Stackendorf
Ortsdurchfahrt

Startschuss nach 25 Jahren

Den Spaten auch nur symbolisch in irgendetwas zu stechen, das war bei diesem besonderen Termin in Stackendorf nicht möglich. Sonst wären die Spatenstecher im kühlen Deichselbach versunken.
Gestern Mittag erfolgte der offizielle Startschuss für die mit 3,8 Millionen Euro in den letzten Jahren teuerste Einzelmaßnahme des Landkreises Bamberg: Der Ausbau der durch den Buttenheimer Gemeindeteil Stackendorf führenden Kreisstraße. Ein Projekt, über das sich die Entscheidungsträger seit 25 Jahren den Kopf zerbrechen...
Zum Beweis hatte Landkreischef Günther Denzler die Kopie des FT-Artikels vom 28. November 1987 dabei. Wie dort nachzulesen ist, machte MdL Philipp Vollkommer bei seiner Landkreisrundfahrt auch in Stackendorf Station. Dort erläuterte Bürgermeister Friedrich Kauer, dass man für die Ortsdurchfahrt eine Neulösung anstrebe, um mehr Verkehrssicherheit zu erlangen.

Das Problem: Der Deichselbach teilt praktisch die Kreisstraße BA 12, die Fahrbahn für die eine Richtung ist westlich, die andere östlich des Baches. Auf der westlichen Seite gibt es keinen Gehsteig. Der gesamte Ortsverkehr, darunter auch Schwerlastverkehr ist auf der geteilten Staatsstraße unterwegs. Wie Denzler in Erinnerung brachte, hatte es Bemühungen gegeben, die beiden Fahrbahnhälften zusammenzulegen, und in der Folge den Bach "zu verschieben". Wie Denzler ausführte, ist bei den Planungen viel Wasser hinabgeflossen, es wurde hin und her geplant. "Jetzt bleibt der Bach wo er ist", stellte Denzler fest.

Heuer und im nächsten Jahr werden Brücken und Mauern, 2014 Straßen und Gehweg gebaut. Zum Vorhaben selbst und dessen langem Vorlauf merkte er an: "Was lange währt, wird endlich gut."
Gar von paradiesischen Zuständen für die Stackendorfer - nach Fertigstellung des Projektes - sprach Buttenheims Bürgermeister Johann Kalb. Die örtliche Bevölkerung habe angesichts der unbefriedigenden Verkehrssituation ziemlich lange leiden müssen, und müsse das wahrscheinlich auch während der Bauzeit. Aber dafür prophezeite er im Anschluss "einen Zustand wie im Paradies". Dafür sagte er dem Landkreis und insbesondere dem Bauausschuss Dank. Der habe die Brisanz der Situation erkannt. Wer die Situation nicht kenne, der brauche sich nur einmal früh an die Ortsdurch fahrt stellen, schlug er vor.

Nach dem Spatenstich, bei dem die Spaten praktisch absolut sauber blieben, durfte der Bagger weiterwerkeln: Seine Betätigungsfeld waren Probebohrungen, die Aufschluss über die Zusammensetzung des Erdreichs unter dem fließenden Gewässer geben sollen.

600 Meter lange Baustelle


Die Baustelle wird eine Länge von etwa 600 Metern haben, das Bachbett zugunsten des neuen Gehweges etwas verschmälert. Zu den Kosten für diesen wird die Gemeinde einen Anteil von etwa 300 000 Euro beizusteuern haben, weshalb nach vorgegebenem Schlüssel Straßenausbaubeiträge anfallen. Statt bisher zwei, werden künftig drei Brücken über den Deichselbach führen. Während der Bauzeit wird der Bach jeweils abschnittsweise verlegt, die Ortsdurchfahrt einseitig gesperrt.