Das Steintor bei Bischofsgrün fasziniert Gäste und Einheimische gleichermaßen. Warum gerade diese Mischung aus Mythos und Wahrheit seinen besonderen Reiz ausmacht.
Wer auf der B303 unterwegs ist, entdeckt kurz hinter dem Hotel Kaiseralm, unterhalb der Höhenklinik, eine ungewöhnliche Formation aus Granitblöcken. Frei zugänglich und scheinbar uralt, wirkt das Tor wie ein Relikt aus längst vergangenen Zeiten. Kein Wunder also, dass sich Geschichten darum ranken. Wilhelm Zapf von der Tourismusinformation Bischofsgrün greift diese Stimmung bei Führungen gerne auf: Er spricht zunächst von einer "mystischen Vergangenheit der seit tausend Jahren bestehenden Struktur" - nur um den Zuhörern gleich darauf schmunzelnd die Illusion zu nehmen. Denn die Wahrheit ist deutlich weniger geheimnisvoll.
Tatsächlich entstand das Bauwerk erst vor rund 25 Jahren. "Da wurde die Straße neu gemacht, da musste Granit entfernt werden, um die Straße neu bauen zu können" erklärt Zapf im Gespräch gegenüber inFranken.de. Anstatt die massiven Steinblöcke zu entsorgen, habe die Baufirma die Idee gehabt, die entfernten Steinblöcke als Tor aufzustapeln. Im Landkreis Bamberg gibt es ein weiteres fränkisches Stonehenge: Es ist ein beliebter Fotospot.
Warum das Steintor Besucher fasziniert
Trotz seiner vergleichsweise jungen Geschichte übe das Steintor eine erstaunliche Anziehungskraft aus. Zapf berichtet, dass Besucher ihm erzählen: „Wenn man vorbeifährt, ist man im Fichtelgebirge angekommen". Für viele markiere das Bauwerk symbolisch den Eintritt in die Region. Andere suchen den Ort bewusst auf, um die besondere Atmosphäre zu erleben. Manche "würden auch regelmäßig hingehen und empfinden die Mystik vergangener Zeiten. Selbst dann, wenn sie längst wissen, dass das Tor keine jahrhundertealte Geschichte hat."
Auch in der öffentlichen Darstellung wird dem Steintor eine tiefere Bedeutung zugeschrieben. In einem Facebook-Beitrag heißt es: "Dieses beeindruckende Bauwerk ist weit mehr als nur ein schöner Blickfang. Es symbolisiert ein sogenanntes Bergwerksmundloch". Damit steht das Tor symbolisch für die Bergbaugeschichte der Region. Der Beitrag betont: "Es hält die harte Arbeit der Generationen vor uns lebendig" und ehre so die Wurzeln im Fichtelgebirge. Egal ob Sommerrodelbahnen, Thermen oder surfen gehen, das Fichtelgebirge bietet vielfältige Ausflugsmöglichkeiten.