Seit Jahren treibt der Streit um zwei scheinbar idyllische Landschaftsbilder aus der NS-Zeit den Stadtrat um. Auch die neue Hinweistafel verharmlost nur.
Es ist eine Debatte, die den Stadtrat in
Bamberg immer wieder einholt. Wie soll man mit der Hinterlassenschaft des Bamberger Malers Fritz Bayerlein umgehen? Von ihm hängen zwei großformatige Bamberg-Porträts an einem symbolträchtigen Ort - im Großen Sitzungssaal im Rathaus. Bayerlein war erklärter Nazi und Antisemit.
Soll man die Bilder deshalb abhängen und ins Museum bringen? Oder ist es angemessener, sie als zeitgeschichtliches Dokument am Ort zu belassen, sie den Rathausbesuchern zu erklären?
Letzteres hat die Stadt im vergangenen Jahr versucht. Besonders glücklich war das Unterfangen nicht, wie man heute sagen muss. Denn die Hinweistafel, die nach einem Beschluss im Kultursenat nun unter einem der Bilder hängt, ist nicht dazu geeignet, dem Streit um die echte oder vermeintliche NS-Kunst die Schärfe zu nehmen. Eher im Gegenteil. "Sie ist an zwei Stellen nicht richtig.
1#googleAds#100x100 Dort heißt es, dem Künstler werde unterstellt, Anhänger des Hitler-Regimes gewesen zu sein. Man stellt die Frage nach seiner politischen Gesinnung. Das ist Humbug."
Ein ausgesprochener Antisemit
Der das sagt, hat sich in den letzten Monaten sehr intensiv mit Bayerleins Leben beschäftigt. Der Bamberger Geschichtsprofessor und Heimatpfleger Andreas Dornheim forschte an den Quellen, unter anderem im Bundesarchiv in Berlin. Das Ergebnis hat er unlängst vor dem Verein Frankenbund präsentiert, ein weiterer Vortrag soll am 18. November beim Historischen Verein Bamberg folgen. "Bayerlein stand dem Nationalsozialismus sehr nahe.
Er galt auch nach der Einschätzung der Partei als zuverlässiges Mitglied der NSDAP und kann als ausgesprochener Antisemit bezeichnet werden", sagt Dornheim.
Problematischer Ort
Dennoch bricht der Historiker nicht den Stab über Bayerleins Bilder: Es handele sich nicht um Blut- und Boden-Kunst, die Gemälde entstammten eher der Tradition des Impressionismus mit gefälligen Landschaftsbildern aus einer vorindustriellen Zeit. Deshalb will Dornheim auch nicht so weit gehen, dem Stadtrat das Abhängen der Bilder zu empfehlen. "Problematisch", findet er es gleichwohl, dass die Gemälde eines bekennenden Nazis ausgerechnet dort hängen, wo das demokratische Herz der Stadt Bamberg schlägt.
Eine moralische Debatte
Klar ist, dass es beim Bayerlein-Streit nicht allein um eine kunstgeschichtliche Frage geht.
Es ist vor allem eine moralische Debatte. Dies hat niemand besser auf den Punkt gebracht als der Gaustadter Andreas Stenglein, bekannt als Urgestein der Bamberger SPD. Als 87-Jähriger hat Stenglein die Schrecken der Nazi-Zeit noch selbst erfahren. Dass es sich um vermeintlich harmlose Bamberg-Porträts handelt, vermag ihn nicht versöhnlich zu stimmen: Er erinnert nicht umsonst an die Täter und die Opfer der dunkelsten deutschen Epoche. Auftraggeber der Gemälde war NSDAP-Kreisleiter Lorenz Zahneisen, ein Mann, mit dessen Duldung mehrere SPD-Stadträte verhaftet und wenig später mit anderen Bürgern aus Bamberg ins KZ Dachau deportiert wurden.
Einige von ihnen kannte Stenglein noch persönlich.
Es hat also Gewicht, wenn er sagt: "Bilder eines Mannes, der 1939 persönlich von Hitler den Professorentitel für Malerei erhalten hat und nach dem Krieg noch tönte, dass er kein Demokrat werden wollen, haben im Sitzungssaal des Rathauses nichts zu suchen."
