Laden...
Bayreuth
Diskriminierung

Schwerer Vorwurf gegen Disko "Breakout": Zweiter Bürgermeister spricht von Rassismus

Die Bayreuther Disko "Breakout" hat auf ihrer Homepage ihre Einlass-Kriterien veröffentlicht. Der Zweite Bürgermeister der Stadt nennt sie rassistisch. Mittlerweile hat der Betreiber reagiert: Der kontroverse Absatz ist von der Website gelöscht.
Artikel drucken Artikel einbetten
Der Zweite Bürgermeister der Stadt Bayreuth erhebt einen schweren Rassismus-Vorwurf gegen die Disko "Breakout". Symbolfoto: Life-Of-Pix/Pixabay.com
+1 Bild

Rassismus-Vorwurf gegen Bayreuther Disko: Der Club "Breakout" steht aktuell in der Kritik. Grund dafür sind auf der Website veröffentlichte Einlass-Regularien, in denen unter anderem steht, dass nur "ein gewisser Prozentsatz an bestimmten Ausländern" Zutritt gewährt werden soll.

Dort stand: "Das Breakout ist keineswegs ausländerfeindlich. Da aber die Schwierigkeiten und Auseinandersetzungen zwischen bestimmten Ausländergruppen stets negative Auswirkungen haben, wird am Abend nur einem gewissen Prozentsatz an bestimmten Ausländern der Einlass gewährt und der Ausweis während des Aufenthalts bei der Security aufbewahrt".

Diese Passage war für kurze Zeit auf der Website des Bayreuther Clubs "Breakout" zu finden. Mittlerweile wurde sie gelöscht.

Politiker aus Bayreuth bittet Disko "Breakout" um Stellungnahme

Öffentliche Kritik kommt von Andreas Zippel (SPD), dem Zweiten Bürgermeister der Stadt Bayreuth: "Das Ziel, das seitens des Clubs verfolgt wird, Auseinandersetzungen zu verhindern, ist legitim. Das Mittel ist allerdings falsch gewählt". Deswegen hat er dem Club eine E-Mail mit Bitte um Stellungnahme geschickt. "Ich würde einfach gerne verstehen, was dahinter steckt", erklärt Zippel.

Die "stattgefundenen Pauschalisierungen" will Andreas Zippel nicht stehenlassen: "Ich würde mir erhoffen, dass sich der Club-Besitzer überlegt: Wie kann ich weniger pauschalisierend gegen Konflikte in meinem Club vorgehen?"

Dennoch möchte der Zweite Bürgermeister klarstellen: "Wenn sich eine Person im Club einer anderen Person aufdrängt, dann ist die Person als einzelne scheiße". Deshalb solle man aber nicht eine ganze Gruppe verurteilen, so Zippel. 

"Das ist Rassismus" - Club lässt Frist verstreichen

Mit dem Wort "Rassismus" war Zippel zunächst zurückhaltend. Er habe das Gefühl, dass es oft die Diskussion verunsachlicht: "Die Bereitschaft, zu diskutieren, sinkt oft". Kurze Zeit nach dem Interview meldete sich Zippel allerdings erneut bei inFranken.de.: "Ich habe nochmal darüber nachgedacht: Ja, es ist Rassismus. Spätestens wenn in meiner Beurteilung die Nationalität oder Ethnie eine Rolle spielt". 

Das "Breakout" wollte sich dazu nicht äußern. inFranken.de hat dem Club fünf Tage Zeit gegeben, um auf die schweren Vorwürfe mit einer Stellungnahme zu reagieren. Diese Frist hat der Club verstreichen lassen.

Zippel hat eine kurze Antwort bekommen, die aus seiner Sicht allerdings unzufriedenstellend war. Deswegen hat er die Betreiber der Disko "Breakout" in Bayreuth an den runden Tisch der Clubbetreiber eingeladen, um den Rassismus-Vorwurf dort intern zu diskutieren.