Solche Unfälle mit Verletzten hat es im vergangenen Jahr glücklicherweise vergleichsweise wenig gegeben: Im Oktober waren zwei Fahrer bei einer Kollision auf der Staatsstraße zwischen Scheßlitz und Straßgiech verletzt worden. Eine Autofahrerin hatte damals einen Traktor überholen wollen. Dabei hatte die VW-Fahrerin jedoch den Gegenverkehr übersehen, so dass sie mit einem Opel eines 22-Jährigen frontal zusammengestoßen war.

Die Zahl der Kollisionen mit Verletzten bleibt laut Verkehrsunfallstatistik 2016 der Polizeiinspektion Bamberg-Land weiterhin auf einem niedrigen Niveau. Das gilt laut der aktuellen Statistik auch für die Zahl der Verkehrstoten.

Insgesamt 2450 Mal hat es 2016 auf den Straßen im Landkreis Bamberg gekracht. Die Ursachen für die Unfälle sind vielfältig, wie Markus Dotterweich, Sprecher der Polizei Bamberg-Land, erklärt: "Die Unfallursache Geschwindigkeit steht im Landkreis Bamberg nicht an erster Stelle." Dagegen komme es hauptsächlich durch Fehler beim Abbiegen, Wenden, Rückwärts-, Ein- und Ausfahren zu Verkehrsunfällen.

"An zweiter Stelle steht der ungenügende Sicherheitsabstand gefolgt von Vorfahrtsverstößen und falscher Straßenbenutzung." Erst an fünfter Stelle komme die Geschwindigkeit. Diese Konstellation sei auch in den letzten Jahren nahezu identisch gewesen.

Die Polizeiinspektion analysiere zur Bekämpfung der Unfallursachen ständig das Unfallgeschehen im Landkreis, um gezielt gegensteuern zu können. "Dazu finden regelmäßig Verkehrsschauen statt." Neben den allgemeinen Verkehrskontrollen würden regelmäßig Schwerpunktkontrollen etwa im Bereich Alkohol oder Geschwindigkeit durchgeführt und Verstöße konsequent geahndet.


Ein Überblick über einzelne Entwicklungen:

Drei Verkehrstote:
Bei rund 405 Unfällen im Landkreis sind im vergangenen Jahr Beteiligte verletzt worden: In der Verkehrsstatistik der Polizei Bamberg-Land bedeutet dies einen Tiefstand. "Dieser Wert war bisher nur einmal geringer. Im Jahr 2012 haben wir 403 Verkehrsunfällen mit Personenschaden registriert", erklärt Sprecher Markus Dotterweich. So wenige Menschen wie noch nie (drei) waren außerdem 2016 auf den Straßen im Kreis ums Leben gekommen. Die Ursachen für die tödlichen Unfälle waren Geschwindigkeit, Alkohol und Unachtsamkeit.

45 Alkoholunfälle:
Laut Polizeisprecher Dotterweich ist auch die Tendenz der Alkoholunfälle im Landkreis Bamberg rückläufig. Im Jahr 2016 registrierte die Polizeiinspektion Bamberg-Land nur 45 Unfälle mit Promille. Allerdings endeten 19 dieser Zusammenstöße unter Alkoholeinfluss mit Verletzten. Fast punktgenau zum zweiten Mal nacheinander bedeute dies einen historischer Tiefstand, erklärt Dotterweich. Noch im Jahr 2003 hatte es 84 Alkoholunfälle gegeben. Der Durchschnittswert dieser Vorfälle habe noch bis 2013 bei etwa 60 pro Jahr gelegen.

Weniger Motorradunfälle am Würgauer Berg:
Unfallschwerpunkt im Landkreis bleibt die Motorradstrecke am Würgauer Berg (B22). Wobei die Polizei anhand der Zahlen festgestellt habe, dass die gemeinsamen Maßnahmen zur Bekämpfung des Schwerpunktes mit Straßenbauamt und Stadt Scheßlitz Wirkung zeigten: Nach 2015 ereigneten sich dort 2016 nur drei Unfälle mit Motorradfahrern (2013 und 2014 jährlich noch etwa zehn). Tempo-Überwachung, technische Kontrollen, Reduzierung der Höchstgeschwindigkeit und bauliche Änderungen seien Gründe dafür.

Mehr Wildunfälle:
"Im Allgemeinen ist in den letzten Jahren eine Steigerung bei den Wildunfallzahlen festzustellen", sagt Markus Dotterweich. Im vergangenen Jahr registrierte die Polizeiinspektion Bamberg-Land im Landkreis 668 Zusammenstöße mit Wildtieren wie Rehen und Wildschweinen. "Das ist der zweithöchste Wert seit 2003", so Polizeisprecher Dotterweich. Diese Zahlen seien nur in einem Jahr überschritten worden: Dies war 2015 der Fall. Damals nahm die Polizeiinspektion 733 Wildunfälle auf den Straßen im Landkreis auf.

Mehr Unfallfluchten:
Die Polizei beobachtet mit Sorge die Zahl der Fälle, in denen Fahrer unerlaubt den Unfallort verlassen: "Bei etwa jedem fünften Unfall handelt es ich um eine Verkehrsunfallflucht", erklärt Polizeisprecher Markus Dotterweich. Im vergangenen Jahr entfernten sich im Landkreis Bamberg laut der Verkehrsunfallstatistik 500 Beteiligte von der Unfallstelle, ohne sich um den verursachten Schaden zu kümmern. Im Vergleich zum Jahr 2015 sind dies laut den Zahlen der Polizeiinspektion Bamberg-Land 30 Fahrer mehr, die sich einfach aus dem Staub machten.