Sage und schreibe 75 Kilogramm Lebensmittel schmeißen die Deutschen pro Kopf laut Verbraucherzentrale jedes Jahr weg. Mal anders formuliert: Das wäre so, als würde eine vierköpfige Familie jeden einzelnen Tag im Jahr mehr als einen Liter Milch in den Abfluss schütten. Oder täglich zehn Bamberger Butterhörnla in die Tonne werfen. Was für eine Verschwendung!

Die meisten Lebensmittel, die im Müll landen, sind verdorben und nicht mehr genießbar. Die Gründe für diese Lebensmittelverschwendung sind fast immer die gleichen: schlechte Planung und falsche Lagerung.

Eva Kaufmann und Lena Köhler sind Fachlehrerinnen für Ernährung und Versorgung an der Berufsfachschule für Ernährung und Versorgung der Erzdiözese Bamberg, deren Schüler nach Abschluss der Ausbildung in Kantinen, Großküchen, in privaten Haushalten oder bei ambulanten Diensten arbeiten können. "Bei uns steht Vorratshaltung auf dem Lehrplan", erklärt Köhler. Mit ein paar Tricks könne jeder Lebensmittelverschwendung vermeiden: 1. Speiseplan für die ganze Woche schreiben. "Meine Familie und ich schreiben einmal in der Woche einen Futterplan, so heißt es bei uns", sagt Eva Kaufmann, die Mutter von zwei kleinen Kindern ist. Dabei wird gemeinsam überlegt, was in der Woche ansteht und wer auf welche Gerichte Lust hat. Vielleicht isst ein Kind mal in der Betreuung, vielleicht kommt man später von der Arbeit nach Hause - all das wird berücksichtigt. 2. Dann folgt der Einkaufszettel. Dafür lohnt es sich, erst einmal nachzusehen, welche Vorräte noch da sind. Was muss aufgefüllt werden, was ist noch da? "Manche unserer Schüler durchforsten auch die Werbeprospekte, um nach interessanten Angeboten zu gucken und Geld zu sparen", sagt Kaufmann.

Kollegin Köhler fügt hinzu: "Grundsätzlich kann man sagen: Wer sinnvoll plant und mit Einkaufszettel einkaufen geht, spart Zeit und Geld." Die beiden Fachlehrerinnen machen einmal in der Woche einen Großeinkauf. "Ein zweites Mal gehe ich nur für frische Produkte einkaufen. Das geht dann aber schnell", sagt Köhler. 3. Damit die gekauften Lebensmittel auch lange haltbar sind, gibt es ein paar Tricks. "Kartoffeln sollte man kühl, dunkel und trocken lagern", sagt Kaufmann. Wer keinen Keller hat, kann die "Ärpfl" oder "Bodaggn" beispielsweise in einer Kartoffelkiste lagern. Zwiebeln und Knoblauch sollten ebenfalls dunkel, kühl und trocken gelagert werden.

Wer doch mal zuviel Gemüse oder Obst gekauft hat und Sorge hat, dass die Lebensmittel schlecht werden, kann sie einfrieren oder einwecken. "Einige wenige Gemüsesorten können problemlos roh eingefroren werden. Dazu gehören Pilze, Karotten, Paprika oder Meerrettich", sagt Köhler. Anderes Gemüse wie beispielsweise Zucchini müssen vor dem Einfrieren gesalzen werden, damit ihnen das Wasser entzogen wird. Die meisten andere Gemüsesorten sollten vor dem Lagern in der Tiefkühltruhe blanchiert werden. "Beeren, Kirschen und Pflaumen lassen sich auch gut einfrieren. Birne und Apfel sollte man lieber zu einem Mus verarbeiten", erklärt Köhler. 4. Einen echten Profi-Tipp hat Lena Köhler noch parat: "Ich koche bei vielen Dingen häufig einfach die doppelte Portion und friere eine Hälfte ein." So spart sie Arbeit, da sie nur einmal an den Herd muss, hat aber für zwei Tage Essen im Haus. "So können sich meine Kinder eben schnell eine Bolognese selber auftauen, wenn ich mal nicht da bin." Auch das Einfrieren von Brot macht den Familienalltag leichter: Einfach die doppelte Menge an Brot kaufen und einen Teil einfrieren. Ein großer Laib ist häufig auch günstiger als zwei kleine. "Am Abend kann das Brot dann aus der Truhe geholt werden und am Morgen ist es dann fertig aufgetaut", weiß Kaufmann.