Es ist eine Debatte, die den Stadtrat in Bamberg immer wieder einholt. Wie soll man mit der Hinterlassenschaft des Bamberger Malers Fritz Bayerlein umgehen? Von ihm hängen zwei großformatige Bamberg-Porträts an einem symbolträchtigen Ort - im Großen Sitzungssaal im Rathaus. Bayerlein war erklärter Nazi und Antisemit.
Soll man die Bilder deshalb abhängen und ins Museum bringen? Oder ist es angemessener, sie als zeitgeschichtliches Dokument am Ort zu belassen, sie den Rathausbesuchern zu erklären?

Letzteres hat die Stadt im vergangenen Jahr versucht. Besonders glücklich war das Unterfangen nicht, wie man heute sagen muss. Denn die Hinweistafel, die nach einem Beschluss im Kultursenat nun unter einem der Bilder hängt, ist nicht dazu geeignet, dem Streit um die echte oder vermeintliche NS-Kunst die Schärfe zu nehmen. Eher im Gegenteil. "Sie ist an zwei Stellen nicht richtig.