Es gibt wohl kaum einen bekannteren Treffpunkt in Bamberg als das Café Rondo am Schönleinsplatz. Der leckere Kaffee, die Atmosphäre, die Menschen, die man dort trifft - das alles lockt einen gerne dorthin. In Corona-Zeiten mit Lockdown, der sich ab heute noch mal verschärfen wird, ist ein solch belebter Ort allerdings schwierig in Einklang zu bringen mit den derzeit geltenden Kontaktbeschränkungen.

So schreibt ein Leser, dass er am Samstagabend unterwegs war und am Rondo viele Menschen gesehen hat, die dort Kaffee "To Go" im Stehen vor dem Café tranken. "Da macht man sich so seine Gedanken." Sind dort zu viele Menschen auf einem Haufen? Wird womöglich gegen Kontaktbeschränkungen verstoßen?

Was ist vor der Tür los?

Bei der Stadt hatte es vor ein paar Wochen schon Beschwerden und Hinweise wegen der Situation am Rondo gegeben, erklärt Stadtsprecher Steffen Schützwohl. Daraufhin sei von der Stadt auch ein Gespräch mit dem Betreiber geführt worden. "Er wurde für die Problematik sensibilisiert." Denn ganz aus der Pflicht lässt die Stadt Gastronomen generell nicht: Ein Betreiber müsse auch schauen, was vor seiner Tür los sei, sagt Schützwohl.

Der Betreiber des Café Rondo, Franco Rubiu, ist bemüht. Im Lockdown sei weniger los als sonst - höchstens am Sonntag bei schönem Wetter kämen mal mehr Kunden, sagt er. Und die meisten holten ihren Kaffee und gingen wieder, nur wenige würden vor dem Rondo stehen bleiben. "Wir sagen den Leuten auch, sie sollen weitergehen." Auf einem deutlich sichtbaren Plakat vor der Tür wird auf die Maskenpflicht, die in diesem Bereich gilt, hingewiesen. Und im Café, das jeweils nur eine Person betreten darf, steht auf einem Schild auf dem Tresen der unmissverständliche Hinweis, dass der Kaffee mitgenommen werden soll. Der Eindruck vieler Menschen am Rondo entsteht mitunter auch dadurch, weil viele Kunden mit Abstand anstehen, um einen Kaffee zu holen, das hat auch Schützwohl beobachtet. Und Rubiu selbst meint, dass darüber hinaus Fußgänger an der roten Ampel vor dem Rondo warteten, die wohl von vielen als Kunden wahrgenommen würden.

Muss die Polizei kontrollieren?

Und freilich: Es stehen auch immer wieder Menschen am Café mit Heißgetränk in der Hand. Rubiu sagt, er könne die Leute nicht mit Gewalt vertreiben. Es handelt sich um einen öffentlichen Platz. Muss also das Ordnungsamt oder die Polizei stärker kontrollieren? Laut Schützwohl hat die Polizei bereits kontrolliert und klar ist: "Die Leute unterliegen der Kontaktbeschränkung, es ist nicht erlaubt, dass sich Menschengruppen treffen." Das heißt: Weiterhin gilt, dass nur zwei Haushalte zusammenkommen dürfen mit maximal fünf Personen - auch beim Kaffee "To Go".

Längeres öffentliches Verweilen ist ab heute zwar ohnehin nicht erwünscht. Die Frage, die Schützwohl aber in den Raum stellt: Wie weit weg ist "To Go"? Zehn Meter, 100 Meter? Die Auffassungen sind verschieden: Manuela R. findet auf der Facebookseite des Fränkischen Tags, dass es zu nah ist, wenn manche gegenüber auf der Bank ihren Kaffee trinken. Andreas R. schreibt dagegen: "Die Läden sind auch voll bis zum Anschlag, da ist wenigstens frische Luft."

Weitere Facebook-Stimmen

Kerstin K.: "Ich glaube, darüber spricht aktuell halb Bamberg! Ich sehe es auch kritisch, wie dicht und wie viele da rum stehen, wo es doch bei anderen To-Go-Sachen heißt, dass es nicht vor der Tür (oder wie bei MC Donalds auf dem Parkplatz) verspeist werden darf!"

Nadine H.: "Ganz ehrlich, ich hab mich so oft schon gefragt, wie es sein kann, dass da so viele Menschen nebeneinander stehen können. Es ist ja nicht so, dass das versteckt ist, jeder der daran vorbeifährt beziehungsweise läuft, sieht das. Ich finde es ehrlich gesagt eine bodenlose Frechheit, alle müssen zumachen und die machen hier, was sie wollen und keiner sagt was.... einfach nur unverständlich...."