Seinem Parteigenossen, dem Bamberger OB Andreas Starke, macht er Vorwürfe: Dieser habe die Chance vertan, sich von seinen Vorgängern abzusetzen.
Doch das ist nicht die Sicht der Mehrheit im Stadtrat. Bambergs Bürgervertreter haben bislang stets entschieden, die Bilder dort hängen zu lassen, wo sie sich seit fast 80 Jahren befinden. Dabei ist es vor allem die CSU, die eine klare Trennlinie zwischen Kunst und politischer Gesinnung zieht. Aus diesen Bildern sei nicht im geringsten etwas Nationalsozialistisches herauszulesen, sagt CSU-Fraktionschef Helmut Müller.
"Das sind beruhigend schöne Landschaftsbilder unserer schönen Stadt." Müller hätte deshalb sogar auf die Erklärtafel verzichtet, ein, wie er findet, "Zugeständnis an den Zeitgeist".
Anregen statt abhängen
"Ganz so einfach" will es sich die SPD nicht machen. Fraktionsvorsitzender Klaus Stieringer zeigt Verständnis für die Kritik von Andreas Stenglein. Dennoch empfiehlt er, die Diskussion über die Bayerlein-Bilder zu führen und sie nicht aus dem öffentlichen Leben zu verbannen. "Wir sind für Anregen zur Diskussion und gegen Abhängen und Vergessen", sagt Stieringer. Dafür gebe es keinen geeigneteren Raum als ein Rathaus.
Freilich gibt es auch Stadträte, die die Bilder lieber heute als morgen los hätten.
Ursula Sowa von den Grünen beschreibt die Bayerlein-Idyllen als "Einlullbilder" einer Zeit, in der ein menschenverachtendes Regime wütete. "Wir wollen sie nicht vernichten. Sie sollen aber aus dem Zentrum der Demokratie in Bamberg entfernt werden", sagt sie und und empfiehlt die didaktische Aufbereitung.
Entlarvendes Zitat
Auch der Stadtrat der Bamberger Linken Liste, Heinrich Schwimmbeck , will nicht länger unter Bayerlein tagen. Er verweist auf zahlreiche judenfeindliche Passagen in dessen Lebenserinnerungen, die aus dem Jahr 1955 stammen. Kostprobe von Seite 44: "Da nahm sich ein junger Graf Arco den Mut und knallte mit einem gezielten Schuss den alten Juden nieder..." So beschreibt Fritz Bayerlein die Ermordung von Kurt Eisner im Jahr 1919 zehn Jahre nach Kriegsende.
Und das Herr oder Frau Thales sieht man alles in den Bildern? Das sind harmlose Landschaftsbilder und kein Mensch fragt danach, wer das gemalt hat. Man kann alles übertreiben, ob man damit etwas Gutes bewirkt, ist mehr als fraglich. Können die Demokraten im Stadtrat, und das sind ja wohl alle, weil diese Bilder da hängen nicht mehr demokratisch denken????? Sie haben es doch tagtäglich in der Hand, Demokratie mit Leben zu erfüllen.
Wir lesen:
„Bayerlein war erklärter Nazi und Antisemit.“
…
„Bayerlein stand dem Nationalsozialismus sehr nahe. Er galt auch nach der Einschätzung der Partei als zuverlässiges Mitglied der NSDAP und kann als ausgesprochener Antisemit bezeichnet werden."
…
„Auftraggeber der Gemälde war NSDAP-Kreisleiter Lorenz Zahneisen, ein Mann, mit dessen Duldung mehrere SPD-Stadträte verhaftet und wenig später mit anderen Bürgern aus Bamberg ins KZ Dachau deportiert wurden.“
…
„Bilder eines Mannes, der 1939 persönlich von Hitler den Professorentitel für Malerei erhalten hat und nach dem Krieg noch tönte, dass er kein Demokrat werden wolle.“
…
Aus Fritz Bayerleins Lebenserinnerungen (1955):
„Da nahm sich ein junger Graf Arco den Mut und knallte mit einem gezielten Schuss den alten Juden nieder."
So beschreibt der ’Kunst-Professor’ F.B. die Ermordung Kurt Eisners im Jahr 1919
(USPD; erster Ministerpräsident des Freistaats Bayern).
