Schimmelpilzgifte und Pestizide sind ebenfalls problematisch: Mykotoxine können Leber und Immunsystem belasten, während Pestizide wie Glyphosat nicht nur im Verdacht stehen, Krebs zu fördern, sondern auch negative Auswirkungen auf die Biodiversität haben.
Was ist mit Pestiziden und Zusatzstoffen?
In einigen Brotbackmischungen wurden gleich mehrere unterschiedliche Pestizide nachgewiesen. Verbraucher sollten dabei im Blick behalten: Auch wenn einzelne Rückstände oft unterhalb gesetzlicher Grenzwerte liegen, ist die Wirkung von "Cocktails" aus mehreren Stoffen noch nicht ausreichend erforscht.
Ökologisch sind Pestizide besonders durch ihre Auswirkungen auf Böden, Insekten und Gewässer problematisch. Vor allem Totalherbizide wie Glyphosat werden mit dem Verlust von Artenvielfalt in Verbindung gebracht.
Hinzu kommen Zusatzstoffe und technische Hilfsstoffe in manchen Backmischungen – etwa Emulgatoren, Enzyme oder Farbstoffe –, die zwar zugelassen sind, aber kaum zu einem Brot ohne gefährliche Zusatzstoffe passen.
Sind alle Brotbackmischungen problematisch?
Im Test schnitten 8 der 22 Backmischungen mit "gut" oder "sehr gut" ab, zwei davon mit der Bestnote. Unter den Top-Marken sind vor allem glutenfreie Produkte, darunter die "EnerBio Saatenbrot Karotte Backmischung" von Rossmann ("sehr gut") und eine weitere glutenfreie Mischung, die frei von Pestiziden und anderen abwertungsrelevanten Problemstoffen war.
Bio-Brotbackmischungen hatten im Test einen klaren Vorteil: Alle Produkte waren frei von synthetischen Pestizidrückständen. Allerdings zeigten die Ergebnisse auch, dass Bio nicht automatisch unproblematisch bedeutet. Einzelne Mischungen fielen wegen Schimmelpilzgiften so stark auf, dass sie die Bewertung "mangelhaft" oder "ungenügend" erhielten.
Beim Kauf lohnt ein Blick auf die Zutatenliste: Je kürzer und verständlicher die Zutaten, desto eher handelt es sich um eine Mischung ohne viele Zusatzstoffe. Ein Bio-Siegel reduziert das Risiko für Pestizidrückstände deutlich, ersetzt aber nicht den Blick auf aktuelle Testergebnisse zu Schimmelpilzgiften oder Mineralölrückständen.
Wie kannst du Brot selbst backen?
Wer möglichst gesund backen will, kann mit wenigen Grundzutaten (Mehl, Wasser, Salz, Hefe oder Sauerteig) sehr einfach Brot selbst backen – und behält die Kontrolle über alle Inhaltsstoffe. Grundlage ist ein gutes Mehl (z. B. Bio-Weizen-, Dinkel- oder Roggenmehl), dazu Hefe oder Sauerteig, etwas Salz und je nach Geschmack Körner, Nüsse oder Haferflocken.
Bauernbrot selbst backen - hier Rezept anschauen bei Fränkische Rezepte
Ein einfacher Einstieg ist ein schnell gerührtes Kastenbrot: Trockenhefe mit lauwarmem Wasser mischen, mit Mehl, Salz und optional Saaten verrühren, kurz gehen lassen und im Kasten backen – ganz ohne Fertigmischung. Wer mehr Zeit und Lust hat, kann mit selbst angesetztem Sauerteig oder Vollkornmehlen experimentieren; hier lohnt sich der Griff zu Bio-Mehlen, die in Tests oft mit weniger Rückständen auffallen. Abschließend noch einige praktische Back-Tipps:
- Regionale und Bio-Mehle verwenden: Sie senken das Risiko für Pestizidrückstände und unterstützen umweltschonendere Anbaumethoden.
- Zutaten klar halten: Mehl, Wasser, Salz, Hefe oder Sauerteig reichen – Zusatzstoffe sind für ein gutes Brot nicht nötig.
- Rezepte mit wenigen Schritten wählen: Gerade im Alltag helfen einfache Kastenbrote oder No-Knead-Rezepte, regelmäßig ohne Fertigmischung zu backen.
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