Bereits Sonntagmittag hat er alle seine Fahrer angerufen und verständigt: Montagmorgen um vier geht's los. Johann Friedl, Einsatzleiter beim Winterdienst des Entsorgungs- und Baubetriebs der Stadt (EBB), hat den Überblick. Auch, wenn innerhalb weniger Stunden plötzlich viel Schnee fällt - wie am heutigen Montag.

"Um drei Uhr nachts hatten wir überfrierende Nässe, dann hat es bis elf Uhr durchgeschneit." In "voller Mannschaftsstärke" waren seine Leute im Einsatz, "zirka 100 Mann."

Friedls Kollege Roland Uch, stellvertretender Winterdienstleiter, merkt an: Sämtliche Fahrzeuge seien bereit gewesen, Salzhalle und Streukästen sind voll.

Bereits in der Nacht von Sonntag auf Montag war der Winterdienst auf den Straßen, Montagmorgen dann in voller Besetzung mit fünf Großraum- und fünf Schmalspurfahrzeugen, hinzu kamen kleinere Traktoren, zudem sogenannte Einachsschlepper und natürlich die "Fußtrupps" mit Schneeschieber, wie Uch aufzählt.

Einsatzleiter Friedl ergänzt: Viele Mitarbeiter habe man aus dem Urlaub geholt. Doch trotz Vollbesetzung gab es gleich wieder Beschwerden. Wie jedes Jahr. Ein Anrufer etwa monierte den Zustand des Berliner Rings gegen halb neun. Friedl ist rausgefahren, fand an der Fahrspur aber nichts auszusetzen. "Um 4.20 Uhr haben wir den Ring das erste Mal geräumt, anschließend die Zufahrtsstraßen."

Das ist das übliche Vorgehen, wie sein Kollege Roland Uch erläutert: "Die Einsätze werden nach Prioritäten durchgeführt. Die Hauptstraßen des Berggebiets sowie die Hauptstraßen des Stadtgebietes - zum Beispiel der Berliner Ring - haben Priorität 1. Danach folgen die Nebenstraßen."

Am Montag war so viel zu tun, dass von 4 bis 12 Uhr die "Prio-1-Strecken" geräumt wurden, ab 12 Uhr dann die nachgeordneten. Doch gerade wegen des starken Schneefalls am Vormittag war der Asphalt stellenweise relativ schnell wieder weiß zugedeckt - oder, weil untergeordnet, noch nicht geräumt. So beschwert sich zum Beispiel ein User auf der Facebookseite des FT Bamberg, dass er um 7 Uhr morgens nicht mit seinem Roller habe fahren können.


Schneeschieber sind gefragt

Viel Betrieb herrschte bei den Bamberger Baumärkten: Sorgte der Wintereinbruch für einen Ansturm auf Schneeschieber? Auf unsere Anfrage bei vier großen Häusern erhielten wir von dreien eine Rückmeldung. Die eindeutige Antwort: "Ja, wenn es schneit, kaufen die Leute direkt Schneeschieber", sagte eine Hellweg-Mitarbeiterin. Streusalz sei ebenfalls gefragt, was uns auch bei Obi bestätigt wurde.

Martin Dörnhöfer, Marktleiter von Toom in Bamberg, weiß aus Erfahrung: "Erst, wenn es schneit, kommt der Bedarf." Manchmal würde sich beim ersten Verwenden des alten Schneeschiebers herausstellen, dass ein neuer her muss.

Außerdem äußert Dörnhöfer eine persönliche Wahrnehmung: "Der Bedarf von Streusalz ist rückläufig. Möglicherweise spielt da der Umweltgedanke eine Rolle." Granulat werde dagegen immer mehr gekauft.

Der städtische Winterdienst verteilte auf Bambergs Straßen im aktuellen Winter bisher etwa 150 Tonnen Salz und rund 300 Tonnen Splitt. Die Streukästen sind gefüllt. Auch Dienstagmorgen wird die Truppe von Einsatzleiter Friedl wieder um 4 Uhr ausrücken. Schließlich warten 270 Straßenkilometer auf die Männer.