Erneut ist der Landkreis Bamberg sicherste Region in ganz Oberfranken. Die kriminalstatistische Auswertung der Polizeiinspektion Bamberg-Land für 2016 belegt einen Rückgang aller Straftaten auf nunmehr 3722 Delikte. Damit ist der historische Tiefstand aus dem Jahr 2015 noch einmal um über 200 Straftaten unterboten worden. Zum Vergleich kommen im Landkreis 2517 Straftaten auf 100.000 Einwohner, in Oberfranken sind es 4597 (Bayern: 4785). Entsprechend zufrieden präsentierte Polizeidirektor Albert Häfner am Freitag die Zahlen. Lob gab es für die gute Arbeit auch von Landrat Johann Kalb (CSU) .

"Unsere Aufklärungsquote ist so hoch wie noch nie", sagte Häfner bei einem Pressegespräch. So konnten im vergangenen Jahr 72,2 Prozent aller Straftaten aufgeklärt werden (bayernweit: 62,8 Prozent). Weiterhin erfreulich: Die Wohnungseinbrüche sind deutlich um fast 50 Prozent zurückgegangen: Nur 21 von 38 Wohnungseinbrüchen seien im vergangenen Jahr erfolgreich gewesen (Wohnungseinbrüche 2015: 72).


Polizei will Präsenz zeigen

Wichtig für die Arbeit der Beamten bleiben Hinweise von Zeugen. "Im Landkreis rufen die Bürger die Polizei an. Das ist toll und etwas, was uns stark macht", betont Häfner. Ein weiterer Baustein für die positive Entwicklung der Zahlen: Präsenz zeigen. So würden die Beamten bei Wohnungseinbrüchen Kräfte bündeln. Das sei auch Anfang des Jahres geschehen, als sich eine Einbruchserie in Litzendorf abzeichnete. Polizeistreifen führten verstärkt Kontrollen durch. Eine auffällige Personengruppe sei so vertrieben worden. Die Serie endete. Später sei einer der Täter in einem anderen Gebiet geschnappt worden, berichtet Häfner.

"Es handelt sich dabei fast ausschließlich um überörtliche Täter, die organisiert unterwegs sind", erklärt Ralf Popp, Chef der Kriminalpolizei Bamberg über das Profil von Wohnungseinbrechern. Die Spurensicherung gehe akribisch vor. "Wir fahren das volle Programm, wie bei einem Gewaltverbrechen." Das sei auch beim Raubüberfall in Hirschaid im Oktober der Fall gewesen. Damals hatten die Täter eine Mitarbeiterin nach Ladenschluss in einem Möbelhaus überfallen. Sie wurden nach längeren Ermittlungen gefasst.

Nahezu gleichgeblieben ist die Zahl der Diebstähle (2016: 941 gegenüber 934 in 2015). Geklärt werden konnten 439. Dagegen hat die Zahl der Ladendiebstähle um 14 Prozent auf 160 Fälle zugenommen. Hier betrug der Anteil der nichtdeutschen Tatverdächtigen wie im Vorjahr knapp über 50 Prozent.

Unter allen 2080 festgestellten Tatverdächtigen waren 209 Nichtdeutsche. Mehr als die Hälfte davon haben Körperverletzungen oder Ladendiebstähle begangen. Vor allem Auseinandersetzungen unter Asylbewerbern beschäftigten die Polizei.

Nahezu unverändert blieb die Zahl der Körperverletzungen (553), der Diebstähle an und aus Fahrzeugen (83) und die Zahl der geklauten Fahrräder (71).


Wenige Reichsbürger

Eine deutliche Steigerung hat es bei den Rauschgiftdelikten gegeben. Die Polizei registrierte 172 Straftaten (2015: 102). "Wir haben dennoch keinen Hotspot im Landkreis", macht Kriminaldirektor Popp deutlich. Der Anstieg sei damit erklärbar, dass Anfang des Jahres ein Dealernetzwerk ausgehoben wurde.

Und sogenannte Reichsbürger gibt es im Kreis nur wenige: "Sie machen uns Arbeit, aber sie sind keine Gefahr", betont Polizeichef Häfner.