An Zuschauer in den fränkischen Stadien und Hallen war ebenso wie in der restlichen Bundesrepublik im Lockdown-Monat November nicht zu denken. Schmerzlich vermisst werden treue Anhänger natürlich besonders bei Nachbarduellen, wie dem Frankenderby zwischen dem 1. FC Nürnberg und der SpVgg Greuther Fürth. Viel Verkehr herrschte bei der 267. Auflage des Klassikers im Max-Morlock-Stadion einzig in beiden Strafräumen - letztlich mit dem besseren Ausgang für das Kleeblatt.

Nicht ganz leer waren die Ränge bei den Bundesliga-Heimspielen von Medi Bayreuth und Brose Bamberg. Während in der Oberfrankenhalle die Bayreuther Basketballer von einigen Hundert Pappkameraden beäugt wurden, thronte in der Brose-Arena der Bamberger Reiter auf der Nordtribüne und hielt den aufmüpfigen Aufsteiger aus Chemnitz gerade so nieder. Damit rund um einen Spieltag in Corona-Zeiten alles flutscht, müssen die Verantwortlichen zuweilen auch mal in neue Rolle schlüpfen - wie Brose-Mediendirektor Thorsten Vogt, der sich der ordnungsgemäßen Hygiene der Spielgeräte widmete.

Die Pandemie verändert in diesen Monaten viel, doch das Phänomen der Schwerkraft gehört nicht dazu. Auch wenn der Kapitän des Handball-Bundesligisten HSC Coburg, Andreas Schröder, im Spiel gegen die Füchse Berlin den Eindruck erweckt, diese außer Kraft zu setzen. Wie gut die Erdanziehung noch funktioniert, musste Timo Walther, Stürmer bei den Bayreuth Tigers, bei einer Bauchlandung aufs Eis schmerzlich feststellen. Weniger vor Schmerz, sondern vor Freude, schreit der deutsche Handball-Nationalspieler Johannes Sellin. Den Erlanger Rechtsaußen hat Teamkollege Antonio Metzner nach Spielende fest im Griff - genauso wie die Mittelfranken auf der Platte zuvor den TVB Stuttgart (34:25).

Wo oben und unten ist, weiß dagegen ein fränkischer Tennisprofi ganz genau. Der Coburger Kevin Krawietz war nach seinem zweiten Triumph bei den French Open in Paris mit Partner Andreas Mies im Aktuellen Sportstudio zu Gast. Der 28-Jährige bewies vor einem Millionen-Publikum an den Bildschirmen, dass er nicht nur mit seinem Schläger gefühlvoll umgehen kann. Vier Bälle verwandelte er an der Torwand in Mainz. mg