…
Also: Da weht doch keinerlei freiheitlich-humanes Flair durch eine demokratisch-tolerant orientierte Rathaus-Atmosphäre, in der ein Maler namens Bayerlein vermittels solcher Bilder geplantermaßen ’für immer’ verewigt werden soll!
Und dem euphemistischen Kunstgeschmack von CSU-Fraktionschef Helmut Müller – „Das sind beruhigend schöne Landschaftsbilder unserer schönen Stadt“ – lässt sich konkret entgegnen:
„Das sind oberflächlich romantisierende Landschaftsbilder des Malers Fritz Bayerlein nach demselben Stil und Geschmack seines Gönners und Führers, des Postkarten-Malers Adolf Hitler.“
… Nebenbei bemerkt …
Mehr als die Hälfte der Leinwand ging ja jeweils für die himmlische Lüftel-Malerei drauf: So ließ sich der Maler F, B, auch noch bequem das ’Künstler’-Honorar maximieren.
ES SIND BILDER VON BAMBERG!!!!! MEHR NICHT!!! Die große Mehrheit der Deutschen standen dem Nationalsozialismus nahe, wenn sie es auch zu großer Zahl später nicht mehr wahrhaben wollten! Aber wäre jemand auf die Idee gekommen keine Volkswagen mehr zu bauen oder zu verkaufen, oder keinen Stahl von Kriegsgewinnler Krupp mehr herstellen zu lassen? Auch das von Heinrich bereits angesprochene Werk Wagners ist ein sehr gutes Beispiel Die Diskussionen um solche Geringfügigkeiten wie zwei Bilder die nix anderes als Stadtportraits unseres Bamberg darstellen, vollkommen wurscht von wem sie gemalt wurden, ist reine Symbolpolitik! Kümmert euch lieber um die echten Probleme!
Der Unterschied
„Die große Mehrheit der Deutschen standen dem Nationalsozialismus nahe, wenn sie es auch zu großer Zahl später nicht mehr wahrhaben wollten!“ Das ist eine feststehende Tatsache.
„Aber wäre jemand auf die Idee gekommen keine Volkswagen mehr zu bauen oder zu verkaufen, oder keinen Stahl von Kriegsgewinnler Krupp mehr herstellen zu lassen?“ Diese Folgerung ist nicht schlüssig.
„Die Diskussionen um solche Geringfügigkeiten wie zwei Bilder die nix anderes als Stadtportraits unseres Bamberg darstellen, vollkommen wurscht von wem sie gemalt wurden, ist reine Symbolpolitik!“ Das ist ein Trugschluss.
Wenn die Mehrheit mit dem Regime einverstanden war oder sich mit ihm arrangiert hat, bedeutet das noch lange nicht, dass die anderen, die als Minderheit drangsaliert und verfolgt wurde, diese Meinung teilen müssen.
Zahneisen und Bayerlein waren glühende Anhänger des Nationalsozialismus! Sie waren entschiedene Gegner der Sozialdemokratie, deren Anhänger und insbesondere die SPD-Stadträte sie bis aufs Blut verfolgten. Dieser Aspekt darf nicht übersehen werden, der ist entscheidend. Deshalb haben die Bilder im Sitzungssaal nichts zu suchen.
Habe ich mich klar und verständlich ausgedrückt? Noch einen schönen Tag. A. St.
nun bei den bildern handelt es sich nicht um ns-kunst, sondern um landschaftsmalerei wie sie im 19. ten jahrhundert, man schaue nur nach england üblich gewesen war und hier nachgeahmt wurde, und zwar durch einen maler der den nationalsozialismus verinnerlicht hatte und dem ns-regime nahe stand, aber wie bekommt man nun die kuh vom eis ? nun nachdem die hinweistafel der stadt auf den maler so irgendwie dessen gesinnung offen lässt nicht konkret zu benennen will oder mag, sollte man vlt auf den bildern dann konsequenterweise auch das namenslogo des malers löschen und einfach durch einen unverfänglichen namen wie zb mayer, meier, maier. huber, schneider, müller usw ersetzen und schon wäre das problem gelöst