Ramadan Omeirat steht Dienstagmittag auf dem Heinrich-Bosch-Steg und schaut in die trübe Regnitz. Um das vermeintlich ruhige Gewässer war seit Montag, 10. August, die Aufregung groß, seitdem ein 32-Jähriger vermisst wurde. Dieser war dort ins Wasser gegangen und seither nicht wieder aufgetaucht. Nun, am Mittwoch ist klar: Der Mann ist tot. Er wurde am frühen Morgen von einem Zeugen im Rechen der Schleuse Gaustadt gefunden. Die Kriminalpolizei schließt Fremdverschulden aus, geht von einem Ertrinkungstod aus. Eine Obduktion hat das am Mittwochnachmittag noch bestätigt.

Auch Omeirat war mehrmals die Regnitz von Gaustadt, wo er wohnt, bis zum Steg an der Konzerthalle abgelaufen. "Ich habe die Böschung abgesucht, um zu helfen", sagt der 54-Jährige. Nachdem er am Montag die ganzen Polizeifahrzeuge mit Blaulicht gesehen hatte, war er erstmals mit seinem Sohn gegen halb fünf am Abend losgelaufen Richtung Steg. Dort hatte er dann Landsmänner des in der Regnitz vermissten Eritreers getroffen. Doch, was genau passiert ist, konnte er nicht herausfinden.

Nicht vom Steg gesprungen

Zunächst kursierte unter anderem das Gerücht, dass der Verunglückte von dem Steg an der Konzerthalle gesprungen war. Das ist neben dem Baden in der Regnitz strikt verboten. Stadt und Polizei weisen auch immer wieder auf die Gefahren des Brückenspringens hin. Dass der Mann runtergesprungen sein könnte, dementierte die Polizei aber am Dienstag: "Das kann ich nicht bestätigen", sagte Anne Höfer, Pressesprecherin des Polizeipräsidiums Oberfranken auf Nachfrage.

Laut Polizeiangaben war der Mann am Montag gegen 16 Uhr zusammen mit einem 48-Jährigen zwar im Bereich des Heinrich-Bosch-Stegs ins Wasser gegangen, aber nicht von der kleinen Brücke gesprungen. Wenig später soll der 32-Jährige untergegangen sein, sein Begleiter konnte ihm nicht helfen. Zeugen hatten daraufhin den Notruf gewählt. Es ist wohl von einem tragischen Unglück auszugehen. Die Kriminalpolizei Bamberg hatte schnell die weiteren Ermittlungen übernommen.

Leichenspürhund im Einsatz

Die Suche nach dem Vermissten war auch am Dienstag fortgesetzt worden. Nachdem am Montag Taucher der DLRG, Wasserwacht und ein Hubschrauber der Polizei mit einer Wärmebildkamera im Einsatz waren, hatte die Wasserschutzpolizei am Dienstagvormittag gegen 10 Uhr die Suche weitergeführt. Mit Hunden wurden die Uferbereiche zwischen der Konzerthalle und der Schleuse bei Gaustadt abgesucht. Dann kam auch ein Leichenspürhund auf dem Polizeiboot zum Einsatz.

Fehlanzeige aber bis dahin. "Wie weit die Person abgetrieben ist, weiß man nicht. Wir tun unser Bestes", sagte zwischenzeitlich Marco Horlamus, Hauptkommissar bei der Wasserschutzpolizei, der vor Ort war.

Schwimmen verboten

Die Regnitz an Konzerthalle und Schiffbauplatz wird an diesen heißen Tagen von vielen Bambergern genutzt, um sich abzukühlen. Allerdings weist die Stadt immer wieder auf das geltende Badeverbot hin. Denn Schwimmen in der Regnitz ist innerhalb der Stadtgrenzen nur beim Hainbad erlaubt.

Die Gefahren seien nicht zu unterschätzen, meinte auch Horlamus von der Wasserschutzpolizei. Diese kontrolliert regelmäßig, wie auch Stadt- und Bereitschaftspolizei, das Badeverbot. In den vergangenen Tagen hatte die Polizei bereits einige Verstöße bei Kontrollen geahndet. Ob die Patrouillengänge nach dem Unglück nun weiter ausgedehnt werden, war noch offen.

Der Fokus lag weiterhin auf der Suche nach dem Vermissten. Taucher kamen am Dienstagnachmittag zum erneuten Einsatz und suchten noch mal flussabwärts an der Friedensbrücke. Doch auch sie blieben laut Polizeiangaben bis zum frühen Abend ohne Erfolg. Bis Mittwochmorgen dann die traurige Gewissheit, dass der 32-Jährige tot ist.

Inzwischen hat auch Ramadan Omeirat seine Suche entlang der Regnitz eingestellt.