten, unsere zweiten Chancen nutzen und dürfen uns vor allem nicht mehr so viele Turnovers leisten", hatte Bayreuths Trainer Raoul Korner in der Halbzeitpause von seinem Team gefordert - wurde aber ganz offensichtlich nicht "erhört".

Denn der Start nach dem Seitenwechsel gehörte ganz den Hausherren, die mit viel Energie aus der Kabine kamen, allen voran der 34-jährige Routinier Rickey Paulding. Die Oldenburger Basketball-Ikone, die nach ihrem 390. Bundesliga-Spiel für ihr zehnjähriges Vereinsjubiläum geehrt und mit einem neuen Zweijahresvertrag ausgestattet wurde, markierte sechs ihrer am Ende 16 Zähler in Folge. Wenig später sorgte Frantz Massenat für die erste zweistellige Führung der Oldenburger (44:34, 25.), die diese kontinuierlich weiter auszubauen verstanden. Mit 26:13 ging schließlich der dritte Spielabschnitt an die Huntestädter, die somit vor dem letzten Viertel bereits beruhigend mit 60:45 (30.) in Führung lagen. "Wir waren bis zur Halbzeit gut dabei und haben gerade in der Defensive ordentliche Arbeit gemacht. Offensiv haben wir aber die ganze Partie über nicht ins Spiel gefunden und wir konnten nicht unser Spiel aufziehen. Die Niederlage geht in der Höhe auch in Ordnung, denn wir waren nicht als Mannschaft auf dem Feld. Wir haben den Gegner nicht laufen lassen, wie wir es können, wir haben zu viele überhastete Würfe genommen und zu viel Eins-gegen-Eins gespielt. Das können wir besser", sagte Medi-Center Andreas Seiferth, Bayreuther Topscorer der Partie mit zwölf Punkten, selbstkritisch.

Und in der Tat, an eine Aufholjagd in den letzten zehn Minuten war unter diesen Voraussetzungen nicht zu denken: Mit einer Wurfquote von insgesamt nur 36,5 Prozent sowie 19 (!) Ballverlusten gegenüber einem Saisonschnitt von 12,9 war den leidenschaftlich um einen Platz in den Play-Offs kämpfenden Niedersachsen an diesem Abend nicht beizukommen.

Zudem konnten die Wagnerstädter Brian Qvale nicht stoppen. Der Ex-Bayreuther kam immer wieder zu leichten Abschlüssen und verwandelte neun seiner zwölf Würfe zu am Ende 21 Punkten. Neben dem Centerspieler gab Chris Kramer die Schlagzahl bei den Oldenburgern vor. Immer wieder ging der Shooting Guard mit viel Kraft und Einsatz zu Werke und war, was auch seine Statistik von sechs Punkten, elf Rebounds und neun Assists eindrucksvoll belegt, nahezu an jeder Aktion beteiligt.


Trainerstimmen

Raoul Korner (Medi Bayreuth): "Bis zur Halbzeit haben wir einen ganz guten Job gemacht, das Spiel eng zu halten. Wir haben in der Defensive unsere Arbeit erledigt. Im dritten Viertel sind wir in einen Modus verfallen, der uns in letzter Zeit öfter passiert: Wir haben aufgehört Team-Basketball zu spielen. Wir bewegen den Ball nicht, spielen Hero Ball. In dem Moment, wo wir aufhören als Mannschaft zu spielen, sind wir nicht mehr als ein durchschnittliches Team. Das ist nicht der Grund dafür, dass wir auf Platz 4 stehen. Wir stehen auf Platz 4, weil wir ein starkes Kollektiv sind. Da müssen wir wieder hinkommen."

Mladen Drijencic (EWE Baskets Oldenburg): "Ich denke, jeder kann nachvollziehen, unter welchem Druck wir standen und auch noch weiterhin stehen. Das könnte vielleicht das letzte Heimspiel in dieser Saison gewesen sein. Dieser Sieg heute gegen Bayreuth, ist der Grundstein dafür, dass wir weiterhin im Rennen um die Playoff-Plätze dabei sind. In der ersten Halbzeit waren einige Spieler nervös und konnten nicht ihre volle Leistung abrufen. In der zweiten Hälfte haben sich die Jungs deutlich gesteigert und den Ball besser bewegt. Es ist extrem wichtig für uns, dass die Achse Kramer, Paulding und Qvale funktioniert, damit wir als Mannschaft gut spielen können. Frantz Massenat hat heute endlich mal gezeigt, was er kann. Nun wollen wir diese Effektivität, diesen Stil in den letzten drei Spielen in fremder Halle zeigen."


EWE Baskets Oldenburg - Medi Bayreuth 83:64 (18:16, 16:16, 26:13, 23:19)
EWE Baskets Oldenburg: Qvale (21 Punkte), Paulding (16), Schwethelm (11/3 Dreier), Massenat (11/2), de Zeeuw (9/1), Duggins (7/1), Kramer (6), Kramer (1), Lockhart (1), Mädrich, Wimberg.
Medi Bayreuth: Seiferth (12), Lewis (11/2), Brooks (11/1), Wachalski (6/2), Amaize (6/1), Marei (6), Linhart (6), Anderson (6), Doreth, Gonzalvez.