In Kulmbach war die Freude groß, als Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) am Dienstag das Füllhorn der Staatsregierung über den Nordosten des Regierungsbezirks ausschüttete. Doch auch in Bamberg gab es Gewinner.

Zum Beispiel Rainer Drewello. Der Sprecher des Kompetenzzentrums für Denkmalwissenschaft und Denkmaltechnologien (KDWT) ist auch am Tag nach der Entscheidung des Ministerrats noch überglücklich. "Wir sind durch diesen Beschluss in positiver Weise überrascht worden. Das ist eine geniale Entscheidung", freut sich der Professor für Restaurierungswissenschaften. Grund für die Begeisterung in einer für die Otto-Friedrich-Universität profilbildenden Disziplin: Das Anfang 2016 gegründete KDWT kann nach einer Anfangsförderung von fünf Millionen Euro nun darauf hoffen, den Wissenstransfer zwischen Denkmalwissenschaft und Anwendern aus Wirtschaft und Handwerk dauerhaft voranzutreiben und Bambergs Ruf als Stadt der Denkmalexpertise weiter zu fördern.

Das Geld, um sechs Wissenschaftlerstellen auch in Zukunft finanzieren zu können, dürfte nach dem Grundsatzbeschluss im Ministerrat wohl kein Problem mehr sein, glaubt Drewello. Er weiß sich der Unterstützung von Gesundheitsministerin Melanie Huml ebenso sicher wie der von Uni-Präsident Godehard Ruppert. Der lobte das künftig zusammen mit der Hochschule Coburg mögliche duale Studium noch am Dienstag als "einmalig". Es soll heimischen Handwerkern ermöglichen sich in alten Restaurierungstechniken ausbilden zu lassen und gleichzeitig den akademischen Grad eines Bachelors zu erwerben.

Wegweisendes bahnt sich durch den Kabinettsbeschluss auch für den Bamberger Süden an, wo auf einem Freigelände an der Galgenfuhr ein neues Ämtergebäude unweit des Ökologischen Gemüsebauversuchsbetrieb entstehen soll. Dort sollen nach einem schon vor Jahren formulierten Vorschlag des Abgeordneten Heinrich Rudrof (CSU) Behörden und Institutionen aus dem Bereich Land- und Forstwirtschaft unter einem Dach zusammengeführt werden - ein Großprojekt.

Glaubt man Hans-Rüdiger Schmittnägel, dem Leiter des auch für Forchheim zuständigen Amts für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten in Bamberg (Aelf), wurde die vom Kabinett in Aussicht gestellte Verlagerung in seinem Hause mit Genugtuung aufgenommen. Denn die Mehrheit der in Bamberg nicht nur in einer Immobilie untergebrachten ca. 40 Kollegen leidet unter drangvoller Enge und wenig zeitgemäßen Arbeitsbedingungen. Vorteile brächte ein Umzug an die Galgenfuhr aber nicht nur für die Mitarbeiter, sagt Schmittnägel. Auch für die Kunden des Aelf wäre ein modernes, am südlichen Stadtrand gelegenes und leicht erreichbares Behördenzentrum eine Verbesserung.

Und noch einen Bedeutungszuwachs bringt der Kabinettsentscheid Bamberg. In der Stadt, die sich seit 1993 mit dem Titel Welterbe schmückt, soll eine von zwei Koordinatorenstellen für die sieben bayerischen Welterbestätten angesiedelt werden. Darüber freuen sich Bamberg Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) und Kulturbürgermeister Christian Lange (CSU) gleichermaßen. Als Dienstsitz ist für den Welterbe-Koordinator, der vor allem Beratungsaufgaben wahrnehmen soll, das Alte Rathaus im Gespräch.