• Bayreuth: Bäckerei-Kette kämpft mit Personalmangel
  • Brunner Bäcker muss eine Filiale vorübergehend schließen
  • Klare Ursache entstehender Lücken: "Uns fehlt der Nachwuchs"
  • Problem bei Personalsuche: Beruf sei "zu wenig attraktiv"

Seit dem 14. September standen Kund*innen der Brunner-Bäcker-Filiale in der Friedrich-von-Schiller-Straße in Bayreuth vor verschlossener Tür. Erst am Montag (04. Oktober 2021) konnte das Fachgeschäft wieder öffnen. Der Grund: ein akuter Personalmangel und einige Ausfälle unter den Mitarbeitenden in Bayreuth.

Brunner Bäcker: Personal fehlt im ganzen Verkaufsgebiet Bayreuth

"Das Problem haben wir im ganzen Verkaufsgebiet Bayreuth. Dann mussten wir überlegen und schauen, welche Filiale für eine Schließung infrage kommt", erklärt Petra Zimmert, zuständig für die Organisation, inFranken.de. Die Angestellten des Fachgeschäfts unterstützten dann in den anderen Filialen, um dort den Mangel an Personal auszugleichen.

"Es ist ein stetiges Problem, dass einfach kein Nachwuchs da ist. Und wenn dann das bestehende Team ausfällt, bleibt einem irgendwann kein anderer Schritt mehr", bedauert Zimmert. "Ich bin seit über 25 Jahren in dem Beruf. Früher hatten wir in einem Lehrjahr 30 Azubis allein im Verkauf. Jetzt haben wir vielleicht zehn auf alle drei Lehrjahre verteilt."

Eine baldige Änderung am Personalmangel hält sie für unwahrscheinlich. "Es ist kein Ende in Sicht. Ich glaube nicht, dass wir in fünf Jahren ein Heer an Azubis haben werden, die alle Bäckereifachverkäuferinnen werden wollen", bedauert Zimmert. Verkäuferinnen deshalb, weil der Beruf immer noch hauptsächlich von Frauen geprägt sei.

Nachwuchs-Problem: Ausfall junger Mütter kann nicht ausgeglichen werden

"Die natürliche Fluktuation aufgrund dessen, dass junge Frauen eine Auszeit brauchen, um ihre Familienplanung durchzuführen, findet statt, obwohl wir mittlerweile auch viele Männer dabei haben", erläutert sie eine weitere Problematik des Personalmangels. "Die kommen dann für mindestens ein Jahr nicht in die Arbeit. Und wenn bei uns kein Nachwuchs da ist, können wir diese Lücken nicht ausgleichen", erklärt Zimmert.

Die Ursache des ausbleibenden Nachwuchses kann sie schwer nachvollziehen. "Es ist einfach zu wenig attraktiv, denke ich. Obwohl wir wirklich Welten bewegen. Es ist ein krisensicherer Job, es sind tolle Teams, man ist in einem lebendigen Beruf. Man hat eine gewisse Verantwortung, schließlich verkauft man Lebensmittel an Kunden, die sich davon ernähren", erklärt Zimmert.

"Es findet ein großer Teil an Beratung an der Bäckertheke statt, auch an seelischer Beratung. Wir haben Kunden, die kommen zwei- oder dreimal am Tag, und für viele waren wir während Corona auch die einzigen Ansprechpartner, die einzigen, die sie überhaupt gesehen haben. Das war der tägliche Einkauf", sinniert sie über die Rolle der Bäckereifachverkäufer*innen. "Es ist eigentlich ein toller Beruf."

Ähnlich geht es der Bayreuther Bäckerei Nitschke. Weil sie nicht genügend Personal hat, bleiben ihre drei Filialen montags seit Mitte September zu. Die Branche hat akute Nachwuchssorgen. "In Bayreuth gibt es keinen einzigen Lehrling", beklagt Bäckermeister Stefan Nitschke.