Ein Leser will's wissen: "Als Steuerzahler hätte ich doch gerne gewusst, wie die Herren Erzbischöfe in Bayern (speziell in Bamberg) denn so residieren? Wohnt Herr Marx in München in einem möblierten Zimmer oder Herr Schick in Bamberg in einer WG?"

Die Antwort kommt von Harry Luck, Pressesprecher des Erzbistums Bamberg. "Erzbischof Schick bewohnt im Bischofshaus vier Zimmer, inklusive Arbeitszimmer, auf 101 Quadratmetern." Im Haus befinden sich weitere Büroräume für die Mitarbeiter, eine Hauskapelle und ein Festsaal für Empfänge.

Eine freistehende Badewanne für 15.000 Euro, die sich der in die Schlagzeilen geratene Tebartz-van Elst laut Medienberichten einbauen ließ, gibt es im Bamberger Bischofshaus nicht. Wie steht Ludwig Schick zum Fall des Amtsbruders?

"Dazu möchten wir uns nicht äußern", sagt Erzbistumssprecher Luck. "Wir wollen abwarten, was in Rom passiert.

Dort wird die Sache entschieden. Wir wollen keinen Kommentar aus der Ferne abgeben."

Gerade danach fragen in diesen Tagen allerdings etliche Journalisten. Was halten die deutschen Bischöfe von ihrem Amtsbruder Franz-Peter Tebartz-van Elst, der sich derzeit in Rom befindet? Er soll die Kosten für Umbauten, Sanierungen und Neubauten an seinem Bischofssitz bewusst verschleiert haben. Zudem wird ihm eine Vorliebe für Luxusgüter nachgesagt, etwa teure Kunstwerke oder die oben genannte Badewanne.

Wenn der Bamberger Erzbischof eine neue Badewanne möchte, müsste er diese entweder "aus seiner Priesterschatulle" zahlen, wie Pressesprecher Luck sagt. "Oder sie würde bei der Sanierung des Bischofshauses erneuert werden. Baumaßnahmen laufen über die Diözese und das erzbischöfliche Bauamt", erklärt Luck.

Sämtliche Baumaßnahmen, etwa an Pfarrhäusern oder an Kirchen im gesamten Erzbistum, laufen über diese Gremien.
Und wer bezahlt eigentlich den Bischof? Der Freistaat Bayern. "Er überweist einen pauschalen Betrag an die katholische Kirche, die wiederum die Bischöfe bezahlt", erläutert Bernhard Kellner, Pressesprecher des Vorsitzenden der Bayerischen Bischöfe (Erzbischof Reinhard Marx).


Gehalt richtet sich nach Beamtenbesoldung
Das Gehalt der Bischöfe richtet sich nach der Besoldung für Beamte, erläutert der Pressesprecher. So wird der Münchner Erzbischof Marx nach B10 (etwa 11.400 Euro brutto) bezahlt, Ludwig Schick in Bamberg erhält B9 (rund 9700 brutto).

Diese Regelung basiert auf einem neuen Gesetz, das erst 2013 beschlossen wurde. Seine Wurzeln reichen jedoch weit zurück: bis zum Konkordat vom Anfang des 19. Jahrhunderts.

"Ein Konkordat ist ein Staatskirchenvertrag. Dieser wurde damals zwischen dem Königreich Bayern und dem Heiligen Stuhl abgeschlossen", erklärt Kellner. Bis heute existiere dieser Vertrag in verschiedenen Formen, etwa dem aktuellen Gesetz.

Mit einem anderen Gesetz ist allem Anschein nach der Limburger Bischof Tebartz-van Elst in Konflikt geraten: Er soll falsche Versicherungen an Eides statt abgegeben haben. Schlimmer als das findet die Bambergerin Ute (60), wie Tebartz-van Elst offenbar mit Geld umgeht. "Das ist eine Sauerei. Er sollte doch eigentlich ein Vorbild sein! Ich verstehe die Leute, die aus der katholischen Kirche austreten", sagt sie bei einer Straßenumfrage.

Dafür sei ihr im Gegensatz zum Limburger Bischof der aktuelle Papst umso sympathischer, weil er authentisch sei.
Auch Monika aus Memmelsdorf wird der Kirche treu bleiben, obwohl "ich es abstoßend finde, wenn ein Würdenträger so verschwenderisch mit Geld umgeht", sagt die 73-Jährige. "Trotz der vielen Skandale in der katholischen Kirche fällt es mir schwer, auszutreten. Weil ich eben gläubig bin."

Noch hat sich der Skandal auf Bamberg nicht ausgewirkt: Aus dem Standesamt heißt es in einer Mitteilung: "Wegen der Bautätigkeiten im Bistum Limburg verzeichnen wir keine vermehrten Kirchenaustritte."