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Bamberg
Unser Thema der Woche // Verbrechen

Verbrechen mit leichtem Humor

Autor Harry Luck macht in seinem fünften Frankenkrimi "Der Franken-Bulle" wieder Bamberg zum Schauplatz des Verbrechens.
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Harry Luck und sein "Franken-Bulle" fühlen sich in Bamberg wohl. Foto: Antonia Wild
Harry Luck und sein "Franken-Bulle" fühlen sich in Bamberg wohl. Foto: Antonia Wild

Eine Verfolgungsjagd auf der Oberen Brücke, der Polizist verfolgt die Flüchtige, sie bedroht ihn mit einer Pistole, er zögert nicht und schießt - dann stoppt die Aufzeichnung für die neue Folge des "Franken-Bullen". Doch die Schauspielerin ist tatsächlich tot. Wo der Film aufhört, beginnt die Kriminalarbeit für Horst Müller und der neue Frankenkrimi von Harry Luck.

"Der Franken-Bulle" ist der fünfte Regionalkrimi von Harry Luck über seine Wahlheimat Bamberg. Er verbindet, wie von Luck gewohnt, Spannung und Humor mit liebevollem Lokalkolorit und bringt Leichtigkeit in das sonst ernste Thema Verbrechen.

Diesmal verschlägt es den schrullig-spießigen Kommissar Horst Müller und seine Kollegin, Kriminalmeisterin Paulina Kowalska, ins Schauspielmilieu, das Opfer ist eine berühmte Kriminalautorin. Bei den Dreharbeiten zur Verfilmung ihres eigenen Buchs wird sie im Film, aber auch in der Realität (des Buchs) erschossen. Wer die Waffe schussfähig gemacht und die Autorin auf dem Gewissen hat, findet das sympathische Gespann Müller und Kowalska 200 kurzweilige Seiten später heraus.

Vor acht Jahren zog Harry Luck aus beruflichen Gründen nach Bamberg. Kein Wunder also, dass auch sein neuester Roman hier spielt. "Ich schreibe am liebsten über das, was ich gut kenne, und da ich hauptamtlich das ganze Jahr über in Bamberg bin, spielen selbstverständlich auch meine Krimis hier", erklärt er. Der gelernte Journalist arbeitet hauptamtlich als Pressesprecher und Leiter der Öffentlichkeitsarbeit im Erzbistum Bamberg. Angefangen hat seine journalistische Karriere in seiner Heimat Remscheid und kam dann bei der Zeitung in München so richtig ins Rollen.

"Die Arbeit als rasender Reporter, der immer am Puls der Zeit ist und die Nachricht als erster schreibt, hat mir schon wirklich viel Spaß gemacht", erzählt Luck. Doch der Beruf wurde irgendwann schwer vereinbar mit dem Familienleben, besonders die Nachtschichten vermisst er nicht. Und auch mit seiner jetzigen Stelle scheint der Familienvater glücklich zu sein. "Es geht nicht mehr darum, Leserquoten zu erfüllen, und ich stehe hinter meiner Arbeit und den Botschaften, die wir senden", sagt er.

Schritt nie bereut

Dabei wollte der Journalist anfangs gar nicht nach Bamberg. Als die Geburt seiner Tochter bevorstand, habe er sich nach einer neuen Stelle umgeschaut und auf eine Position als Pressesprecher der katholischen Kirche in Süddeutschland beworben. "Was aus dem Stellenangebot jedoch nicht hervorging, war, dass mit Süddeutschland nicht München und Umgebung, sondern eben Bamberg gemeint war", erzählt Luck. Nach einem persönlichen Vorstellungsgespräch beim Erzbischof und einer Zusage zog Harry Luck dann doch samt Frau und Baby nach Bamberg. Den mutigen Schritt habe er bis heute kein einziges Mal bereut.

Die Absolution der Kirche für seine Kriminalromane ist Luck gewiss. "Bereits im Vorstellungsgespräch kam das Thema Krimis schreiben auf, und der Erzbischof meinte, er findet das vollkommen in Ordnung, solange das Gute immer siegt", sagt Luck. Und auch er sieht keinen Konflikt zwischen seinem kirchlichen Hauptberuf und seinem verbrecherischen professionellen Hobby. Tatsächlich ziehen sich beide Tätigkeiten wie zwei rote Fäden parallel durch Lucks Leben. "Schon als Kind habe ich gerne Kriminalromane gelesen, und, wie das so ist, man schreibt natürlich auch als erstes das, was man gerne selbst liest; gleichzeitig war ich aber auch Messdiener und in der Jugendarbeit der Gemeinde tätig", erzählt Harry Luck. "Und dass sich Kirche und Verbrechen aufklären gar nicht so fern liegen, beweisen ja auch Formate wie ‚Pfarrer Braun‘ und ‚Um Himmels Willen‘", ergänzt er schmunzelnd.

Professionelles Hobby

Auch wenn Lucks Bücher inzwischen weit über die Grenzen von Bamberg hinaus bekannt sind, bleiben seine Bücher Lucks professionelles Hobby. Neben den Kriminalromanen hat er auch einige Sachbücher veröffentlicht. "Mein ironisches Sachbuch ‚Wie spießig ist das denn?‘ handelt von schrulligen Gewohnheiten, wie wir sie alle haben, obwohl sie vielleicht peinlich sind, und tatsächlich ist mir so auch die Idee für meinen Kommissar Horst Müller gekommen", sagt Luck.

Seit der Veröffentlichung vom "Franken-Bullen" ist Luck wieder auf Ideensuche für einen sechsten Band. "Der erste Schritt zu einem neuen Buch ist immer die Frage nach der Grundprämisse und dem Milieu, in dem es spielen soll", erklärt der Autor. Stehen diese Punkte fest, müssen der Mord, das Motiv und das Profil von Täter und Opfer geklärt werden. Schließlich taucht Krimiautor Harry Luck seinem Werk durch Zwischenhandlungen, weitere Figuren und natürlich die Schlagabtausche von Müller und Kowalska Leben ein. "Dann muss der Buchvorschlag von einem Verlag angenommen werden und es kann losgehen", sagt Luck.

Und wenn er gerade mal nicht nach neuen Ideen sucht und an keinem neuen Buch schreibt, liest er stattdessen die Werke anderer Autoren. "Ein einziges großes Hobby fernab irgendwelcher Medien habe ich dann aber doch - und das sind meine Kinder und meine Familie", sagt Harry Luck.

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